Der Held Bȧltakai
usbekisches Heldenmärchen (AaTh 650 A: Starker Hans)
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Der Held Bȧltakai (Boltakaj botir) ist ein usbekisches Heldenmärchen (AaTh 650 A: Starker Hans).[1]
Handlung
Der Held Bȧltakai hatte eine Frau namens Güldschȧn, die ihn zum Mann nahm, weil einzig er ihr im Schwertkampf, Pferderennen und Bogenschießen ebenbürtig war. Im Nachbarland herrschte der grausame Kȧra-Khan Padischah, der schon viel Krieg geführt hatte und eines Tages die schöne Güldschȧn zu begehren begann. Er überfiel das Land von Bȧltakai und Güldschȧn mit seinem Heer, verwüstete es und machte die Menschen zu Sklaven. Bȧltakai und Güldschȧn aber fanden in der Schlacht den Tod, sodass ihre beiden kleinen Kinder, ein Junge namens Jȧschgilandilbȧr und ein Mädchen, dass Tschawranȧi hieß, von einem alten Mann adoptiert wurden.
Als Jüngling beschloss Jȧschgilandilbȧr dann seinen Vater zu rächen, wozu er sich mit einem anderen Volk verbündete, das ebenfalls von den Truppen des Kȧra-Khan Padischahs heimgesucht wurde. In der folgenden Schlacht siegte Jȧschgilandilbȧr über den Tyrannen und enthauptete ihn. Danach unterwarfen sie dessen Land und befreiten sie die Sklaven. Zurück in seinem Heimatland wurde er Padischah.[1]
Hintergrund
Das Märchen stammt aus dem Werk Der goldene Apfel. Märchen. (Taschkent 1966, S. 5–10) und erhielt in Ilse Laude-Cirtautas’ Die Märchen der Weltliteratur – Märchen der Usbeken (Köln 1984) den Titel Der Held Bȧltakai. Aufgezeichnet wurde es von F. Abdullaev nach Kamol Olloberganov. Nach Laude-Cirtautas wird das Märchen „als Prototyp des usbekischen Heldenmärchens angesehen“, da es „viele Motive […] aus der turko-mongolischen Heldenepik“ enthält, wie etwa die Heldin, die nur denjenigen zum Mann nimmt, der sie in den drei traditionellen Wettkämpfen besiegt.[1]
Literatur
- Ilse Laude-Cirtautas (Hrsg. und Übers.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen der Usbeken. Eugen Diederichs Verlag, Köln 1984, S. 52–61, 254–255.