Weißflügelflughund

Art der Gattung Eigentliche Flughunde (Pteropus) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Weißflügelflughund (Desmalopex leucopterus) ist ein mit mehreren disjunkten Populationen auf den Philippinen verbreitetes Fledertier in der Familie der Flughunde. Der genaue Fundort des Typusexemplars auf der Inselgruppe ist nicht übermittelt.[1] Die Art wurde längere Zeit in die Gattung Pteropus eingeordnet, obwohl Gerrit Smith Miller 1907 die Gattung Desmalopex für diesen Flughund einführte. Nachdem 2008 der Mindoro-Weißflügelflughund (Desmalopex microleucopterus) beschrieben wurde, ist der Gattungsname Desmalopex etabliert.[2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Weißflügelflughund

Weißflügelflughund (Desmalopex leucopterus)

Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Unterfamilie: Pteropodinae
Tribus: Pteralopini
Gattung: Desmalopex
Art: Weißflügelflughund
Wissenschaftlicher Name
Desmalopex leucopterus
Temminck, 1853
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Verbreitung
Verbreitungsgebiet des Weißflügelflughundes in hellblau

Merkmale

Im Gegensatz zum deutschen Namen sind die Flügel nicht vollkommen weiß, sondern braun mit mehr oder weniger großen weißen Flecken. Größere weiße Bereiche liegen an den Kanten. Die Schwanzflughaut ist an der Stelle, an der sich der Schwanz befinden müsste, sehr schmal. Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 185 bis 240 mm, mit 135 bis 145 mm langen Unterarmen und mit einem Gewicht von 250 bis 375 g ist die schwanzlose Art größer als der andere Gattungsvertreter. Es sind 44 bis 46 mm lange Hinterfüße und 26 bis 28 mm lange Ohren vorhanden. Der Kopf ähnelt dem eines Fuchses und die Schnauze ist an der Spitze fast nackt, während andere Teile des Kopfes hellbraune bis weiße Haare tragen. Dieser Flughund hat Augen mit brauner bis orangebrauner Regenbogenhaut. Die Farbe des weichen Fells der Ober- und Unterseite ist hellbraun. Ein Mantel mit längeren Haaren um die Schultern ist undeutlich ausgebildet. Manchmal haben dieser und das Haupt gelbe Schattierungen. Am Schädel ist ein flacher Scheitelkamm vorhanden. Das sehr kräftige Gebiss hat die Zahnformel I 2/2, C 1/1, P 3/3, M 2/3, was 34 Zähne ergibt. Im Oberkiefer sind die Schneidezähne recht groß und die Eckzähne sind nach hinten gebogen. Verschiedene Molaren haben flache Spitzen an den Kronen. Der diploide Chromosomensatz besteht aus 38 Chromosomen (2n=38).[2]

Verbreitung und Lebensweise

Dieser Flughund lebt auf Luzon und auf kleineren Inseln der zentralen Philippinen. Die Population auf Dinagat stellt möglicherweise eine noch nicht beschriebene weitere Art der Gattung dar.[2] Das Tier lebt im Flachland und in Gebirgen bis 1200 Meter Höhe. Es bewohnt Wälder mit Flügelfruchtgewächsen und fliegt gelegentlich über Grasflächen mit Baumgruppen. Gebiete mit Forstwirtschaft werden ebenfalls besucht. Einige Wälder liegen zwischen Kalksteinklippen.[3]

Der nachtaktive Weißflügelflughund ruht am Tage einzeln oder in Gruppen in Baumkronen. Es können gemischte Gruppen mit anderen Flughunden vorkommen. Laut wenigen Studien finden jahreszeitlich Wanderungen statt. Weibchen haben pro Jahr ein Neugeborenes, in Gefangenschaft selten zwei. Ein Exemplar trug sein Jungtier im Juni mit sich.[3] Die Nahrung besteht aus unspezifizierten Früchten.[2]

Gefährdung

Vor allem in tiefen Lagen stellen Waldrodungen zur Holzgewinnung oder zur Etablierung von Ackerland eine Bedrohung dar. Im Flachland der Philippinen gab es um 2010 etwa 2 Prozent ursprüngliche Wälder und 6 Prozent veränderte Wälder. Von diesen gingen etwa 8 Prozent bis 2020 verloren. Weiterhin wirken sich Jagd zur Fleischgewinnung und Störungen an den Ruheplätzen negativ aus. Eine Populationsabnahme von 30 bis 35 Prozent in der 24 Jahren vor 2020 wird vermutet. Deshalb wird der Weißflügelflughund von der IUCN als gefährdet (vulnerable) gelistet.[3]

Commons: Weißflügelflughund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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