Deutsche Energy Terminal

staatliches Betreiberunternehmen von Flüssigerdgasterminals From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Deutsche Energy Terminal (DET) ist ein bundeseigenes Unternehmen für den Betrieb von Flüssigerdgasterminals (LNG-Terminals) in Deutschland. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Düsseldorf. Die Beteiligungsführung liegt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE).

Schnelle Fakten
Deutsche Energy Terminal GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 16. Januar 2023
Sitz Düsseldorf, Deutschland
Leitung Peter Röttgen (Geschäftsführer)
Umsatz 193,9 Mio. (2024)[1]
Branche Energiewirtschaft
Website energy-terminal.de
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Die DET betreibt im Auftrag des Bundes schwimmende LNG-Terminals (FSRU: Floating Storage and Regasification Unit, siehe Flüssigerdgasterminal) in Brunsbüttel und Wilhelmshaven. Ein weiteres FSRU-Terminal in Stade befindet sich im Aufbau.

Geschichte

Am 27. Februar 2022, drei Tage nach Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine, kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz in seiner Zeitenwende-Rede den schnellen Bau von LNG-Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel an.[2][3]

Als gesetzliche Grundlage dieser und weiterer Terminals beschloss der Bundestag am 19. Mai 2022 das LNG-Beschleunigungsgesetz.[4]

Zum Aufbau und Betrieb der schwimmenden LNG-Terminals gründete der Bund die Deutsche Energy Terminal GmbH (DET), die am 16. Januar 2023 ihren Geschäftsbetrieb aufnahm.[5]

Betriebliche Aufgaben und Finanzierung

Die Deutsche Energy Terminal ist als bundeseigene Betreibergesellschaft für die staatlich angemieteten schwimmenden LNG-Importterminals (Floating Storage and Regasification Units, FSRU) verantwortlich.[5]

Sie hält die Charterverträge für die FSRUs und verantwortet den technischen und kommerziellen Betrieb der Terminals, einschließlich der Annahme von verflüssigtem Erdgas (LNG), dessen Regasifizierung an Bord der Schiffe und der Einspeisung in das Gasfernleitungsnetz. Außerdem koordiniert sie die Errichtung der landseitigen Anbindung, insbesondere der Liegeplätze.[6]

Die Regasifizierungsschiffe sind von der DET für fünf bis zehn Jahre gechartert.[7][8] Entsprechende Mittel sind im Bundeshaushalt hinterlegt. Nach Angaben der Bundesregierung können die FSRUs als LNG-Tanker eingesetzt werden oder für den Einsatz als FSRUs weiterverchartert werden, sollten sie in Deutschland nicht mehr gebraucht werden.[9]

Der DET fallen die Einnahmen aus der Vermarktung der Regasifizierungskapazitäten zu, die nach Abzug der Kosten zurück in den Bundeshaushalt fließen.[10][6]

2024 genehmigte die Europäische Kommission eine staatliche Förderung in Höhe von rund vier Milliarden Euro, um erwartete Verluste aus dem Betrieb der schwimmenden Terminals bis zum Ende ihrer Charterverträge auszugleichen.[11]

FSRU-Terminals

Wilhelmshaven

Wilhelmshaven 1

Das erste schwimmende LNG-Terminal Deutschlands ging am 15. Dezember 2022 mit der FSRU Höegh Esperanza in Betrieb.[12] Baubeginn für das Projekt war im Mai desselben Jahres.[13] Das Terminal wurde zunächst von Uniper im Auftrag der Bundesregierung realisiert. Mit Aufnahme des kommerziellen Betriebs ging die Betreiberschaft am 15. Januar 2023 auf die DET über.[14]

Wilhelmshaven 2

Am 21. Februar 2023 beantragte die FSRU Wilhelmshaven GmbH, eine Kooperation des belgischen Unternehmens TES (Tree Energy Solutions) und Engie Deutschland den Bau des LNG-Terminals Wilhelmshaven 2.[15][16] Seit 2024 wurde das Projekt von der DET als zukünftigem Betreiber gemeinsam mit TES und Engie gesteuert. Das Regasifizierungsschiff Excelsior machte im April 2025 am neu errichteten Inselanleger fest und wurde am 26. Mai an das Gasleitungsnetz angeschlossen.[17]

Brunsbüttel

Am LNG-Terminal Brunsbüttel im Elbehafen liegt seit Januar 2023 die Floating Storage and Regasification Unit (FSRU) Höegh Gannet. Das Projekt wurde seit Mai 2022 im Auftrag der Bundesregierung unter Federführung von RWE realisiert. Anfang 2023 erreichte die Höegh Gannet den Elbehafen und wurde wenige Wochen später in Betrieb genommen.[18] Die DET übernahm die errichtete LNG-Infrastruktur zum 1. Januar 2024.[19]

Stade

Am Standort Stade lag seit Frühjahr 2024 das Terminalschiff FSRU Energos Force vor Anker, konnte zunächst jedoch nicht für den Flüssigerdgasimport genutzt werden. Die Inbetriebnahme wurde mehrfach verschoben, weil die landseitige Terminalinfrastruktur nicht bereit war.[20] Nach Vertragsstreitigkeiten zwischen der DET und dem bisherigen Baupartner Hanseatic Energy Hub (HEH) einigten sich die Parteien im November 2025 darauf, dass die DET die Fertigstellung der Suprastruktur selbst übernimmt. Das Terminal solle frühestens im zweiten Quartal 2026 in Betrieb gehen.[21]

Einzelnachweise

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