Der Teufel trägt Prada
Film von David Frankel (2006)
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Der Teufel trägt Prada (Originaltitel The Devil Wears Prada) ist ein US-amerikanisches Comedy-Drama des Regisseurs David Frankel aus dem Jahr 2006. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lauren Weisberger. Neben den Hauptdarstellerinnen Meryl Streep und Anne Hathaway sind auch Emily Blunt und Stanley Tucci in Nebenrollen zu sehen. Die Filmproduktion hatte ein weltweites Einspielergebnis von 327 Millionen US-Dollar und war in zwei Kategorien für einen Oscar nominiert (beste Hauptdarstellerin und bestes Kostüm). Darüber hinaus gilt der Teufel trägt Prada als Kultfilm der Popkultur.
| Film | |
| Titel | Der Teufel trägt Prada |
|---|---|
| Originaltitel | The Devil Wears Prada |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2006 |
| Länge | 109 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | David Frankel |
| Drehbuch | Aline Brosh McKenna |
| Produktion | Wendy Finerman |
| Musik | Theodore Shapiro |
| Kamera | Florian Ballhaus |
| Schnitt | Mark Livolsi |
| Besetzung | |
| |
| → Synchronisation | |
| Chronologie | |
Handlung

Die frischgebackene Journalistik-Absolventin Andrea „Andy“ Sachs zieht nach New York und erhält überraschend eine Stelle beim renommierten Modemagazin Runway. Sie wird zweite Assistentin der eisigen und äußerst anspruchsvollen Chefredakteurin Miranda Priestly, die zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der Fashion- und Modewelt zählt. Miranda ist für hohe Ansprüche und ihren kompromisslosen Führungsstil gefürchtet. Obwohl die bodenständige Andy kaum Interesse an Mode hat, betrachtet sie die Stelle als Sprungbrett für ihre journalistische Karriere.
Andy hat zunächst Schwierigkeiten, sich in der Modewelt zurechtzufinden und erkennt schnell, dass ihre Arbeit hohe Anforderungen stellt. Die beruflichen Belastungen und der Stress der folgenden Wochen sind hoch, die Erwartungen ihrer Chefin erscheinen ihr unerfüllbar. Besonders Mirandas erste Assistentin Emily macht sich über Andys Kleidungsstil lustig, doch mit Unterstützung des Art-Direktors Nigel verändert sie ihr äußeres Erscheinungsbild und passt sich zunehmend den Erwartungen der Redaktion an. Dadurch gewinnt sie an Anerkennung und übernimmt immer wichtigere Aufgaben. Ein entscheidender Erfolg gelingt Andy, als sie über den Schriftsteller Christian Thompson ein noch unveröffentlichtes Harry-Potter-Manuskript für Mirandas Zwillinge beschaffen kann. Miranda beginnt daraufhin, Andy mehr zu vertrauen, allerdings belastet der berufliche Erfolg zunehmend ihr Privatleben. Sie vernachlässigt ihre Freunde sowie die Beziehung zu ihrem Freund, dem Saucier Nate. Sie gerät auch mit der ehrgeizigen und herrischen Emily immer stärker in Konflikt, die sich durch Andys beruflichen Erfolg übergangen fühlt.
Während einer Geschäftsreise zur Paris Fashion Week erhält Andy einen Einblick in die Machtstrukturen der Modebranche. Sie erkennt, dass Miranda ihre eigene Position durch geschickte Machtpolitik, auch auf Kosten langjähriger Mitarbeiter wie Nigel, skrupellos sichert. In Paris verbringt Andy zudem eine Liebesnacht mit Christian Thompson, der sie seit einiger Zeit umgarnt hatte. Gleichzeitig wird ihr zunehmend bewusst, wie sehr sie sich durch die Arbeit bei Runway von ihren eigenen Werten und ihrem Freund Nate entfernt hat. Diese Erfahrungen bringen Andy dazu, ihre beruflichen Prioritäten zu hinterfragen. Schließlich entscheidet sie sich, Runway zu verlassen und einen anderen beruflichen Weg einzuschlagen. Miranda missbilligt die Entscheidung zunächst, verschafft Andy jedoch später eine positive Empfehlung. Dadurch erhält sie die Möglichkeit, ihre journalistische Karriere außerhalb der Modebranche neu zu beginnen. Die Beziehung zu Nate kann Andy nicht mehr retten und die beiden finden nicht wieder dauerhaft zusammen.
