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Erni Mangold

österreichische Schauspielerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Erni Mangold (* 26. Jänner 1927 in Großweikersdorf, Niederösterreich, Österreich, eigentlich Erna Goldmann; auch: Erna Mangold, Ernestine Goldmann[1]; † 5. September 2026 in Wien[2]) war eine österreichische Schauspielerin und Regisseurin.

Erni Mangold (2015)

Leben

Herkunft und Ausbildung

Erni Mangold, als Erna Goldmann im Gasthaus der Großeltern geboren,[1] entstammt einer Künstlerfamilie. Der Vater war der Bad Ischler Heinrich Goldmann, Lehrer und Schuldirektor von Beruf und Kunstmaler aus Leidenschaft. Die Mutter war die Tochter eines reichen Bauern und 17 Jahre jünger als ihr Mann.[3] Der Familie zuliebe verzichtete die Mutter auf eine mögliche Karriere als Konzertpianistin und gab Erni vom vierten bis zum vierzehnten Lebensjahr Klavierunterricht. Mangold ist als schlagfertig bekannt, was daran liege, dass sie im Wirtshaus ihrer Großeltern in Ernis Geburtsort Großweikersdorf „als Wildfang aufgewachsen ist“.[4] 1938 übersiedelte die Familie nach Wien.[5][6]

Dass sie schon mit 15 Jahren neben dem Gymnasium die Schauspielschule Krauss besuchte, war laut Mangold, wie sie 2017 in Radio Österreich 1 darstellte, die Idee ihres Vaters. Dieser wollte, dass seine Tochter Künstlerin wird, wenn schon nicht in der Musik, dann zumindest im Schauspiel, „nicht zuletzt der schönen Sprache wegen“.[6]

Künstlerische Karriere

Mangold debütierte nach ihrer Schauspielausbildung am Wiener Renaissancetheater. Bei den Salzburger Festspielen 1944 sollte sie in einer kleinen Rolle im Lumpacivagabundus von Johann Nestroy spielen, aufgrund des Krieges wurden jedoch alle Vorstellungen abgesagt. 1945 nahm sie an der Universität Wien das Studium der Philosophie auf, beendete dieses aber bald zugunsten der Schauspielerei.[5]

Von 1946 bis 1956 war Mangold am Wiener Theater in der Josefstadt engagiert, der Zeitpunkt, zu dem sie ihren Künstlernamen Erni Mangold annahm. 1955 ging sie nach Hamburg, wo sie bis 1963 unter Gustaf Gründgens am Deutschen Schauspielhaus und anschließend bis 1965 unter Karl-Heinz Stroux am Düsseldorfer Schauspielhaus spielte. Bis 1972 hatte sie weitere Engagements in Wien und Deutschland.[5]

Anschließend nahm Mangold Lehrtätigkeiten auf: 1972 am Salzburger Mozarteum und 1972–1974 an der Schauspielschule Krauss (an der sie selbst gelernt hatte) sowie am Max Reinhardt Seminar (wo sie sich bereits zur Ausbildung 15-jährig beworben hatte[4]). Ab 1974 lehrte sie bis 1995 an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst, ab 1984 als ordentliche Hochschulprofessorin.[5]

Erni Mangold im Bühnenkostüm für Kalender Girls (2016)

Neben ihrer Lehrtätigkeit trat Erni Mangold als Bühnen-, Film- und Fernsehschauspielerin auf, etwa im Schauspielhaus Wien, im Wiener Volkstheater und im Theater in der Josefstadt.

Mangold war in ihrer über sieben Jahrzehnte lang andauernden Karriere von 1948 bis 2020 in rund 150 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen.[7][8][9] Am bekanntesten war ihre Rolle als Geliebte des Sehers in dem Film Hanussen von O. W. Fischer. Sie wirkte auch in zahlreichen Serien mit, wie beispielsweise in drei Folgen der Krimiserie Kottan ermittelt und in einigen Tatort-Episoden, unter anderem im Tatort: Familiensache (2007).[9][10]

Im Jänner 2017 gab sie bekannt, mit der Produktion Harold und Maude an den Wiener Kammerspielen ihren Abschied von der Bühne nehmen zu wollen. Im Dezember 2017 fand die letzte Vorstellung statt.[11]

Privat

Von 1958 bis 1978 war Erni Mangold mit dem Schauspieler Heinz Reincke verheiratet, den sie während ihres Engagements in Hamburg ab 1955 kennenlernte.[4][5] Mangold blieb kinderlos.[3]

Ab Anfang der 1990er Jahre lebte Mangold in St. Leonhard am Hornerwald in einem im 18. Jahrhundert erbauten Haus, das sie 1984 erworben hatte. Es liegt am Ende einer Sackgasse, die von der Gemeinde zu Mangolds 80. Geburtstag in „Prof.-Erni-Mangold-Weg“ benannt wurde.[12] Dazu ließ sie in ihrer Autobiographie Lassen Sie mich in Ruhe aufschreiben: „Ich bin stolz auf meine Auszeichnungen, aber das war für mich das schönste Geschenk. Einen eigenen Straßennamen kriegt man ja für gewöhnlich nur posthum.“[13]

Filmografie (Auswahl)

Filme

Fernsehserien

Hörspiele

  • 1982: Eugène Ionesco: Delirium zu Zweit – auf unbegrenzte Zeit. Regie: Ferry Bauer (Hörspielbearbeitung – ORF Oberösterreich)
  • 1984: Otto Brusatti: Die letzten Stunden der Menschheit. Regie: Otto Brusatti (ORF/WDR)
  • 2015: David Zane Mairowitz: Hornissengedächtnis. Regie: David Zane Mairowitz (SRF/ORF)

Auszeichnungen

Werke

  • Erni Mangold: Lassen Sie mich in Ruhe. Erinnerungen. Aufgezeichnet von Doris Priesching. Mit 80 Abb. und Verz. der Theater-, Film- und Fernsehrollen sowie der Regiearbeiten und Auszeichnungen. Amalthea, Wien 2011, ISBN 978-3-85002-766-3.
    • Erni Mangold: Lassen Sie mich in Ruhe. Erinnerungen. Aufgezeichnet von Doris Priesching. Zum 90. Geburtstag ergänzte Neuausgabe. Amalthea, Wien 2016, ISBN 978-3-99050-063-7 (Leseprobe (PDF; 905 KB) auf e-bookshelf.de).
  • Erni Mangold: Sagen Sie, was Sie denken. Mein Leben in Bildern. Autobiografie und Bildband. Aufgeschrieben von Doris Priesching. Molden, Wien/Graz 2021, ISBN 978-3-222-15078-4.

Literatur

  • Christine Dobretsberger: Was ich liebe, gibt mir Kraft. Bühnenstars aus Oper und Theater erzählen. Interviews. Styria Premium, Wien/Graz/Klagenfurt 2015, ISBN 978-3-222-13517-0, S. 68–81: Erni Mangold: „Einsam fühle ich mich nie“.
Commons: Erni Mangold – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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