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Der Untergang der Titanic

Film von Jean Negulesco (1953) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Untergang der Titanic (Originaltitel: Titanic) ist ein US-amerikanisches Filmdrama des Regisseurs Jean Negulesco aus dem Jahr 1953 mit Clifton Webb, Barbara Stanwyck und Robert Wagner in den Hauptrollen. Der Film erzählt vom Untergang des britischen Passagierdampfers Titanic am 15. April 1912. Im Vordergrund steht jedoch die Geschichte um die Eheprobleme der fiktiven Familie Sturges.

TitelDer Untergang der Titanic
OriginaltitelTitanic
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Der Untergang der Titanic
Originaltitel Titanic
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1953
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Jean Negulesco
Drehbuch Charles Brackett,
Walter Reisch,
Richard Breen
Produktion Charles Brackett
Musik Sol Kaplan
Kamera Joe MacDonald
Schnitt Louis Loeffler
Besetzung

sowie ungenannt

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Handlung

Julia Sturges, in deren Ehe es schon lange nicht mehr stimmt, will ihren Mann Richard verlassen. Deshalb schifft sie sich gemeinsam mit ihrer Tochter Annette und ihrem Sohn Norman auf der Titanic ein, deren Jungfernfahrt nach New York City bevorsteht. Richard kann ihr nachreisen und im letzten Moment von einer armen Auswandererfamilie ein Ticket für die Titanic erstehen. Obwohl Julia und Richard während der Schiffsreise versuchen, ihre ehelichen Probleme vor den Kindern herunterzuspielen, eskaliert die Situation immer mehr.

Annette verliebt sich unstandesgemäß in den aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Gifford Rogers, der ihr den Hof macht. Richard muss erfahren, dass Norman, der sein ganzer Stolz ist, nicht sein leiblicher Sohn ist, sondern aus einer außerehelichen Beziehung Julias stammt. Er fühlt sich in seiner Ehre verletzt und lässt das den Jungen auch spüren.

Die Familie wird auf eine harte Probe gestellt, als die Titanic einen Eisberg rammt und dem Untergang geweiht ist. Julia, Annette und Norman gelingt es, einen Platz in einem der raren Rettungsboote zu erhalten. Richard muss wie alle Männer an Bord bleiben und wartet an Deck auf das Ende. Doch aus Liebe zu seinem Vater verlässt Norman in letzter Sekunde unbemerkt das Rettungsboot, um mit ihm und dem Schiff „wie ein Mann“ unterzugehen.

Hintergrund

Ursprünglich sollte Der Untergang der Titanic bereits 1940 unter der Regie von Alfred Hitchcock verfilmt werden. Das Projekt wurde aber nicht realisiert, denn Hitchcock zeigte wenig Interesse für einen Film mit einem voraussehbaren Ausgang, stattdessen drehte er 1940 Rebecca. Sein Produzent David O. Selznick, der sich für diesen Filmtitel bereits die Rechte gesichert hatte, widmete sich und seine Mittel 1939 einem anderen Thema: Vom Winde verweht.[2] Erst 1953 wurde der Titanic-Film gedreht, allerdings übernahm Jean Negulesco die Regie.

Bei den Trickaufnahmen des Films kam ein 6,5 Meter langes Modell der Titanic zum Einsatz.

Ungenauigkeiten

Wie alle Filme bis zum Erfolgsfilm von James Cameron (1997) zeigt auch dieser Film keine historisch genaue Einrichtung des Schiffes. Viele Details passen nicht zur tatsächlichen Geschichte der Titanic, obgleich ein Text am Filmbeginn behauptet, alle Navigationsdetails wie Konversationen, Ereignisse und allgemeine Daten seien wörtlich aus den Untersuchungsausschüssen übernommen.

