Devil’s Staircase

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Als Devil’s Staircase (deutsch: Treppenhaus des Teufels) werden sowohl ein 550 m (1800 ft) hoher Passübergang in den schottischen Highlands im Vereinigten Königreich wie auch der steile Anstieg auf der Südseite des Passes bezeichnet. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der zuvor bereits von Viehtreibern genutzte Übergang als Militärstraße ausgebaut, die militärische Nutzung aber bereits nach wenigen Jahrzehnten wieder aufgegeben. Der Pass ist der höchste Punkt auf dem 1980 eingerichteten West Highland Way, dem bekanntesten schottischen Fernwanderweg.

Schnelle Fakten Karte (Highland) ...
Devil’s Staircase
Blick vom Stob Dearg nach Norden auf Devil’s Staircase, im Tal die A82
Blick vom Stob Dearg nach Norden auf Devil’s Staircase, im Tal die A82
Himmels­richtung Norden Süden
Passhöhe 550 m ASL
Glen Coe
Wasser­scheide Leven, Loch Leven River Coe, Loch Leven
Talorte Kinlochleven Kings House Hotel
Ausbau Wanderweg
Erbaut um 1750
Gebirge Grampians
Karte (Highland)
Devil’s Staircase (Highland)
Devil’s Staircase (Highland)
Koordinaten 56° 40′ 33″ N,  54′ 51″ W
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Lage

Der Passübergang liegt am östlichen Ende des Aonach Eagach, eines langgezogenen Bergmassivs, das Glen Coe vom nördlich benachbarten Loch Leven trennt. Vom Kings House Hotel an der A82 verlief die frühere Militärstraße etwas nördlich der A82 und dann östlich der kleinen Ansiedlung Altnafeadh nach Norden ansteigend. Der heutige West Highland Way trifft etwas nördlich von Altnafeadh auf die alte Militärstraße. Der Weg führt anschließend steil mit vielen Kehren auf die Passhöhe, wobei hier noch Teile der alten Militärstraße erkennbar sind.[1] Östlich liegt in der Bergkette des Aonach Eagach der 616 Meter hohe Vorgipfel des Beinn Bheag, westlich der 716 Meter hohe Stob Mhic Mhartuin. Auf der Nordseite fällt der Weg weniger steil ab, führt aber nach Kinlochleven bis auf Meereshöhe am Ostende des Loch Leven.

Geschichte

Viehtreiber und Händler hatten den Passübergang seit alters her bereits genutzt. Um 1750 ließ Major William Caulfeild als Teil der nach dem letzten Jakobitenaufstand angelegten Militärstraßen in Schottland eine Straßenverbindung über den Pass errichten.[2] Sie war Teil der Verbindung, die von Tyndrum über Rannoch Moor nach Fort William führte und damit den Zugang aus den Lowlands in die westlichen Highlands sicherte. Alternativ wäre auch eine Führung der Straße weiter durch das Glen Coe möglich gewesen, jedoch wäre dann eine Querung des Westendes von Loch Leven per Fähre oder ein großer Umweg entlang der Ufer von Loch Leven erforderlich geworden. Zudem befürchtete das britische Militär, dass die Führung durch das beidseits von hohen Bergen gesäumte Glen Coe im Fall eines erneuten Jakobitenaufstands durch den dort ansässigen Clan MacDonald of Glencoe leicht blockiert werden konnte – spätestens seit dem Massaker von Glencoe 1692 galten die MacDonalds als potenzielle Feinde der britischen Krone. Caulfeild nahm daher die Steigungen und die erforderliche Anlage von Serpentinen in Kauf. Jedoch bereits 1785 wurde der Abschnitt als Militärstraße wieder aufgegeben und durch die letztlich doch einfachere Führung durch das Glen Coe, im Verlauf der heutigen A82, ersetzt.[3][1]

William Roy, der unter dem Duke of Cumberland die Highlands kartografisch erfasst hatte, bezeichnete die Passhöhe in seinen ab 1748 entstandenen Karten noch als Mam Grianau.[2] Der Name Devil’s Staircase, der ursprünglich nur für den Anstieg auf der Südseite verwendet wurde, ging allmählich auch auf die Passhöhe selbst über. Er entstand angeblich im Verlauf der Bauarbeiten, als rund 450 Soldaten zweier Regimenter der British Army alle Baustoffe auf die Passhöhe tragen mussten. Auch für die in den Folgejahren über die Passhöhe marschierenden Soldaten war der Anstieg ein forderndes Hindernis. Zuletzt in Veruf kam der Weg über den Pass während der Errichtung von Blackwater Reservoir, eines nordöstlich des Passes liegenden Stausees, Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Bauarbeiter gingen von ihren Quartieren an der weit abseits jeder Bebauung liegenden Baustelle des Staudamms zu Fuß über den Pass zum Kings House Hotel als nächstgelegene Gaststätte. Je nach Umfang ihres Alkoholkonsums kamen manche Arbeiter auf dem Rückweg teils in erhebliche Schwierigkeiten, vor allem bei ungünstiger Witterung.[4] Einige sollen dabei auch ums Leben gekommen sein. Im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts war Devil’s Staircase regelmäßig eine Etappe der Scottish Six Day Trials, eines seit 1909 stattfindenden Trial-Wettbewerbs.[1]

1980 wurde der West Highland Way eingerichtet, dessen höchster Punkt der Pass seitdem ist. Der Aufstieg auf der Südseite zählt vor allem bei schlechter Witterung zu den anspruchsvollsten Abschnitten des Fernwanderwegs. Vor allem in einzelnen Kehren, die durch den West Highland Way nicht genutzt und mit Anstiegen jüngeren Datums abgekürzt wurden, sowie im Bereich der Passhöhe ist die alte Militärstraße noch gut erhalten und erkennbar.[1]

Einzelnachweise

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