Polizeirevier 21

Film von William Wyler (1951) From Wikipedia, the free encyclopedia

Polizeirevier 21 (englisch Detective Story Detektivgeschichte) ist ein US-amerikanischer Film noir des Regisseurs William Wyler nach einem Bühnenstück von Sidney Kingsley. Der Film berichtet von einem Tag in einem New Yorker Polizeirevier. Die Premiere fand am 24. Oktober 1951 statt.

TitelPolizeirevier 21
OriginaltitelDetective Story
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Polizeirevier 21
Originaltitel Detective Story
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1951
Länge 105 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Paramount Pictures
Stab
Regie William Wyler
Drehbuch
Produktion William Wyler
Kamera Lee Garmes
Schnitt Robert Swink
Besetzung
Synchronisation
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Handlung

Die Handlung spielt innerhalb eines Tages im New Yorker Polizeirevier 21. Polizist Jim McLeod hasst alles, was gegen das Gesetz verstößt, und er ist auch nicht zimperlich im Umgang mit Verdächtigen oder wichtigen Zeugen. An diesem Tag bekommt er es mit einer sensiblen Ladendiebin zu tun. Gleichzeitig bearbeitet er den Fall des jungen Arthur Kindred, der seinem Chef Geld gestohlen haben soll. Und er muss einen Einbruch aufklären, mit dem der etwas irre wirkende Italiener Gennini in Verbindung gebracht wird.

Vor allem aber verfolgt McLeod den Arzt Dr. Schneider, den er seit über einem Jahr verdächtigt, illegale Abtreibungen zu vollziehen. McLeod hat Indizien, dass dabei bereits Mütter und Babys gestorben sind, aber ihm fehlt ein stichhaltiger Beweis. Eine mögliche Zeugin will Schneider nie gesehen haben, und eine Mutter verstirbt im Krankenhaus an den Folgen einer schief gelaufenen Abtreibung, bevor sie gegen Schneider aussagen könnte. McLeod wird schließlich gegen den Arzt handgreiflich, obwohl ihn zuvor sein Vorgesetzter Lt. Monaghan genau vor einem solchen Verhalten gewarnt hatte. Der verletzte Dr. Schneider und sein Anwalt Sims beschuldigen McLeod der persönlichen Rache und drohen mit einer Klage, seine Zukunft als Polizist steht auf dem Spiel.

Monaghan beschäftigt sich daraufhin mit dem Fall Schneider. Aufgrund einer Andeutung von Schneiders Anwalt stellt er Nachforschungen über McLeods Frau Mary an. In Gesprächen mit Mary und ihrem damaligen Geliebten Tami findet Monaghan heraus, dass Mary vor rund zehn Jahren – lange bevor sie McLeod kannte – eine Abtreibung bei Dr. Schneider vornehmen ließ. Diese Abtreibung ist offenbar auch der Grund dafür, dass die McLeods trotz jahrelangem Kinderwunsch bislang keine Schwangerschaft vermelden können. Als McLeod von dem Ergebnis der Untersuchung erfährt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Er wendet sich von seiner Frau ab. Zugleich zeigt diese Reaktion Monaghan, dass McLeod bislang noch nichts von der Verbindung seiner Frau zu Schneider wusste, seine harte Haltung gegen Schneider also nicht dadurch motiviert ist.

Im Fall vom jungen Arthur stellt sich heraus, dass er das Geld von seinem Chef stahl, um seine anspruchsvolle Freundin zu beeindrucken. Die jüngere Schwester der Freundin, Susan Carmichael, versucht ein gutes Wort für Arthur einzulegen, auch weil sie insgeheim selbst in ihn verliebt ist. Obwohl Arthurs Chef Verständnis zeigt und die Anklage bei einer Rückzahlung fallen lassen will, weigert sich McLeod, den reumütigen Arthur freizulassen, mit der Begründung, dass Nachsicht bei einer ersten Tat nur zu weiteren Straftaten führe. McLeod ist nicht bereit, zwischen einem Ersttäter wie Arthur Kindred und einem gefährlichen Wiederholungstäter wie Gennini zu unterscheiden. Bei Gennini stellt sich nämlich inzwischen heraus, dass dieser in reihenweise schwere Diebstähle und sogar einen Raubmord verwickelt ist.