  • Kapitän Smith hat zu Beginn ein Gespräch mit einem Vertreter der Reederei, der nicht mitfahren wird. Dieser äußert den Wunsch der Firma, dass die Jungfernfahrt ein Rekord werde. Dafür gibt es keinen Beleg.
  • Die Titanic fährt im Nebel von Southampton nach Cherbourg; tatsächlich war das Wetter gut.
  • Smith erhält eine alte Flagge, die er hissen lässt. Das ist eine erfundene Anekdote.
  • In Cherbourg erfährt der Protagonist, dass die Titanic ausgebucht sei. Er kauft armen Auswanderern deren Tickets ab. Das wäre nicht nötig gewesen, das reale Schiff war nur zur Hälfte belegt.
  • Der Steuermann befindet sich auf der schlecht beleuchteten Brücke beim Kapitän. Tatsächlich stand der Steuermann in einem beleuchteten Raum hinter der eigentlichen Brücke, während die Männer auf der Brücke absichtlich im Dunkeln standen, damit ihre Augen an die Dunkelheit draußen gewohnt waren.
  • Die Funkkabine ist sehr geräumig und beinhaltet einen Schalter, an dem einer der Funker die Telegramme der Passagiere aufnimmt. In Wirklichkeit handelte es sich um eine sehr kleine Funkkabine, und Telegramme wurden woanders aufgegeben, und zwar beim purser beim großen Treppenraum.
  • Der 2. Offizier Lightoller wundert sich am Sonntag morgen darüber, dass der Kapitän eine Erhöhung der Geschwindigkeit auf 21 Knoten beschlossen hat. Er spricht den Kapitän auf eine Eisbergwarnung und die Geschwindigkeit an. Dieser antwortet, er habe die Warnung selbst im Kartenraum aufgehängt, denn das gemeldete Eisfeld liege südlich des eigenen Kurses. Auch eine spätere Szene, in der Lightoller dem Funker Philipps Fragen zu einzelnen Telegrammen stellt, ist ohne Bezug zur Realität, ebenso wenig eine Szene von Smith, Wilde und Lightoller im Kartenraum. Eine solche Besprechung hat es nie gegeben: Die Schiffsführung hat sich kaum für die Eiswarnungen interessiert.
  • Der Eisberg erscheint im Film im Nebel. Zwar hat einer der beiden Männer im Ausguck später ausgesagt, er habe haze (Dunst, Nebel) gesehen, zog diese Behauptung aber auf Nachfrage zurück. Er war der einzige Überlebende, der Nebel erwähnt hat.
  • Kurz vor der Kollision meldet der Ausguck der Brücke, dass ein Eisberg voraus liege. Die tatsächlichen Handlungsabläufe werden im Film verkürzt dargestellt, so gibt Murdoch umgehend einen Befehl zur Kurskorrektur und legt einen neuen Befehl für den Maschinenraum ein. Tatsächlich brauchte dies wesentlich mehr Zeit. Das Schiffsmodell fährt auch deutlich zu langsam am Eisberg vorbei. Der Eisberg ist im Film deutlich heller zu sehen als in der Realität.
  • Der Kapitän ist während des Unglücks in einem Aufenthaltsraum anstatt in seiner Kabine.
  • Laut einem ersten Lagebericht auf der Brücke habe der Eisberg das Schiff wie ein Dosenöffner aufgeschlitzt; so eine Aussage ist sachlich falsch und ist auch nicht durch Zeugenaussagen belegt. Tatsächlich hat das hohe Gewicht des Schiffes gegen den Eisberg gedrückt.
  • Man sieht, wie der Kapitän rasch einen Lagebericht erhält und sofort entsprechende Befehle gibt. All dies hat in Wirklichkeit länger gedauert.
  • Alarmsirene und blinkende Alarmlichter hat es so nicht gegeben.
  • Als die Nachricht der Carpathia empfangen wird (00:49 Uhr), hat die Film-Titanic bereits eine gehörige Schlagseite bei sichtbarem Seegang. Dies wird übertrieben dargestellt.
  • In einem Rettungsboot wird ein mittelalter Mann entdeckt, der sich als Frau verkleidet hat. Solche Fälle sind umstritten.
  • Der Kapitän bittet die Musiker um Musik; man sieht sechs Bläser und einen Dirigenten. In Wirklichkeit spielten die acht Musiker verschiedene Instrumente, und es ist fraglich, ob es eine solche Bitte gegeben hat.
  • Am Ende befindet der Kapitän sich außen auf der Brücke mit mehreren Männern. Bewegt schaut er zur Flagge, während hinter ihm die Musiker spielen und die Passagiere Nearer, my God to thee singen. Eine letzte Explosion im Kesselraum leitet das Sinken des Schiffes ein. Das Schiff versinkt in einem Stück. Das tatsächliche Ende des Kapitäns ist allerdings nicht bekannt, und zu diesem Zeitpunkt war die Brücke schon unter Wasser. Außerdem ist das Schiff beim Sinken auseinandergebrochen, wie man seit 1985 weiß.

Kritik

„Melodramatischer Film über den spektakulären Untergang des für unsinkbar gehaltenen britischen Schiffs Titanic, das 1912 bei einer Rekordfahrt über den Atlantik mit einem Eisberg kollidierte. Er konzentriert sich vor allem auf persönliche Schicksale und Tragödien einiger Passagiere und Besatzungsmitglieder. Anerkennenswert als solide inszeniertes psychologisches Drama – kein früher Katastrophenfilm.“

Auszeichnungen

Die Drehbuchautoren Charles Brackett, Richard L. Breen und Walter Reisch erhielten 1954 einen Oscar für das beste Originaldrehbuch. Zudem waren Lyle R. Wheeler, Maurice Ransford und Stuart A. Reiss in der Kategorie Bestes Szenenbild nominiert.

Einzelnachweise

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