Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft

SED-eigener Monopolbetrieb für die Werbung in der DDR From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft, kurz DEWAG, war ein SED-eigener Monopolbetrieb für die Werbung in der DDR.

DEWAG-Filiale (rechts) in Merseburg (Bahnhofstraße), um 1980

Tätigkeit

Die DEWAG war für Werbung sowie öffentliche Informationstafeln und -plakate verschiedener Art zuständig. „Bei der DEWAG bündelte man ab 1949 alle Aktivitäten: Messebau, Plakatdruck, Papierkontingente, politische Werbung, Broschüren, Verlagswesen usw. Ab 1953 übernahm die DEWAG jegliche Werbetätigkeit von bis dahin nicht oder halbstaatlichen Produzenten.“[1]

Ab 1954 wurde eine eigene Zeitschrift herausgegeben („Neue Werbung“), 1956 wurde das „Institut für Werbemethodik“ als zentrale Forschungsstätte gegründet.[2] Der Verlag für Agitations- und Anschauungsmittel wurde 1975 ausgegründet.[3]

Organisation

Die Zentrale hatte ihren Sitz in Berlin, und in jeder der 14 Bezirksstädte gab es eine Niederlassung. Die DEWAG wurde nach Erteilung der SMAD-Lizenz am 1. Oktober 1945 von der KPD in Dresden gegründet und 1990 aufgelöst.

Rechtlich war die DEWAG ein Parteibetrieb und gehörte zum Vermögen der SED. Politisch unterstand sie unmittelbar der Abteilung Agitation des ZK der SED, die auch über Inhalt und Prioritäten bei der politischen Werbung befand. Zugleich war sie dem Ministerrat insofern unterstellt, als dieser bei der Verwirklichung von Regierungsbeschlüssen – in Abstimmung mit dem ZK – auch über durchzuführende Werbemaßnahmen verfügte.

Die Mitarbeiterzahl der DEWAG wurde von der „Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR“ mit mehr als 4000 ermittelt.[4]

Direktoren bzw. Generaldirektoren

Literatur

  • Simone Tippach-Schneider: Das große Lexikon der DDR-Werbung. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2002, S. 71–73

Einzelnachweise

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