Deutsche Kinder- und Jugendstiftung
gemeinnützige GmbH in Berlin für gute Aufwachsbedingungen und Bildungschancen junger Menschen
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Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) ist eine als gemeinnützig anerkannte GmbH mit Sitz in Berlin,[1] die sich für Bildungsgerechtigkeit und gute Aufwachsbedingungen junger Menschen in Deutschland einsetzt. Als operativ tätige Organisation entwickelt sie eigene Programme gemeinsam mit Partnern aus Bund, Ländern, Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die DKJS versteht sich als unabhängige, überkonfessionelle und parteipolitisch neutrale Institution.[2]
| Deutsche Kinder- und Jugendstiftung | |
|---|---|
| Rechtsform | gemeinnützige GmbH |
| Gründung | 1994 |
| Gründerin | Rita Süssmuth (†) |
| Sitz | Berlin |
| Schwerpunkt | Verbesserung der Lebenssituation und Chancen von Kindern und Jugendlichen in einem demokratischen Deutschland |
| Geschäftsführung | Anne Rolvering (Vorsitz), Frank Hinte |
| Umsatz | 30,8 Mio. Euro (2025) |
| Beschäftigte | 301 (2025) |
| Website | dkjs.de |
Geschichte
Die DKJS wurde 1994 auf Initiative der International Youth Foundation und der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth gegründet.[3] Süssmuth starb am 1. Februar 2026.[4] Der Wirkungskreis der DKJS erstreckte sich in den ersten Jahren hauptsächlich auf die neuen Bundesländer; heute ist die Stiftung bundesweit an elf Standorten tätig.[1]
Von 2002 bis 2021 wurde die DKJS von Heike Kahl als Vorsitzende der Geschäftsführung geleitet. Seit August 2021 führt Anne Rolvering die Geschäftsführung, gemeinsam mit Frank Hinte.[5]
Im Jahr 2024 feierte die DKJS ihr 30-jähriges Bestehen mit einer Bildungskonferenz und verabschiedete ein neues Leitbild unter dem Leitsatz „Jedem Kind ein Hier, ein Jetzt und eine Zukunft“.[6]
Schirmherrschaft und Botschafterin
Seit der Gründung haben sich die Ehefrauen bzw. Lebensgefährtinnen der jeweiligen Bundespräsidenten als Schirmherrinnen für die DKJS engagiert. Von 2002 bis 2006 übernahm Christina Rau den Vorsitz, gefolgt von Eva Luise Köhler, Bettina Wulff und Daniela Schadt.
Seit 2017 ist Elke Büdenbender Schirmherrin der DKJS.[7] Seit 2018 ist die Moderatorin Barbara Schöneberger Botschafterin der Organisation.[8]
Gremien
Die zentralen Organe der DKJS sind die Gesellschafterversammlung und der Stiftungsrat.[9]
Gesellschafterversammlung
Die Gesellschafter sind verantwortlich für die unternehmerischen und strategischen Entscheidungen, für die finanzielle Stabilität und Effektivität der DKJS. Sie sind ehrenamtlich tätig und erhalten keine Gewinnausschüttungen oder sonstige Zuwendungen aus den Mitteln der Gesellschaft. Die Gesellschafterversammlung tagt einmal jährlich.[10] Vorsitzende ist seit dem 4. Juli 2024 Annegret Kramp-Karrenbauer, die die Nachfolge von Roland Koch antrat, der das Gremium 14 Jahre lang geleitet hatte.[11] Dem Gesellschafterkreis gehören Persönlichkeiten und Institutionen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an, darunter die Freudenberg Stiftung, die Körber-Stiftung, die Jacobs Foundation und die Robert Bosch Stiftung.[10]
Stiftungsrat
Der Stiftungsrat berät und begleitet die DKJS und ihre Gesellschafter in Bezug auf die inhaltliche Arbeit. Er identifiziert zukünftige bildungspolitische Herausforderungen und Handlungsfelder. Die Mitglieder werden mittels Gesellschafterbeschluss bestellt und arbeiten ehrenamtlich. Vorsitzender ist seit 2019 Matthias Platzeck.[12] Im Stiftungsrat sind unter anderem mehrere amtierende und ehemalige Ministerpräsidenten vertreten, darunter Daniel Günther (Schleswig-Holstein), Kai Wegner (Regierender Bürgermeister von Berlin, seit 2024 als Nachfolger von Franziska Giffey) sowie Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Wirtschaft, etwa die Soziologin Jutta Allmendinger.[10][13]
Arbeit und Programme
Laut eigenem Wirkjournal hat die DKJS im Jahr 2025 insgesamt 90 Vorhaben umgesetzt, davon 60 Programme mit einer eigenen Wirklogik. Von diesen wirkten 10 bundesweit, 7 länderübergreifend, 37 länderspezifisch und 6 regional. Im Rahmen dieser Programme wurden rund 7.696 Aktivitäten durchgeführt und 27.391 Personen direkt erreicht, davon rund die Hälfte Kinder und Jugendliche.[14]
