Der goldene Hirsch

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Der goldene Hirsch ist ein Märchen (AaTh 854). Es steht in Johann Wilhelm Wolfs Deutsche Hausmärchen an Stelle 8. Es gelangte auch in Ernst Heinrich Meiers Deutsche Volksmärchen aus Schwaben (1852), als Der lustige Ferdinand oder der Goldhirsch (Nr. 54). Paul Zaunert übernahm es von Meier im ersten Band von Deutsche Märchen seit Grimm 1912 an Stelle 4.

Inhalt

Ein Soldat schreibt ans Schilderhaus: „Geld macht Alles aus.“ Zur Wache der Prinzessin versetzt, schreibt er es an die Tür, weil er sie liebt. Der König gibt ihm Geld und sperrt ihn ein. Auf Jahresfrist soll er ihre Liebe finden oder sterben. Er überlässt den Platz seinem Zwillingsbruder und klagt es einem Gastwirt. Der lässt ihm aus Gold einen Hirsch machen, der Musik spielt, wenn der Soldat darin die Schnur zieht. Der König kauft ihn seiner Tochter. Nachts kommt der Soldat heraus und gibt ihr im Schlaf einen Kuss. Sie schreit, er versteckt sich wieder im Hirsch. Das zweite Mal droht ihr Vater, ihn ihr wegzunehmen, wenn sie wieder grundlos schreit. Der Soldat gesteht ihr seine Liebe und lebt heimlich mit ihr. Nach dem Jahr bittet er, sie nochmal zu sehen. Sie zeigt sich mit dem Kind und der König muss zustimmen.

Herkunft

Der Titel Der goldene Hirsch ist bei Wolf nicht mit einem Sternchen (*) versehen, was laut seiner Vorrede anzeigt, dass er selbst den Text ausarbeitete.[1] Schilderhaus heißt der Unterstand für Wachposten. Ähnlich ist die List in Wolfs Der Metzgergesell und Das graue Männchen, Jahns Der Pilger.

Meiers Der lustige Ferdinand oder der Goldhirsch ist 1852 fröhlicher erzählt: Der Soldat kriegt einfach den Schlüssel zur Schatzkammer, genießt das Geld, denkt erst gar nicht an die Prinzessin. Sie ist auf eine Insel gesperrt. Er lässt den Hirsch machen, klagt ihr, wie krumm er darin liegen muss. Und der König kann es nicht glauben, als sie schwanger ist. Meier versucht eine Herleitung vom goldenen Eber des Gottes Freyr.[2]

Hörspielbearbeitung

  • 2012: Reihentitel: Als das Wünschen noch geholfen hat …: Geld bezwingt die Welt oder: Der Lustige Ferdinand – Regie: Uwe Schareck, Uta Reitz (WDR)[3]

Literatur

  • Johann Wilhelm Wolf: Deutsche Hausmärchen. Contumax, Berlin 2017, ISBN 978-3-7437-2179-1, S. 51–56.
  • Paul Zaunert: Deutsche Märchen seit Grimm. Diederichs, Jena 1919, S. 25–29 (= Die Märchen der Weltliteratur Nr. 5).
  • Paul Zaunert, Elfriede Moser-Rath: Deutsche Märchen seit Grimm. Diederichs, Düsseldorf / Köln 1964, S. 27–31, 346.

Einzelnachweise

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