Der stille Amerikaner (Film)

Film von Phillip Noyce (2002) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der stille Amerikaner (Originaltitel The Quiet American) ist ein Thriller von Regisseur Phillip Noyce und erschien 2002. Es handelt sich um die zweite (und weitgehend werkgetreue) Verfilmung von Graham Greenes gleichnamigem Roman nach Vier Pfeifen Opium (1958). Der Film spielt im Vietnam der frühen 1950er Jahre. In den Hauptrollen zu sehen sind Michael Caine als britischer Journalist und Brendan Fraser als der namensgebende „stille Amerikaner“.

TitelDer stille Amerikaner
OriginaltitelThe Quiet American
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Der stille Amerikaner
Originaltitel The Quiet American
Produktionsland Deutschland, Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Frankreich
Originalsprache Englisch, Französisch, Vietnamesisch
Erscheinungsjahr 2002
Länge 101 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen
  • IMF Internationale Medien und Film (DE)
  • Intermedia Films (UK)
  • Saga (FR)
  • Mirage Enterprises (USA)
  • Pacifica Film (USA)
Stab
Regie Phillip Noyce
Drehbuch
Produktion
Musik Craig Armstrong
Kamera Christopher Doyle
Schnitt John Scott
Besetzung
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Handlung

Saigon, Vietnam, im Jahr 1952. Thomas Fowler arbeitet als Berichterstatter für die London Times. Er hat eine junge Geliebte, Phuong.

Fowler freundet sich mit dem US-Amerikaner Alden Pyle an, der angeblich für wohltätige medizinische Zwecke in der US-Botschaft arbeitet. Als sich Pyle in Phuong verliebt, entstehen erste Spannungen. Schließlich geraten die Männer auch über ihre politischen Ansichten in Konflikt. Fowler ist der Meinung, dass die Vietnamesen in erster Linie in Frieden leben und genug Reis haben wollen. Pyle dagegen möchte den Kommunismus eindämmen und aus Vietnam ein demokratisches Land machen. Als in Saigon mehrere Bomben detonieren, findet Fowler heraus, dass Pyles medizinisches Engagement nur eine Tarnung ist. Tatsächlich ist der Amerikaner ein Agent des US-amerikanischen Geheimdienstes CIA und hat geholfen, den Sprengstoff für die Anschläge ins Land zu bringen. Fowler ist entsetzt und verrät Pyle daraufhin an die kommunistische Untergrundbewegung. Er wirkt sogar mittelbar an dessen Ermordung mit, womit er gleichzeitig seinen Konkurrenten um Phuong loswird, die ihn mittlerweile wegen Pyle verlassen hatte.

Entstehung und Veröffentlichung

Der stille Amerikaner entstand Anfang 2001 als internationale Koproduktion „on location“ in Vietnam und Australien. Seine Premiere wurde aber aufgrund der Terroranschläge am 11. September 2001 verschoben[3] und fand schließlich am 6. September 2002 auf dem Toronto International Film Festival statt. Der deutsche Kinostart folgte am 22. Mai 2003.[4] Kommerziell stellte sich für den Filmverleih Miramax kein großer Erfolg ein. Gegenüber einem geschätzten Budget von 30 Mio. US-Dollar spielte er weltweit nur rund 28 Mio. US-Dollar ein, davon 13 Mio. US-Dollar in Nordamerika.[5] Inflationsbereinigt entspricht dies inzwischen Gesamteinnahmen von etwa 49 Mio. US-Dollar.

Rezeption

Weitere Informationen Quelle, Bewertung ...
Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 87 %[6]
Metacritic (Metascore) 84/100[7]
Prädikat der FBW besonders wertvoll[8]
AllMovie SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[3]
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Der stille Amerikaner erhielt überwiegend gute bis sehr gute, teilweise begeisterte Kritiken, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils wohlwollende Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein.[6] Metacritic ermittelt aus den vorliegenden Bewertungen „Einhelliges Lob“.[7]

Kenneth Turan schrieb in der Los Angeles Times, dass Michael Caine eine der besten Leistungen seiner Karriere liefere. Der Thriller sei „elegant“ und „kontemplativ“.[9] Peter Travers lobte im Rolling Stone die Darstellung von Michael Caine und die Regie von Phillip Noyce.[10]

„Kongeniale, hervorragend gespielte Verfilmung des Graham-Greene-Bestsellers vor dem Hintergrund des Vietnam der frühen 1950er-Jahre, dem Ende der französischen Kolonialzeit und der ersten, hinter humanitären Hilfsaktionen versteckten Einmischung der USA in die Politik des Fernen Ostens […] Die Mischung aus Reportage, introspektivem Humanismus und ironischer Distanz trifft exakt den Ton der Vorlage und spiegelt überzeugend die Erschütterung des abgebrühten Journalisten angesichts der Folgen fehlgeleiteter politischer Einmischung.“

Der Spiegel zog Parallelen zwischen der zeitlich einige Jahre vor dem Vietnamkrieg angesiedelten Handlung und dem zur Zeit des Filmstarts kurz bevorstehenden Einmarsch der USA in den Irak:[11]

„Denn in The Quiet American geht es nicht nur um das Liebeswerben in einer Dreierbeziehung. Greenes Roman ist eine Parabel auf die Verstrickung von fehlgeleitetem Idealismus mit Terrorismus, auf die Konfrontation zwischen amerikanischem Sendungsbewusstsein und europäischer Melancholie. […] Es ist die Ahnung des Horrors, der Vietnam mit der späteren massiven Intervention Amerikas erst noch bevorstand, die Graham Greenes Text so beklemmend macht. Und die dem Film zudem eine höchst aktuelle politische Dimension verleiht: die Gefahr des Hineinschlitterns in einen Krieg, der für eine selbst mit Hightech-Waffen hochgerüstete Supermacht nicht zu gewinnen ist. 58 000 GIs starben in diesem Konflikt und mehr als drei Millionen Vietnamesen.“

Michael Caine erhielt für seine schauspielerische Leistung Nominierungen für den Oscar, den Golden Globe Award und den BAFTA Award. Er gewann 2002 den San Francisco Film Critics Circle Award und 2003 den London Critics Circle Film Award, den Golden Kinnaree Award sowie den Golden Satellite Award. Regisseur Phillip Noyce gewann 2002 den National Board of Review Award und den San Francisco Film Critics Circle Award sowie 2003 den London Critics Circle Film Award. Er wurde 2003 für den Golden Satellite Award nominiert. Der Film gewann 2003 den Political Film Society Award für Frieden.

Einzelnachweise

Literatur

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