Deutsche Grundkarte
amtliche topographische Karte
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Deutsche Grundkarte (DGK, DGK 5) war ein amtliches topographisches Basiskartenwerk im Maßstab 1:5.000, von dem topographische Karten in kleineren Maßstäben abgeleitet wurden.

Das Kartenwerk entstand ab 1923 und wurde nach der Einführung des Amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystems (ALKIS) nicht mehr fortgeführt. Die Herstellung der Deutschen Grundkarte wurde nicht deutschlandweit abgeschlossen.
Vom Maßstab und Inhalt war das Kartenwerk eine Schnittstelle zwischen der Liegenschaftskarte in größeren Maßstäben und der topographischen Karte im Maßstab 1:25.000, dem Messtischblatt. Ein Blatt der Deutschen Grundkarte enthält ein 40 cm × 40 cm großes Kartenfeld, das einen 2 km × 2 km großen Ausschnitt der Erdoberfläche abbildet.
Geschichte
Der Beirat für das Vermessungswesen des Reichsamtes für Landesaufnahme empfahl 1923 die Herstellung einer topographischen Grundkarte 1:5.000. 1925 erfolgte die Herausgabe eines Musterblatts und der Zeichenvorschrift durch das Reichsamt für Landesaufnahme.[1] Das Gebiet des Deutschen Reichs wurde zum Zwecke der Grundkarte in rund 144.000 Kartenblätter eingeteilt. Die Herstellung erfolgte durch das Reichsamt für Landesaufnahme nur auf Bestellung, ansonsten stand die Herstellung auch Behörden unterer Verwaltungsebenen frei. Die offizielle Bezeichnung lautete bis 1936 Topographische Grundkarte des Deutschen Reiches 1:5000 neben der damals ebenfalls üblichen Bezeichnung (Reichs-)Wirtschaftskarte.[2] 1936 wurde die Bezeichnung Deutsche Grundkarte 1:5.000 eingeführt.[3]
Eine Vorstufe zum Aufbau des Kartenwerkes bildete die Katasterplankarte. Diese war eine Zusammenführung von Flurkarten im Maßstab und Blattschnitt der Deutschen Grundkarte. In Hamburg lag diese Katasterplankarte in den 1930er Jahren vor.[4] Bis 1945 entstand kein deutschlandweites flächendeckendes Kartenwerk.
Die weitere Herstellung der Deutschen Grundkarte wurde in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland nicht einheitlich verfolgt. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise lag sie im Jahr 2016 flächendeckend vor.[5] In Baden-Württemberg wurde sie nur für den Landesteil Baden hergestellt und ab 1997 nicht mehr fortgeführt.[6] In der DDR wurden ab 1966 topographische Karten im Maßstab 1:10.000 geführt.
Inhalt und Ausgaben
Die DGK enthält alle wesentlichen topographischen Objekte in lagerichtiger und grundrisstreuer Form. Im Unterschied zu topographischen Karten kleineren Maßstabes sind auch Grundstücksgrenzen dargestellt. Zudem werden Höhenlinien je nach Relief im Abstand von 0,5–5 m dargestellt. Für die Erstellung einer DGK wurden Flurkarten, andere großmaßstäbige Karten, photogrammetrische Auswertung und Feldvergleich herangezogen. Nach der Erstherstellung sollten die Bätter in regelmäßigem Turnus fortgeführt werden. In der DGK wird allgemein das Gauß-Krüger-Koordinatensystem verwendet, durch das auch der Blattschnitt bestimmt wird.
Es gab ein Musterblatt, das vom Arbeitskreis Topographie der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland herausgegeben wurde.[7] Die einzelnen Länder haben ergänzende Bestimmungen zum Musterblatt und Regelungen zum Verfahren der Herstellung und Fortführung erlassen.
Die DGK war in mehreren Varianten gebräuchlich:
- Normalausgabe (DGK 5 N): Grundriss und Höhenlinien,
- Grundriss (DGK 5 G): ohne Höhenlinien,
- Luftbildkarte (DGK 5 L), Orthofotos im Blattschnitt und mit Rahmen der DGK 5, ergänzt um Beschriftung,
- Bodenkarte (DGK 5 Bo).
Die Blätter wurden im Allgemeinen bei Bestellung einzeln vervielfältigt. Bei der Erst- oder Neuauflage konnten auch Drucke beantragt werden, wenn voraussichtlich ein ausreichender Bedarf bestand.
Bezeichnung der Blätter
Der Blattschnitt erfolgte nach geraden Gauß-Krüger-Koordinaten. Jedes Blatt wurde durch den Rechts- und Hochwert der linken unteren Ecke des Kartenfeldes und durch einen Namen bezeichnet. Der Blattname wurde von Orten, Bergen oder anderen abgebildeten Objekten abgeleitet. Er sollte das Blatt zutreffend bezeichnen und möglichst wenig Änderungen unterworfen sein (z. B.: 3530 Rechts 5796 Hoch, Barsinghausen; bei größeren Objekten auf mehreren Kartenblättern wurden Zusätze wie in Bous-West ergänzt).[7] Außerdem wurden die Blätter durch Angabe der Blattnummer der Topographischen Karte 1:25.000, in der das DGK-5-Blatt liegt, und einer laufenden Nummer innerhalb des Kartenblattes der TK25 bezeichnet (z. B. 7215.16).
Nachfolgeprodukte der DGK 5
Nach Einführung des Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssystes ALKIS wurde die DGK 5 durch andere Produkte ersetzt, die aus ALKIS abgeleitet werden. Zuvor war mit Einführung der digitalen Ableitung der Topographischen Karten aus ATKIS-Daten in den meisten Bundesländern die Fortführung eingestellt worden. In den neuen Bundesländern ist statt der DGK 5 die Topografische Karte 1:10.000 (TK 10) erhältlich.
| Bundesländer | Name des Produkts |
|---|---|
| Baden-Württemberg[8] | (Fortführung seit 1998 eingestellt) |
| Bayern[9] | Digitale Planungskarte 1:5.000 (DPK 5) |
| Berlin[10] | Karte von Berlin 1:5.000 (K5)[11] |
| Hamburg[12] | Digitale Karte von Hamburg 1:5.000 (DK 5) |
| neue Bundesländer | Topographische Karte 1:10.000 (TK 10) |
| Niedersachsen[13] | Amtliche Karte 1:5.000 (AK 5) |
| Nordrhein-Westfalen[14][15], Bremen[16] | Amtliche Basiskarte 1:5.000 (ABK) |
| Rheinland-Pfalz[17], Saarland[18], Schleswig-Holstein (aus ATKIS abgeleitet)[19] | Digitale Topographische Karte 1:5.000 (DTK 5) |
Siehe auch
Weblinks
- Topographisches Informationsmanagement (TIM-online) mit DGK 5 für NRW