Der hungrige Wolf
usbekisches Tiermärchen (AaTh 122: Wolf verliert seine Beute + 47 E: Esels Urkunde)
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Der hungrige Wolf (Oč bŭri) ist ein usbekisches Tiermärchen (AaTh 122: Wolf verliert seine Beute + 47 E: Esels Urkunde).[1]
Handlung
Ein Wolf fing einen Hahn, woraufhin ihm dieser vorschlug ihn mit Koriander und Zwiebeln zu verspeisen. Als er jedoch ging, um die Zutaten zu besorgen, flog der Hahn davon. Gleiches widerfuhr dem Wolf mit einem Lamm, das meinte, dass es mit Salz besser schmecke. Schließlich packte er ein Pferd am Maul und dieses erzählte ihm, dass auf seinen Hinterhufen ein ihn betreffendes Testament geschrieben steht. Als der Wolf dieses begutachten wollte, trat das Pferd ihn tot.[1]
Hintergrund
Das Märchen stammt aus B. Ojžamols Realistische Märchen (Taschkent 1969, S. 262–263) und erhielt in Ilse Laude-Cirtautas’ Die Märchen der Weltliteratur – Märchen der Usbeken (Köln 1984) den Titel Der hungrige Wolf. Aufgezeichnet wurde es 1953 von F. Abdullaev nach H. Bojčaev. Eine weitere usbekische Variante findet sich in dem Werk Usbekische Volksmärchen (Taschkent 1963, S. 71–72) von M. I. Afzalov, X. Rasulov, Z. Husanova u. a. Eine tuwinische Variante ist in Erika Taubes Tuwinische Volksmärchen (Berlin 1978, 23–24, 366) abgedruckt, wo es den Titel Das Paßgängerfohlen trägt.[2] Weitere Varianten finden sich auf Kirgisisch (D. Sulajmanov und Q. Ešmambetov: Kirgisische Volksmärchen, Frunse 1972, S. 16–18), Karakalpakisch (Karakalpakische Volksmärchen, Nukus 1977, II, S. 226–227), Türkmenisch (S. Xalmuhammedov: Türkmenische Volksmärchen, Aschchabad 1978–1980, I, S. 144–146) und Mongolisch (G. J. Ramstedt: Nordmongolische Volksdichtung, Helsinki 1974, II, Nr. 56). Nach Wolfram Eberhards und Pertev Naili Boratavs Typen türkischer Volksmärchen (Wiesbaden 1953) bekam es den Typ 13 zugeordnet.[1]
Literatur
- Erika Taube: Tuwinische Volksmärchen. Akademie-Verlag, Berlin 1978, S. 23–24, 366.
- Ilse Laude-Cirtautas (Hrsg. und Übers.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen der Usbeken. Eugen Diederichs Verlag, Köln 1984, S. 13–15, 250–251.