Dick Price

US-amerikanischer Psychologe, Co-Gründer des Esalen-Instituts From Wikipedia, the free encyclopedia

Richard „Dick“ Price (* 12. Oktober 1930 in Chicago; † 25. November 1985 Big Sur, California) war ein US-amerikanischer Psychologe und mit Michael Murphy Gründer des Esalen-Instituts am kalifornischen Küstenstreifen Big Sur.

Leben

Dick Price wurde 1930 als Sohn von Herman (* 1895) und Audrey Price, geborene Meyers (* 1895) im Rogers Park, einem Stadtteil von Chicago, Illinois, geboren. Vater Herman Price wurde unter dem Namen Hymie Preis in Litauen geboren, das damals zum Russischen Reich gehörte. Seine aus dem osteuropäischen Judentum stammende Familie emigrierte 1911 in die Vereinigten Staaten, zunächst nach New York und später nach Chicago. Herman diente im Ersten Weltkrieg zunächst in der US Coast Guard und anschließend in der US Navy. Beruflich machte er eine Karriere als Kälte- und Haushaltsgeräteingenieur. Seine Mutter stammte aus Linton im US-Bundesstaat Indiana. Sie wuchs in Auburn (Illinois) auf und stammte aus einer Familie niederländischer, englischer und irischer Herkunft. Price ist mit einem Zwillingsbruder – dieser starb im Alter von drei Jahren – und einer älteren Schwester an mehreren Orten im Bundesstaat Illinois aufgewachsen.[1]

Price studierte Psychologie an der Stanford University, dann Klinische Psychologie an der Harvard University. 1955 zog er an die von Alan Watts und dem Stanford-Professor für vergleichende Religionswissenschaft und Indologie, Frederic Spiegelberg, neu gegründete American Academy of Asian Studies in San Francisco. Dort fand er Kontakt zu führenden Vertretern der Beat Generation, besonders zu Gary Snyder.

Nach seinem Weggang von Harvard im Jahr 1955 trat Price der Luftwaffe, United States Air Force bei und wurde in die East Bay (San Francisco Bay Area) versetzt. 1956 machte er eine schwere Psychose durch. In deren Verlauf wurde er von seinen Eltern in eine Klinik in Hartford gebracht und dort unter anderem mittels Elektroschock- und Insulinschocktherapie behandelt. Nach knapp einem Jahr wurde er an Thanksgiving 1957 entlassen und kehrte in die Gegend von Chicago zurück.

1960 zog er wieder nach Kalifornien zu Gia-Fu Feng und traf dort seinen Stanford-Studienkollegen Michael Murphy. Auf einem beim Santa-Lucia-Gebirge gelegenen Grundstück der Familie Murphy gründeten sie 1962 das Esalen-Institut. Price sah in Esalen eine Alternative zur üblichen Psychiatrie, wie er sie erfahren hatte. Er wünschte sich einen Ort, an dem der „innere Prozess“ ungestört fortschreiten konnte. Ab 1964 wurde er in Esalen von Fritz Perls in die Gestalttherapie eingeführt. Diese praktizierte und lehrte er dort, bis er 1985 in der Nähe des Instituts auf einer Wanderung an den Folgen eines Steinschlags starb.

Price veröffentlichte zu Lebzeiten kein eigenständiges Werk. Seine Lehre der „Gestalt Practice“ wurde überwiegend mündlich in Seminaren und Workshops am Esalen Institute vermittelt. Erst nach seinem Tod rekonstruierten Schülerinnen und Schüler seine Methode anhand von Vortragsnotizen, Interviews und Seminarprotokollen, insbesondere im Manual of Gestalt Practice in the Tradition of Dick Price sowie in John Francis Callahans Gestalt Practice: Dick Price.[2]

Einzelnachweise

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