Deutsche Legion (Krimkrieg)
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Die Deutsche Legion (englisch British-German Legion, auch Anglo-German Legion) war eine Formation deutscher Freiwilliger, die mit dem Britischen Heer im Krimkrieg (1853–1856) kämpfen sollten.

Geschichte

Obwohl Söldner in dieser Zeit aus der Mode gekommen waren, begann sich Großbritannien im Zuge des Krimkrieges nach derartiger Unterstützung im Kampf gegen die russischen Massenheere umzusehen. Im Gegensatz zu anderen Staaten stützte sich Großbritannien auf eine schlecht bezahlte Freiwilligenarmee, die zudem ein riesiges Kolonialreich zu stützen hatte. Die aufstrebende Industrie bot alternativ ausreichend Arbeitsangebote und anwerbungserschwerend berichtete die britische Presse ausführlich über das Elend der Kranken und Verwundeten auf der Krim. Der preußische Offizier Richard von Stutterheim hielt sich in Großbritannien auf, als der Krieg ausbrach. Die britische Regierung ernannte ihn im Mai 1855 zum Brevet-Colonel und betraute ihn mit der Anwerbung und Organisation einer Fremdenlegion. Im Februar 1856 wurde er zum Major General dieser Einheit befördert.[1]
Ende 1855 zählte die Legion fast 9000 Mann. Meist handelte es sich um Landarbeiter und Handwerker, nur etwa die Hälfte hatten militärische Ausbildung oder entsprechende Erfahrung. Es wurde mit der Verschiffung von Großbritannien nach Konstantinopel begonnen. Wegen des Endes der Kampfhandlungen kam die Legion jedoch nicht mehr zum Einsatz.[2][3]
Am 16. Juli 1856 gerieten Mitglieder der Legion in der Garnison Aldershot in eine Schlägerei mit britischen Soldaten, die sich rasch zu einem größeren Aufruhr ausweitete, bei dem mit Steinen, Stöcken und Bajonetten gekämpft wurde. Etwa 50 Männer mussten im Krankenhaus behandelt werden. Obwohl beide Seiten gleichermaßen Schuld trugen, wurden die Männer der Britisch-Deutschen Legion daraufhin auf dem Barrack Field in Colchester Garrison einquartiert, wo viele von ihnen einheimische Frauen heirateten.
Die Legion wurde im November 1856 aufgelöst. Die meisten Mitglieder wurden Britisch-Kaffraria in der Kapkolonie (heute Südafrika) überführt, wo sie sich ansiedelten und zugleich eine Grenztruppe zum Gebiet der Xhosa bildeten. Von Stutterheim erreichte Kapstadt Ende Januar 1857 mit den ersten Siedlern, denen sich später insgesamt 2400 Männer, Frauen und Kinder anschlossen. Mehrere Dörfer wurden durch diese Siedler gegründet, unter anderem: Berlin, Frankfort, Hamburg (Südafrika), Hanover und die spätere Kleinstadt Stutterheim. Richard von Stutterheim selbst kehrte aber nach Deutschland zurück, wo er sich in Braunschweig niederließ.
Viele dieser Siedler fanden in der Kolonie jedoch kein Auskommen. Nach Ausbruch des Sepoy-Aufstandes von 1857 meldeten sich etwa 1100 ehemalige Legionäre daher freiwillig zum Dienst in Britisch-Indien und bildeten ein Jägerkorps. Im Januar 1860 traten 560 von ihnen dem 3rd Bombay European Regiment bei, das kurz darauf als 109th Regiment of Foot (Bombay Infantry) in den regulären britischen Dienst übernommen wurde. Noch bis Ende der 1870er Jahre herrschte im Regiment eine unverkennbar deutsche Atmosphäre. Der Kommandeur, ein Kompaniechef und viele der höheren Unteroffiziere waren ehemalige Angehörige der Deutschen Legion, und das Regiment musste ausdrücklich die Verwendung der deutschen Sprache untersagen.
Einige Angehörige der Einheit wurden auf dem Englischen Friedhof von Haydarpaşa in Istanbul begraben, dort steht auch ein Gedenkstein für die Toten der British-German Legion.
Literatur
- Bayley, C. C.: Mercenaries for the Crimea : the German, Swiss, and Italian Legions in British Service, 1854–1856. Montreal (McGill-Queen's University Press) 1977, ISBN 0-7735-0273-4
- Koller, Christian: The British Foreign Legion – Ein Phantom zwischen Militärpolitik und Migrationsdiskursen, in: Militärgeschichtliche Zeitschrift 74/1-2 (2015). S. 27–59.
- Westphal, William: Ten years in South Africa : only complete and authentic history of the British German Legion in South Africa and the East Indies. Chicago (B.S. Wasson & Co. printers) 1892.
Siehe auch
- King’s German Legion, deutsche Fremdenlegion in britischen Diensten zur Zeit der Napoleonischen Kriege.