Produktion

Die Dreharbeiten unter der Regie von David Frankel begannen am 17. September 2005 und umfassten bis Mitte Dezember insgesamt 57 Drehtage. Filmproduzentin war Wendy Finerman. Die Außenaufnahmen entstanden in Manhattan und Paris. Das Bürogebäude der fiktiven Runway-Redaktion befindet sich im Wolkenkratzer 1221 Avenue of the Americas; weitere Szenen wurden unter anderem im St. Regis Hotel, dem Central Park und im American Museum of Natural History gedreht. Neben Gisele Bündchen hatten auch Heidi Klum, Valentino Garavani und Bridget Hall einen Cameo-Auftritt.
Als Kostümbildnerin fungierte Patricia Field, die für ihre Arbeit an dem Film eine Oscar-Nominierung erhielt. Field setzte unter anderem auf Kleidungsstücke und Accessoires von Chanel, Prada, Dolce & Gabbana und Calvin Klein sowie Kreationen der Mannheimer Modeschöpferin Dorothee Schumacher.
Eine besondere Herausforderung stellte die Darstellung der unnahbaren und gefürchteten Chefredakteurin Miranda Priestly durch Meryl Streep dar. Für die Rolle wandte Streep erstmals in ihrer Karriere bewusst eine Form des Method Acting an und blieb auch außerhalb der eigentlichen Drehs in der Figur. Dadurch hielt sie bewusst emotionale Distanz zu ihren jüngeren Co-Darstellerinnen Anne Hathaway und Emily Blunt, um Mirandas Autorität und Kälte glaubhaft zu vermitteln. Die Erfahrung war für Streep allerdings alles andere als angenehm. Nach den Dreharbeiten entschied sie, diese Form des Method Acting nicht wieder anzuwenden.[3]
Die Filmpremiere fand am 22. Juni 2006 auf dem Los Angeles Film Festival statt. Der allgemeine Kinostart in den Vereinigten Staaten erfolgte am 30. Juni, in Deutschland lief der Film am 12. Oktober 2006 an. Das Budget betrug 35 Millionen US-Dollar, während das weltweite Einspielergebnis bei rund 327 Millionen US-Dollar lag.[4] Mit diesem Umsatz belegte der Teufel trägt Prada den zwölften Platz der erfolgreichsten Kinofilme des Jahres 2006.[5]
Romanvorlage
Der Film basiert auf dem 2003 erschienenen Roman The Devil Wears Prada von Lauren Weisberger, der dem Genre Chick lit zugerechnet wird. Weisberger arbeitete zuvor als Assistentin von Anna Wintour, der damaligen Chefredakteurin der US-amerikanischen Vogue. Ihre Erfahrungen aus dieser Zeit flossen in den Roman ein. Die Figur der Miranda Priestly wurde häufig als fiktionales Abbild Wintours interpretiert; eine direkte Gleichsetzung der beiden Figuren wurde von Weisberger jedoch nicht bestätigt.[6] Wintour besuchte die New Yorker Premiere der Verfilmung 2006 und trug dabei Prada.[7]
Zwischen Roman und Film bestehen einige wesentliche Unterschiede. Die im Film zentrale Handlung um Mirandas mögliche Ablösung als Chefredakteurin findet sich in dieser Form nicht im Roman. Auch wird Miranda im Film deutlich ambivalenter dargestellt. Während sie im Roman weitgehend als rücksichtslose und erfolgsorientierte Vorgesetzte erscheint, erhält sie in der Verfilmung durch Meryl Streep eine menschlichere und komplexere Charakterisierung.[8] Auch die Figuren Emily und Lilly wurden für den Film verändert. Im Roman kann Emily wegen einer Erkrankung nicht an der Parisreise teilnehmen. Lilly, Andys beste Freundin, spielt dagegen eine wichtige Rolle für Andys persönliche Entwicklung. Nach einem alkoholbedingten Unfall Lillys erkennt Andy, dass sie ihre privaten Beziehungen ihrem beruflichen Ehrgeiz zu sehr untergeordnet hat, und entscheidet sich, Paris und Runway zu verlassen. Im Film wurden Teile dieser Funktionen auf Emily übertragen, während Lillys Handlung deutlich reduziert wurde.[8]
Das Ende fällt dadurch ebenfalls unterschiedlich aus. Im Roman beginnt Andy nach ihrem Ausscheiden aus Runway einen beruflichen Neuanfang, ohne dabei auf die Unterstützung Mirandas angewiesen zu sein. Im Film trägt Miranda dagegen indirekt zu Andys nächster beruflicher Möglichkeit bei, indem sie einem potenziellen Arbeitgeber eine positive Einschätzung über sie gibt.[8] Dadurch erscheint das Verhältnis zwischen den beiden Figuren im Film weniger eindeutig als im Roman.
