Dickschnabelvireo

Art der Gattung Vireo From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Dickschnabelvireo (Vireo crassirostris), Syn. Lanivireo crassirostris, ist eine Vogelart aus der Familie der Vireos (Vireonidae).[1][2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Dickschnabelvireo

Dickschnabelvireo

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Überfamilie: Corvoidea
Familie: Vireos (Vireonidae)
Gattung: Eigentliche Vireos (Vireo)
Art: Dickschnabelvireo
Wissenschaftlicher Name
Vireo crassirostris
(Henry Bryant, 1859)
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Verbreitungsgebiet des Dickschnabelvireos

Der Vogel kommt auf zahlreichen der Westindischen Inseln vor sowie als gelegentlicher Irrgast im Süden Floridas.

Der bevorzugte Lebensraum umfasst Waldränder, baumbestandene und mit dichtem Gebüsch bewachsene Flächen.[3][4]

Der Artzusatz kommt von lateinisch crassus dick, schwer und lateinisch rostrum Schnabel.[5]

Merkmale

Die Art ist 11–14 cm groß und wiegt 11–16 g. Schwärzliche Zügel, dunkle Iris mit hellgelbem, mitunter unterbrochenem Augenring und „Brille“ zusammen mit zwei weißen Flügelbinden sind wesentliche Merkmale. Kopf, Gesicht und Nacken sind gräulich bis bräunlich olivfarben, über den Zügeln findet sich ein blassgelber Streif. Die Oberseite ist gelblich olivfarben grau bis bräunlich, Flügel und Schwanz sind braun mit grünlichen Federrändern, der Bürzel ist olivgrün. Die Flügeldecken sind graubraun mit breiten weißen Spitzen. Die Unterseite ist grau gelblich bis gelb. Bei Jungvögeln fehlen die dunklen Zügel.[3] Der Oberschnabel ist grau hornfarben, am Schneidrand blasser, der Unterschnabel blass hornfarben. Die Beine und Füße sind bläulich grau bis bleifarben. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht.

Im gleichen Lebensraum kommt während der Brutzeit der Bartvireo (Vireo altiloquus) auf einzelnen Inseln vor, auch der Yucatánvireo (Vireo magister) auf Grand Cayman. Beide sind wohl höher in den Bäumen zu finden. Außerhalb der Brutzeit überwintert der vom Aussehen und Gesang her ähnliche Weißaugenvireo (Vireo griseus) gleichfalls höher im Bewuchs, hat aber grauweiße Kehle und Brust, gelbe Flanken und eine weiße Unterseite, auch ist er grüner am Rücken und grauer am Nacken. Der Schnabel ist schwarz, während der des Dickschnabelvireos grau bis hornfarben ist, außerdem ist er etwas größer und an der Unterseite überwiegend gleichförmig blassgelb.[6] Der etwas größere Gelbkehlvireo (Vireo flavifrons) ist vom Kinn zur Brust gelb, ansonsten bis zu den Unterschwanzdecken weiß.[4]

Geografische Variation

Es werden folgende Unterarten anerkannt:[1][4][7][8]

  • V. c. crassirostris (Henry Bryant, 1859), Nominatform – Bahamas. Die Abgrenzung der Vögel auf den östlichen Bahamas als Unterart V. c. flavescens Ridgway, 1904[9] wird nicht mehr anerkannt.
  • V. c. stalagmium D. W. Buden, 1985[10]Turks- und Caicosinseln, kürzere Flügel, kürzerer Schwanz und Schnabel, besonders beim Männchen
  • V. c. tortugae Richmond, 1917[11]Île de la Tortue, dunkler am Steiß
  • V. c. cubensis Arturo Kirkconnell & Garrido, 2000[12]Cayo Paredón Grande
  • V. c. alleni Cory, 1886[13]Cayman Islands, Unterseite maisgelb überhaucht, strohgelb zur Brust und den Flanken hin, Ohrdecken und Nackenseiten blass isabellfarben, Flügelunterdecken weißlich

Der kleinere Vireo ochraceus Salvin, 1863[14] wurde als konspezifisch mit dem Dickschnabelvireo angesehen[15] und wird seit 2012 als Unterart V. pallens ochraceus des Mangrovevireos (Vireo pallens) angesehen.

Auch der Vireo approximans Ridgway, 1884[16] wurde eine Zeitlang als Unterart V. crassirostris approximans des Dickschnabelvireos geführt, jetzt aber als Unterart V. pallens approximans des Mangrovevireos angesehen.[17][18]

Stimme

Die Lautäußerungen des Männchens werden als unmusikalischer, summender, dumpfer Laut beschrieben wie „chik-didle-wer-chip“ ähnlich denen des Weißaugenvireos (Vireo griseus), aber langsamer und weniger nachdrücklich.[3][4]

Lebensweise

Die Art ist ein Standvogel, gelegentlich als Irrgast nach Florida. Die Art lebt wohl monogam, ist nicht in Gemischen Jagdgemeinschaften zu finden. Männchen der gleichen Art, aber auch Eindringlinge des Weißaugenvireos werden sehr aggressiv angegangen. Dabei stellt das Männchen die Brustfedern auf, nimmt eine extreme aufrechte Haltung ein und spreizt die Schwanzfedern, mitunter schlägt es auch die Flügel.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, die meist auf Blättern und Ästen gesucht werden auf allen Vegetationsebenen, aber auch aus Früchten. Die Brutzeit dürfte im Mai und Juni liegen. Das Nest ist eine mit Gras ausgelegte Schale, die an einen Ast oder eine Astgabel gehängt wird. Das Gelege besteht aus 2–3 weißen Eier mit dunklen Flecken, die von beiden Elternvögeln bebrütet werden.[4]

Gefährdungssituation

Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[19]

Literatur

  • H. Bryant: Lanivireo crassirostris. In: Proceedings of the Boston Society of Natural History, Band 7, S. 112,1859, Biodiversity Library
  • H. Raffaele, J. Wiley, O. Garrido, A. Keith, J. Rafaele: Birds of the West Indies, Abbildung 65, 2003, Princeton Field Guides. ISBN 0-691-11319-X.

Einzelnachweise

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