Deutscher Pflegerat
Arbeitsgemeinschaft und Dachverband von Berufsverbänden des Pflege- und Hebammenwesens
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Der Deutsche Pflegerat (DPR) ist die vereinte Stimme der beruflich Pflegenden und Hebammen in Deutschland auf Bundesebene. Seit seiner Gründung im Jahr 1998 vertritt der Rat als Dachverband die wichtigsten Berufsverbände des deutschen Pflege- und Hebammenwesens sowie der Pflegewissenschaft. Unser Ziel ist es, die Qualität, Nachhaltigkeit und Attraktivität der Berufe in der Pflege und im Hebammenwesen zu fördern und die pflegerische Versorgung qualitativ hochwertig und zukunftsfähig zu gestalten.[1]
| Deutscher Pflegerat (DPR) | |
|---|---|
| Rechtsform | eingetragener Verein |
| Gründung | 1998 |
| Sitz | Berlin |
| Geschäftsstelle | Alt-Moabit 91, 10559 Berlin |
| Zweck | Dachverband von Berufsverbänden des Pflege- und Hebammenwesens |
| Schwerpunkt | Optimierung der Rahmenbedingungen für die professionelle Pflege und den Hebammenberuf |
| Vorsitz | Christine Vogler (Präsidentin) |
| Geschäftsführung | Christine Denk |
| Personen | Jana Luntz, Pascale Hilberger-Kirlum (Vize-Präsidentinnen) |
| Mitglieder | 22 (2025) |
| Website | https://deutscher-pflegerat.de/ |
Struktur
Die Ratsversammlung ist das oberste Organ des Deutschen Pflegerats. Sie wird aus je zwei Delegierten der Mitgliedsverbände und aus dem Präsidium gebildet. In jedem Geschäftsjahr finden mindestens drei Ratsversammlungen statt. Alle vier Jahre wählt die Ratsversammlung ein neues Präsidium. Der DPR hat seinen Sitz in Berlin.[2]
Am 14. Mai 2025 wurde ein neues Präsidium des Deutschen Pflegerats gewählt:[3]
Präsidentin
- Christine Vogler (im Amt bestätigt)
Vizepräsidentinnen
- Jana Luntz
- Pascale Hilberger-Kirlum
Weitere Präsidiumsmitglieder
- Inge Eberl
- Kathrina Edenharter
- Silke Ludowisy-Dehl
- Maria Kortgen
Geschichte
Der Deutsche Pflegerat e.V. ist 1998 gegründet worden, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich zu vertreten, ihre politische Arbeit zu koordinieren und die Interessen der professionell Pflegenden in Deutschland mit einer Stimme zu vertreten. Heute vertritt der Deutsche Pflegerat 1,7 Millionen beruflich Pflegende auf Bundesebene.
Ursprünglich bestand der Deutsche Pflegerat aus fünf Verbänden. In den ersten Jahren wuchs die Zahl der Mitgliedsverbände auf elf an. Später schlossen sich auch die Hebammen dem Deutschen Pflegerat an.
Bereits früh etablierte sich der DPR als Ansprechpartner für Akteure im Gesundheitswesen. Er ist in Arbeitsgruppen aktiv, zum Beispiel im Bundesgesundheitsministerium, der Gesundheitsministerkonferenz und der Bundesärztekammer. Er wird auch in Gremien zur Qualitätssicherung berufen.
Durch schriftliche Stellungnahmen, Teilnahme an Anhörungen, Kontakte zu Parteien im Bundestag, Gespräche mit Interessenverbänden und Öffentlichkeitsarbeit wird der Deutsche Pflegerat öffentlich wahrgenommen. Im Jahr 2003 hat er seinen Status als eingetragener Verein auf Bundesebene erhalten.
Seit 2014 organisiert der DPR jedes Jahr gemeinsam mit Partnern den Deutschen Pflegetag, die zentrale Veranstaltung für beruflich Pflegende in Deutschland. Der Deutsche Pflegetag richtet sich an die Profession Pflege, Expertinnen und Experten sowie Entscheidungsträger aus Pflege, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Das Ziel des Deutschen Pflegetags ist es, die Profession Pflege zu stärken und ihr eine Plattform zu bieten, auf der sie ihre Anliegen selbstbewusst vertreten kann.