Das Drehbuch von Aline Brosh McKenna spielt bei diesen Veränderungen eine zentrale Rolle. Es verdichtet die Handlung des Romans, strafft Nebenhandlungen und verschiebt den Fokus stärker auf Andys persönliche Entwicklung sowie die Dynamik zwischen ihr und Miranda. Gleichzeitig sorgt McKenna durch zusätzliche Dialoge und pointierte Szenen für eine stärkere filmische Dramaturgie und einen klareren Spannungsbogen, insbesondere im Hinblick auf Andys zunehmende Anpassung an die Modewelt und ihren inneren Konflikt zwischen Karriere und Privatleben.
Synchronisation
Der Film wurde bei der Interopa Film in Berlin vertont. Alexander Löwe schrieb das Dialogbuch, Oliver Rohrbeck führte die Dialogregie.[9]
| Rolle | Schauspieler | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Andy Sachs | Anne Hathaway | Marie Bierstedt |
| Miranda Priestly | Meryl Streep | Dagmar Dempe |
| Emily Charleton | Emily Blunt | Bianca Krahl |
| Nigel | Stanley Tucci | Lutz Mackensy |
| Nate | Adrian Grenier | Julien Haggège |
| Lily | Tracie Thoms | Peggy Sander |
| Doug | Rich Sommer | Dennis Schmidt-Foß |
| Christian Thompson | Simon Baker | Andreas Fröhlich |
| James Holt | Daniel Sunjata | Markus Pfeiffer |
| Serena | Gisele Bündchen | Tanja Geke |
| Irv Ravitz | Tibor Feldman | Bodo Wolf |
| Stephen | James Naughton | Reinhard Kuhnert |
| Richard Sachs | David Marshall Grant | Hans-Jürgen Dittberner |
| Jocelyn | Rebecca Mader | Gundi Eberhard |
Filmmusik
- Jump – Madonna
- Vogue – Madonna
- Bittersweet Faith – Bitter:Sweet
- City Of Blinding Lights – U2
- Seven Days In Sunny June – Jamiroquai
- Crazy (James Michael Mix) – Alanis Morissette
- Beautiful – Moby
- How Come – Ray LaMontagne
- Sleep – Azure Ray
- Feelin’ Hypnotized (Black Liquid Remix) – DJ Colette
- Tres Tres Chic – Mocean Worker
- Here I Am (Kaskade Radio Edit) – David Morales & Tamra Keenan
- Suite From The Devil Wears Prada – Theodore Shapiro
- Yeah Yeah Brother – Black Grape
- Suddenly I See – KT Tunstall
Rezeption
Kritiken

James Berardinelli schrieb auf ReelViews, der Film sei gleichzeitig eine „energiegeladene Satire auf die Modewelt“ und ein „Melodrama“. Er funktioniere als Satire, aber nicht als Melodrama. Berardinelli lobte die „starken“ Darstellungen von Meryl Streep, Stanley Tucci und Emily Blunt. Anne Hathaway fehle es an Präsenz. Der Kritiker schrieb, er habe den Film bis auf die letzte „weinerliche“ halbe Stunde und das „künstliche“ Ende genossen.[10]
Carina Chocano lobte in der Los Angeles Times Meryl Streep in ihrer „komischen Spitzenform“. Die Komödie sei „scharf“ und „überraschend witzig“.[11]
Das Lexikon des internationalen Films urteilte: „Die nach einem autobiografisch gefärbten Schlüsselroman flott gestaltete Filmkomödie macht sich über die Modewelt der Eitelkeiten und die ihr anhängenden Branchen lustig, ohne deren Reiz gänzlich in Abrede stellen zu können. In der Hauptrolle faszinierend gespielt, bietet der Film eine amüsante, letztlich aber bekannte Karikatur von Oberflächenreizen.“[12]
