Dibutylzinndichlorid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Dibutylzinndichlorid ist eine chemische Verbindung des Chlors aus der Gruppe der zinnorganischen Verbindungen.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Dibutylzinndichlorid
Allgemeines
Name Dibutylzinndichlorid
Andere Namen
  • Dibutyldichlorzinn
  • Dibutyldichlorstannan
  • Dichloridodibutylzinn
  • DBTC
  • Zinndibutyldichlorid
Summenformel C8H18Cl2Sn
Kurzbeschreibung

wenig flüchtiger, weißer[1] bis gelber Feststoff mit stechendem Geruch[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 683-18-1
EG-Nummer 211-670-0
ECHA-InfoCard 100.010.610
PubChem 12688
Wikidata Q18411326
Eigenschaften
Molare Masse 303,85 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

1,37–1,40 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

37–40 °C[2]

Siedepunkt

148 °C (bei 16 hPa)[2]

Löslichkeit
  • sehr schwer in Wasser (0,32 g·l−1 bei 20 °C)[2]
  • löslich in Ether und Benzol[1]
Brechungsindex

1,499[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301312314317330341360FD370372410
P: 260273280303+361+353304+340+310305+351+338[2]
Zulassungs­verfahren unter REACH

besonders besorgnis­erregend: fortpflanzungs­gefährdend (CMR)[4]

Toxikologische Daten

50 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[2]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Darstellung

Dibutylzinndichlorid kann durch Reaktion von Tetrabutylzinn mit Zinn(IV)-chlorid gewonnen werden.[5]

Eigenschaften

Dibutylzinndichlorid ist ein brennbarer, wenig flüchtiger, weißer[1] bis gelber Feststoff mit stechendem Geruch, der sehr schwer löslich in Wasser ist und sich in diesem langsam zersetzt.[2] Es hat in Benzol ein Dipolmoment von 4,38 Debye.[6]

Verwendung

Dibutylzinndichlorid wurde in einer Konzentration von 0,3 bis 3 Prozent als Stabilisator für PVC verwendet.[1] Es wird auch als Zusatzstoff in Kautschuk sowie als Katalysator bei der Herstellung von Polyurethanen und Silikonen eingesetzt. So ist es in Isolierungen und Beschichtungen, Lebensmittelverpackungen, T-Shirts, Polyurethan-Handschuhen, Hygienebinden, medizinischen Geräten, Cellophan-Verpackungen und Plüschtieren, PVC-Kunststoffen (Wasserleitungen, Verpackungsmaterial, Textilprodukte), Silikonkautschuk (Dichtungsmittel, Dentalprodukte, Papierbeschichtungen), Polyurethanen (Schaumkunststoffe, Kleb-/Dichtstoffe), Glas (Beschichtungen), Isolierungen in elektronischen Erzeugnissen und Kabeln sowie Entwurmungsmitteln für Geflügel enthalten.[7]

Risikobewertung

Dibutylzinndichlorid wurde am 19. Dezember 2012 in der Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe aufgenommen.[4]

Einzelnachweise

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