Im Rahmen des Deutschen Pflegetags wird auch der Deutsche Pflegepreis verliehen. Er zeichnet Persönlichkeiten und Institutionen aus, die sich für die Pflege engagieren. Dadurch erhält ihr Einsatz für Pflegende und Patienten eine öffentliche Anerkennung und Wertschätzung.[4]
Heute vertritt der DPR die Interessen von rund 1,2 Millionen Beschäftigten in der Pflege und ist ein anerkannter Akteur im deutschen Gesundheitswesen. Er fördert die berufliche Selbstverwaltung und setzt sich für die Verbesserung der Bildungs- und Karrierechancen sowie der Arbeits- und Rahmenbedingungen in der Pflege und im Hebammenwesen ein.[5]
Tätigkeiten und Ziele
Sitz des Vereins ist Berlin. Hier befindet sich auch die Geschäftsstelle, die von Ute Haas geleitet wird. Mit dem Grundsatzprogramm Der DPR ist die Stimme der Profession Pflege in Politik und Gesellschaft! legt der DPR Leitlinien für das Handeln seiner Mitgliedsverbände fest. Der DPR zielt dabei ab auf:
- Koordination und Durchsetzung der politischen Positionen der Mitgliedsverbände (insbesondere durch Stellungnahmen und Beratungen der Bundesministerien)
- Förderung einer beruflichen Selbstverwaltung (z. B. in Form einer Pflegekammer)
- Förderung von Qualitätsentwicklung und -sicherung
- Förderung der Pflegewissenschaften
Gremien und Fachgruppen
Innerhalb des DPR gibt es verschiedenen Expertengremien, die detaillierte Stellungnahme erarbeiten und politische Prozesse eng begleiten.[6]
Aktuelle Fachkommissionen des Deutschen Pflegerats:
(siehe Deutscher Pflegerat – Expertengremien)[7]
- Fachkommission Pflegebildung und Pflegewissenschaft
- Fachkommission zur Pflegepersonalbedarfsermittlung in Krankenhäusern, Pflegepersonalbemessungsinstrument (PBMI)
- Fachkommission Gegenwart der Langzeitpflege
- Fachkommission Zukunft der Langzeitpflege
- Fachkommission Digitalisierung in der Pflege
- Fachkommission zur Aufnahme der Rechte von Menschen ins Grundgesetz
- Runder Tisch für alle, die pflegen (Zusammenarbeit mit Verbänden informell Pflegender)
- Fachkommission Gesundheitskompetenz
- Fachkommission Exzellenzentwicklung in der Pflege
Mitgliedsverbände
Der Deutsche Pflegerat ist der Dachverband von 22 Berufs- und Interessenverbänden des Pflege- und Hebammenwesens in Deutschland.[3]
Zu den Mitgliedsverbänden gehören:
- AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V.
- Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen in Deutschland e.V.
- Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V.
- Bundes-Dekanekonferenz Pflegewissenschaft gem. e.V.
- Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V.
- Bundesverband Geriatrie e.V.
- Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V.
- Bundesverband Pflegemanagement e.V.
- Deutsche Fachgesellschaft Psychiatrische Pflege e.V.
- Deutsche Gesellschaft für Endoskopiefachberufe e.V.
- Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V.
- Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V.
- Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V.
- Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V.
- Deutscher Hebammenverband e.V.
- Deutscher Pflegeverband e.V.
- Deutsches Netzwerk Advanced Practice Nursing & Advanced Nursing Practice (DNAPN) e.V.
- Initiative Chronische Wunden e.V.
- Katholischer Pflegeverband e.V.
- Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands e.V.
- Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V.
- Verband für Anthroposophische Pflege e.V.
Weblinks
- deutscher-pflegerat.de – Offizielle Webseite
- Eintrag im Lobbyregister des Deutschen Bundestages