Meryl Streeps schauspielerische Leistung wurde von deutschsprachigen Kritikern besonders hervorgehoben. Die Zeit bezeichnete die Rolle als „Paraderolle für military Streep“, in der die Schauspielerin zu „schikanöser Hochform“ auflaufe.[13] Cineclub schrieb, Streep „brilliert“ in der Rolle der biestigen Chefredakteurin und wirke „absolut glaubhaft in der Rolle“.[14] Auch critic.de hob Streeps Darstellung positiv hervor und schrieb, sie „glänzt“ als „herrlich fiese Chefin“ eines New Yorker Modemagazins.[15]
Auszeichnungen
- Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Meryl Streep
- Nominierung in der Kategorie Bestes Kostümdesign für Patricia Field
- Nominierung in der Kategorie Bester Film – Komödie oder Musical für Wendy Finerman
- Beste Hauptdarstellerin – Komödie oder Musical für Meryl Streep
- Nominierung in der Kategorie Beste Nebendarstellerin für Emily Blunt
British Academy Film Awards 2007
- Nominierung in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch für Aline Brosh McKenna
- Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Meryl Streep
- Nominierung in der Kategorie Beste Nebendarstellerin für Emily Blunt
- Nominierung in der Kategorie Beste Kostüme für Patricia Field
- Nominierung in der Kategorie Beste Maske für Nicki Ledermann und Angel De Angelis
- Beste Hauptdarstellerin (Komödie/Musical) für Meryl Streep
- Bestes Kostümdesign für Patricia Field
- Nominierung in der Kategorie Bester Film (Komödie/Musical) für Wendy Finerman
Der Film als Beste Komödie, Emily Blunt, Meryl Streep sowie das aus Meryl Streep und Anne Hathaway bestehende Paar wurden 2006 für den Teen Choice Award nominiert. Meryl Streep wurde 2006 für den Chicago Film Critics Association Award sowie 2007 für den Screen Actors Guild Award und den Online Film Critics Society Award nominiert; sie gewann 2007 den National Society of Film Critics Award. Meryl Streep und Emily Blunt wurden 2007 für den London Critics Circle Film Award nominiert. Meryl Streep und der Film als Beste Komödie wurden 2007 für den Broadcast Film Critics Association Award nominiert.
Aline Brosh McKenna wurde im Jahr 2007 für den Writers Guild of America Award und – gemeinsam mit Lauren Weisberger – für den USC Scripter Award nominiert. Patricia Field wurde 2007 für den Costume Designers Guild Award nominiert. Mark Livolsi wurde 2007 für den American Cinema Editors Award nominiert.
Fortsetzung
Die Fortsetzung Der Teufel trägt Prada 2 kam im Mai 2026 in die Kinos.[16]
Musical
Im Jahr 2022 kam der Stoff in der englischen Version The Devil Wears Prada als Musical auf die Bühne. Die Uraufführung fand am James M. Nederlander Theatre in Chicago statt. Die Musik komponierte Elton John. Die Liedtexte schrieben Shaina Taub und Mark Sonnenblick. Das Buch stammt von Kate Wetherhead. In Europa wurde das Musical erstmals im Dominion Theatre im Londoner West End aufgeführt. Die Premiere fand am 24. Oktober 2024 statt.[17]
Im Januar 2026 wurde bekannt, dass das Musical erstmals nach Deutschland kommen soll. Die deutschsprachige Erstaufführung Der Teufel trägt Prada ist für Dezember 2026 in Hamburg geplant.[18]
Weblinks
- Der Teufel trägt Prada bei IMDb
- Der Teufel trägt Prada bei Rotten Tomatoes (englisch)
- Der Teufel trägt Prada bei Metacritic (englisch)
- Der Teufel trägt Prada in der Online-Filmdatenbank
- Der Teufel trägt Prada in der Deutschen Synchronkartei