Nach eigenem Leitbild ist ein zentrales Arbeitsprinzip die Stärkeorientierung: Die Programme gehen von den Potenzialen junger Menschen aus, nicht von Defiziten. Dazu gehört auch die systematische Verknüpfung formaler und non-formaler Bildung sowie das Anregen und Moderieren von Kooperationen zwischen Bildungsakteuren und institutionellen Zuständigkeitsbereichen.[2]
Die Programmarbeit gliedert sich in vier strategische Handlungsfelder:[14]
- Bildungsorte gestalten
- Kommunen stärken
- Zukunftskompetenzen fördern
- Offene Gesellschaft leben
Zu den Programmen der DKJS zählen u. a. der Deutsche Kita-Preis, der gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium durchgeführt wird,[15] der Programmverbund Stark im Land, gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt[16] und die Soziallotterie freiheit+ sowie Skills&Go! – Digitale Power für deine Zukunft!, gefördert durch JPMorgan Chase.[17] Seit 2021 veröffentlicht die DKJS jährlich ein Wirkjournal, das die Ergebnisse und Wirkungen der Programmarbeit stiftungsübergreifend dokumentiert.[14]
Nach eigenen Angaben werden alle Programme der Stiftung intern oder extern evaluiert.[18]
Organisation und Standorte
Laut Transparenzbericht waren im Jahr 2025 durchschnittlich 301 Mitarbeitende (zuzüglich der beiden Geschäftsführer) an elf Standorten in Deutschland beschäftigt. Die Standorte befinden sich in Berlin (Geschäftsstelle), Bremen, Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, Jena, Kiel, Köln, Magdeburg, München, Stuttgart und Trier. Rund die Hälfte der Mitarbeitenden arbeitet außerhalb der Berliner Geschäftsstelle.[19] Die Stiftung unterliegt dem Besserstellungsverbot und vergütet ihre Mitarbeitenden nach einer eigenen Entgelttabelle, die sich an den Vorgaben des TV-L orientiert.[14]
Finanzierung und Transparenz
Die Programme der DKJS werden größtenteils über öffentliche Zuwendungen finanziert. Laut Transparenzbericht bewirtschaftete die DKJS im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 30,8 Mio. Euro, wovon sie rund 5,2 Mio. Euro an regionale Projektträger weitergeleitet hat. Im selben Jahr erwirtschaftete die Stiftung einen Jahresüberschuss von 73.437,51 Euro, der in die freien Rücklagen eingestellt wurde.[14]
Im Geschäftsjahr 2025 setzten sich die Mittel wie folgt zusammen: 14 Prozent aus Bundesmitteln, 45 Prozent aus Landesmitteln, 1 Prozent aus EU-Mitteln, 26 Prozent aus Zuwendungen von Stiftungen und Unternehmen, 1 Prozent aus Spenden, 1 Prozent aus Vermögenserträgen und 12 Prozent aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb.[14]
Die DKJS folgt der freiwilligen Selbstverpflichtung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.[1] Ihre Jahresabschlüsse werden nach HGB erstellt und von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Mazars geprüft; zusätzlich werden die DKJS und ihre Programme regelmäßig von Rechnungshöfen auf ordnungsgemäße Mittelverwendung kontrolliert.[1] Die DKJS ist im Lobbyregister des Deutschen Bundestages unter der Registernummer R001222 eingetragen.[20]
Tochtergesellschaften und Beteiligungen
Mit einem Stammkapital von jeweils 25.000 Euro hat die DKJS 2014 die Tochtergesellschaften dynalog gGmbH und TU11 Verwaltungsgesellschaft mbH gegründet. Die TU11 erbringt Verwaltungsdienstleistungen für die DKJS (Buchhaltung, Controlling, Personalmanagement, Fördermittelmanagement). Die dynalog gGmbH bietet Dienstleistungen in den Bereichen Kommunikation und Pressearbeit. Beide Gesellschaften sind als gemeinnützig anerkannt.[1]
Die DKJS ist außerdem Gesellschafterin der 2015 gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und SOS-Kinderdörfer weltweit gegründeten BildungsChancen gGmbH, die als Förderorganisation einer Soziallotterie fungiert.[1]
Netzwerke und Mitgliedschaften
Seit ihrer Gründung ist die DKJS Teil des internationalen Netzwerkes der International Youth Foundation.[3] Sie ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen und Gründungsmitglied des Initiativkreises „Unternehmergeist in die Schulen“, einem Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.