McLeods Kollegen wie der befreundete Lou Brody reden ihm zu, dass er sich mit Mary versöhnen soll. Tatsächlich scheint dies nach einem ersten Gespräch zwischen dem Ehepaar möglich. Doch dann deutet Schneiders Anwalt gegenüber McLeod an, dass seine Frau möglicherweise noch weiterer Liebhaber hatte. Daraufhin wirft McLeod ihr wieder allerlei Vorwürfe an den Kopf. Mary kritisiert ihn als grausam und verlässt ihn endgültig. McLeod, der sich immer als Verkörperung des Guten verstand, muss erkennen, dass er beruflich wie privat mit unnachgiebiger Härte aufgetreten ist. Er ist dabei so geworden wie sein Vater, den er stets verabscheut hat.

Wenig später nutzt Gennini eine Ablenkung, um einen Beamten den Revolver zu stehlen. Als der lebensmüde wirkende McLeod den bewaffneten Verbrecher Gennini offensiv angeht, erschießt dieser ihn. Vor seinem Tod weist McLeod seine Kollegen an, Kindred freizulassen, und dass sie seiner Frau sagen sollen, er bitte um Vergebung. Zuletzt gibt der Polizeireporter Feinson durch, dass McLeod „im Dienst“ erschossen worden ist.

Hintergrund

Das Bühnenstück, auf dem der Film basiert, wurde zwischen März 1949 und August 1950 insgesamt 581 Mal am Broadway aufgeführt. Die Rolle des Detective McLeod spielte Ralph Bellamy, Maureen Stapleton stellte seine Frau dar. Im Film übernahmen Joseph Wiseman, Horace McMahon, Michael Strong und Lee Grant ihre Bühnenrollen. Für Grant war es das Leinwand-Debüt. Der Film spielt ausschließlich in einem Polizeirevier, Außenaufnahmen gibt es nicht. Dafür ließ Regisseur Wyler das Bühnenbild des Broadway-Stücks im Studio genau nachbauen.

Der Co-Autor des Drehbuchs, Robert Wyler, war der ältere Bruder von William Wyler. Für die Kostüme war die mehrfach mit dem Oscar prämierte Edith Head verantwortlich.

Rezeption

Weitere Informationen Quelle, Bewertung ...
Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 71 %[1]
Metacritic (Metascore) 78/100[2]
AllMovie SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[3]
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Polizeirevier 21 erhielt ein gutes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes überwiegend positive Besprechungen und ordnet den Film damit als „Frisch“ ein.[1] Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Grundsätzlich Wohlwollend“ aus.[2]

„eindrucksvolle Verfilmung eines Broadwaystücks […] Hervorragend gespielt“

„Dramatische Story um einen übereifrig-engstirnigen Polizisten, der auf schmerzliche Weise feststellen muss, dass nicht alle Verbrecher ‚Untermenschen‘ sind – eine Paraderolle für Kirk Douglas. Das Geschehen konzentriert sich nur auf wenige Stunden und verlässt nie das Innere der Polizeiwache – daraus entsteht eine Atmosphäre der Klaustrophobie, die die Spannung ins Unerträgliche steigert.“

Dirk Jasper[5]

Bei der Oscar-Verleihung 1952 war der Film in den Kategorien Beste Regie (William Wyler), Bestes adaptiertes Drehbuch (Philip Yordan, Robert Wyler), Beste Hauptdarstellerin (Eleanor Parker) und Beste Nebendarstellerin (Lee Grant) für den Oscar nominiert. Der Film war zudem für den Golden Globe in den Kategorien Bester Film – Drama, Bester Hauptdarsteller – Drama (Kirk Douglas) und Beste Nebendarstellerin (Lee Grant) nominiert, ging hier jedoch ebenfalls am Ende leer aus.

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes erhielt Lee Grant 1952 einen Preis als Beste Darstellerin.

Synchronisation

Weitere Informationen Rolle, Darsteller ...
Rolle Darsteller Synchronsprecher[6]
Detective James „Jim“ McLeod Kirk Douglas René Deltgen
Mary McLeod Eleanor Parker Tilly Lauenstein
Detective Lou Brody William Bendix Walther Suessenguth
Dr. Karl Schneider George Macready Curt Ackermann
Charly Gennini Joseph Wiseman Friedrich Joloff
Arthur Kindred Craig Hill Herbert Stass
Tami Giacoppetti Gerald Mohr Erich Fiedler
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Weitere Verfilmungen

Einzelnachweise

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