Wikiwand AI

Deutsche Gesellschaft für Ästhetik

wissenschaftliche Gesellschaft im Bereich der Studien zur Ästhetik From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetik (DGÄ) ist eine wissenschaftliche Gesellschaft im Bereich der Studien zur Ästhetik. Ziel der Gesellschaft ist laut der Fachzeitschrift Information Philosophie „die Förderung und Koordination der Ästhetik im deutschsprachigen Raum“.[1] Die Gesellschaft umfasst rund 700 Forschende und Hochschullehrende.[2]

Geschichte und Aufgaben

Die Gesellschaft ist 1993 auf Initiative von Karlheinz Lüdeking, Birgit Recki und Lambert Wiesing hin gegründet worden.[3] Sie vernetzt wissenschaftlich Tätige auf dem Gebiet der Ästhetik und Kunstphilosophie, veranstaltet Workshops und Tagungen und publiziert die Beiträge in den Kongressakten. Alle drei Jahre wird der „renommierte Ästhetik-Kongress“ (Frankfurter Rundschau)[4] an wechselnden Standorten im deutschsprachigen Raum ausgetragen. Auf den Kongressen werden zwischen 80[5] und 180[6] Vorträge in Parallelsektionen und Plenarsitzungen gehalten.

Die Gesellschaft ist laut eigener Aussage „keiner bestimmten ästhetischen Tradition oder philosophischen Richtung verpflichtet, sondern versucht, Ästhetik in ihrer ganzen, in die Kunst-, Medien- und Kulturwissenschaften ausgreifenden Weite zu behandeln und zu förden“.[7]

Kooperationen

Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetik kooperiert international mit der International Association for Aesthetics (IAA) und der European Society for Aesthetics (ESA) sowie mit diversen nationalen Fachgesellschaften. Als Fachgesellschaft ist sie Mitglied des Dachverbands für Philosophie, der Deutschen Gesellschaft für Philosophie (DGPhil).

Medienresonanz

Der Gründungskongress der Deutsche Gesellschaft für Ästhetik 1993 in Münster wurde von Rüdiger Zill in der taz als Versuch in der wissenschaftlichen Ästhetik begrüßt, „auch hierzulande den institutionellen Standard zu erreichen, der andernorts längst üblich ist“.[3] Zill betonte hierbei besonders die Rolle des wissenschaftlichen Nachwuchses bei der Gründung. Zum 25. Jubiläum der Fachgesellschaft ordnet Kolja Reichert in der FAZ den X. Kongress 2018 in Offenbach als „das Schaulaufen der deutschsprachigen Kunstphilosophie“[8] ein, bei dem „mit gut 150 Vorträgen rund 150 Neuanfänge“[8] gewagt worden seien. Er beurteilt den Kongress als „umfassende[n] Bestandsaufnahme der Kunstphilosophie, in der sich alle Spannungen und Drifteffekte der Gegenwart niederschlagen“ würden.[8]

Anlässlich des XII. Kongresses in Freiburg (CH) führt David Unternährer in den Freiburger Nachrichten ein Interview mit Emmanuel Alloa unter dem Titel „Kunstphilosophie als Verständnishilfe für eine immer komplexere Welt“[9], in dem sich Alloa auch zur propädeutischen Aufgabe der Ästhetik in der Gegenwart äußert: „Unsere Welt ist komplexer denn je, und wir brauchen eine gute Beobachtungsgabe und ein präzises sprachliches Instrumentarium, um sie begreifen zu können.“[9] In einem weiteren Gespräch, das der Journalist Lovis Noah Cassis anlässlich des XII. Kongresses Medien der Künste/Künste der Medien mit dem Präsidenten Emmanuel Alloa über die Rolle der DGÄ und der Ästhetik allgemein führte, verteidigte Alloa die kritische Rolle der Ästhetik für die Gesellschaft: „[D]ie philosophische Ästhetik [hat] ein feingliedriges Handwerkszeug anzubieten, damit wir anstelle von passiven Rezipienten zu kritischen Zeitgenoss_innen werden, die diese neuen audiovisuellen und multisensoriell organisierten Erfahrungswelten verstehen und eigenmächtig mitgestalten können.“[10]

Kongresse

Präsidenten und Präsidentinnen

Publikationen

Kongressakten

  • (Gründungskongress 1993) Recki, Birgit u. Wiesing, Lambert (Hrsg.) (1997), Bild und Reflexion: Paradigmen und Perspektiven gegenwärtiger Ästhetik, München: Fink. (Digitalisat)
  • (2. Kongress 1994) Zimmermann, Jörg; Darsow, Götz-Lothar u. Saenger, Uta (Hrsg.) (1996), Ästhetik und Naturerfahrung, Stuttgart-Bad Cannstatt: frommann-holzboog. (= exempla aesthetica 1)
  • (5. Kongress 2002) Franke, Ursula; Früchtl, Josef (Hrsg.) (2003), Kunst und Demokratie. Positionen zu Beginn des 21. Jahrhunderts, Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft, Sonderhefte, Bd. 3.
  • (6. Kongress 2005) Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft 52(2), 2007.

Kongressakten. Neue Reihe

  • (7. Kongress 2008) Kongress-Akten Band 1: Ästhetik und Alltagserfahrung, hrsg. v. Lambert Wiesing (ISSN 2192-7871) (Online)
  • (8. Kongress 2011) Kongress-Akten Band 2: Experimentelle Ästhetik, hrsg. v. Ludger Schwarte (ISSN 2192-7871) (Online)
  • (9. Kongress 2015) Kongress-Akten Band 3: Techne – poiesis – aisthesis, hrsg. v. Birgit Recki (ISSN 2192-7871) (Online)
  • (10. Kongress 2018) Kongress-Akten Band 4: Das ist Ästhetik, hrsg. v. Juliane Rebentisch (ISBN 978-3-945365-21-2) (Online)
  • (11. Kongress 2021: Die Beiträge zum pandemiebedingt virtuellen Kongress wurden bisher als Videoarchiv veröffentlicht.)

Weitere Publikationen

  • Materialien des Workshops des Vorstands und Beirats der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik 2017, Denken und Disziplin[21]
  • Die Gesellschaft ist mit der halbjährlich erscheinenden Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft verbunden, die als Forum für ästhetische Debatten in deutscher Sprache dient.

Nachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks