Die Zeitung erschien in drei Ausgaben (Ausgabe A: schwarzer und roter Tag zusammen, Ausgabe B: roter Tag allein, Ausgabe C: schwarzer Tag mit Bilder vom Tage).[4] Das Motto der Zeitung lautete: Keiner Partei dienstbar, freies Wort jeder Partei.
Bilder vom Tage
In der Erstausgabe vom 19. Dezember 1900 wurde angekündigt, zukünftig laufend Photographien in der DrucktechnikAutotypie im Rotationsdruck zu veröffentlichen. In der Ausgabe vom 23. März 1901 erschien das erste Foto. Ab dem 26. März 1901 erschienen unter der Rubrik „Bilder vom Tage“ zum ersten Mal im Deutschen Reich eine Tageszeitung, die regelmäßig Pressefotos von aktuellen Tagesereignissen veröffentlichte.
Anfängliche Querfinanzierung
Das Geld, das August Scherl mit der Zeitschrift Die Woche verdiente, soll er mit der illustrierten Tageszeitung Der Tag wieder verloren haben. Der Tag war ein Produkt des Scherlverlags und erlebte dessen Eigentümergeschichte. Er wurde 1913 an den Deutschen Verlagsverein und 1916 an Alfred Hugenberg verkauft. Hugenberg war 1928 bis 1933 Vorsitzender der Deutschnationalen Volkspartei, weshalb Der Tag von Frances Clare Foster in ihrer Dissertation The Press of the Weimar Republic and its Representation in German Literature als Parteiorgan der DNVP von 1931 betitelt wird.[5]
Am 30. Juni 1921 ging die Zeitschrift Die Post in Der Tag auf.[6] 1934 wurde die Publikation von Der Tag mit der Übereignung aus dem Hugenberg-Imperium an Max Amann (Franz-Eher-Verlag) eingestellt.
Plakat mit den Publikationen des Scherl Verlages 1914
Paul Marx (1861–1919) im Artikel Der Schluß der Schmutzgeschichten vom 5. Januar 1908 bezeichnete er die Harden-Eulenburg-Affäre als den schmutzigsten politischen Skandal, den Deutschland je erlebt hat.
Hans-Joachim Weitz: Drei jüdische Dramen. mit Dokumenten zur Rezeption. Wallstein Verlag, 1995, ISBN 3-89244-116-2, S.411 (Vorschauin der Google-Buchsuche).
Theodor Fontane, Martha Fontane: Theodor Fontane und Martha Fontane – Ein Familienbriefnetz. Walter de Gruyter, 2002, ISBN 3-11-085782-0, S.816 (Vorschauin der Google-Buchsuche).
Winke (Hrsg.): Berlin und die Berliner Leute – Dinge – Sitten – Winke. BoD – Books on Demand, 2011, ISBN 978-3-8457-2001-2, S.207 (Vorschauin der Google-Buchsuche).
Der Tag Nr. 217, 15. September 1918, S. 1. Die Ausgabe B kostete seit dem 1. Oktober 1918 2 Mark, die Ausgabe C 2,50 Mark und die Ausgabe A 3,50 Mark (vgl. Der Tag Nr. 217, 15. September 1918, S. 1).
Frances Clare Foster: The Press of the Weimar Republic and its Representation in German Literature. Dissertation, University of Bristol, September 1996, S. 10 (Digitalisat, PDF; 35 MB, englisch)
Walther Georg Oschilewski:Zeitungen in Berlin: im Spiegel der Jahrhunderte. Haude & Spener, 1975, ISBN 3-7759-0159-0, S.142 (Vorschauin der Google-Buchsuche).
Gunnar Anger:Brausewetter, Artur (Friedrich Leon). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band28. Bautz, Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-413-7, S.207: „Seit 1908 wirkte Brausewetter hier als Archidiakon. Er war Vorsitzender des Danziger Zweigvereins des Evangelischen Bundes und Mitarbeiter der im Berliner Scherl-Verlag erscheinenden Tageszeitung ‚Der Tag‘, in der er die politischen und kirchlichen Zeitläufe kommentierte und theologische Neuerscheinungen besprach.“
Vgl. z. B. ihre Artikel Das heilige Recht. In: Der Tag Nr. 95, 6. Mai 1919, S.1f.; Zur Psychologie der Rheinländer. In: Der Tag, Juni 1919; Aus Weimars dunkelsten Tagen. In: Der Tag, 24. Juli 1919.
Vgl. z. B. seine Artikel Die Theaterkrisis und die Kritik. In: Der Tag Nr. 122, 28. Mai 1910, S. 1f.; Der Ausdruck der Empfindungen und die Kunst. In: Der Tag Nr. 110, 11. Mai 1916, S. 1 f.; Der Fetischcharakter des Wortes. In: Der Tag Nr. 96, 7. Mai 1919, S. 1 f.
Vgl. z. B. ihre Artikel Mutter und Tochter. In: Der Tag Nr. 4, 6. Januar 1910, S. 1f.; Glossen zum Kapitel Frauenstimmrecht. In: Der Tag, 1. Juli 1913; Krieg und Frauenfrage. In: Der Tag, 21. Mai 1916, S.2f.; Krieg und Ehehäufigkeit. In: Der Tag, 28. Juli 1916; Für und wider das weibliche Dienstjahr. In: Der Tag, 22. August 1916; Mütterdämmerung. In: Der Tag, 1. November 1916. Viele ihrer Artikel erschienen auf der Seite Der Kampf der Frau, die später in Frauen-Rundschau umbenannt wurde.
Vgl. Martin Spahn: Der Große Kurfürst. In: Der Tag, 1. Dezember 1901. In seinen Artikeln beschäftigte er sich oft mit den politischen Verhältnissen in Elsaß-Lothringen (vgl. z. B. seinen Artikel Die reichsländischen Gemeinderatswahlen. In: Der Tag Nr. 257, 17. Juli 1908, S. 1 f.).