Didier Ahadsi

Togoischer Kunsthandwerker From Wikipedia, the free encyclopedia

Didier Amevi Ahadsi (* 23. Mai 1970 in Vogan[1]) ist ein zeitgenössischer Kunsthandwerker aus Togo.

Didier Ahadsi in seinem Atelier in Togo.

Biographie

Ahadsi gehört dem Volk der Ewe an und wuchs mit drei Halbbrüdern sowie vier Halbschwestern in Vogan, einer Stadt nördlich der togolesischen Hauptstadt Lomé, auf. Sein Umfeld war geprägt von Landwirtschaft, Voodoo-Kult und dem Christentum. Während seiner Primarschulzeit begann Ahadsi mit handwerklichen Arbeiten aus Dosenblech. Als Jugendlicher bastelte er Spielsachen aus weggeworfenen Konservendosen und verkaufte sie auf dem Wochenmarkt in Vogan.[2] Sein Onkel erkannte das Talent von Ahadsi und ließ ihn in seiner Werkstatt für Autoreparaturen in Lomé arbeiten. Ahadsi erlernte den Beruf des Karosseriebauers mit Diplom. Nach der Arbeit in verschiedenen Werkstätten gründete er eine eigene Werkstatt. Da sie jedoch nicht gut lief, griff Ahadsi auf seine autodidaktisch angeeignete Kunst der Blechfiguren zurück. Statt Blechdosen verwendet er heute jedoch hochwertige Karosseriebleche.

Heute stoßen die von Ahadsi hergestellten Objekte, darunter seine Figuren, auf internationale Nachfrage. Ahadsi stellt in europäischen Galerien aus und findet auch in Japan eine Anhängerschaft.[3] So soll der japanische Designer Issey Miyake eine größere Sammlung von Ahadsis Werken besitzen.[1]

Werk

In seinen Werken stellt Ahadsi Szenen aus dem afrikanischen Leben dar. Häufig werden dabei von ihm Menschen bei der Arbeit gezeigt. Allerdings thematisiert er auch sexuelle Themen wie öffentlichen Geschlechtsverkehr, Voyeurismus und Seitensprünge. Zudem übt er auch Kritik an den Zuständen in seiner Heimat, beispielsweise dem Gesundheitssystem. So zeigt sein Werk Maternité (deutsch: Mutterschaft) eine hochschwangere Frau, die von ihrem Partner auf einem Fahrrad in das 45 Kilometer entfernte Krankenhaus gefahren wird.[1]

Ausstellungen (Auswahl)

Sammlungen (Auswahl)

Film

Der Journalist, Fotograf und Filmemacher Gert Chesi dokumentierte das Schaffen von Ahadsi in seinem Dokumentarfilm Zeitgenössische Kunst in Afrika.[11]

Literatur

  • A4: Magazin für aussereuropäische Kunst und Kultur. no. 1, 2007, S. 98–101, xii. Schwaz, Tirol: Haus der Völker Kulturverein, Museum für Kunst und Ethnografie.

Einzelnachweise

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