Didier Lestrade

französischer Autor, Journalist und LGBT-Aktivist, Gründer von ACT UP Paris From Wikipedia, the free encyclopedia

Didier Lestrade (* 22. Februar 1958 in Medea, Algerien) ist ein französischer Autor, Journalist und LGBT-Aktivist.

Didier Lestrade

Leben

Lestrade wuchs in Südwestfrankreichs auf, besuchte das Gymnasium, schaffte jedoch das Baccalauréat nicht. Später zog er nach Paris, wo er für die unabhängige schwule Zeitschrift Gaie Presse, die nur kurze Zeit bestand, schrieb. Mit 22 Jahren wurde er 1979 Mitgründer des Magazins Gai Pied, das zunächst monatlich, dann wöchentlich erschien und zur bedeutendsten französischen Zeitschrift für ein schwule Leserschaft in den 1980er Jahren aufstieg, in den 1990er Jahren jedoch Leser verlor. Etwa 1986 enthielt das Magazin, das zeitweise auch in englischer Sprache erschien, Interviews mit bekannten Persönlichkeiten wie David Hockney, Bronski Beat, Brion Gysin, Divine, Gilbert & George und Tom of Finland. Ebenso enthielt es Fotografien von bekannten europäischen und Uamerikanischen Fotografen wie Pierre & Gilles, Patrick Sarfati, Erwin Olaf, Paul Blanca und Stanley Stellar.

1986 stellte Lestrade fest, dass er HIV-positiv ist. In dieser Zeit entwickelte er sich zum Fachjournalisten für Musik. Er schrieb Artikel für Gai Pied sowie für die linksliberale Zeitung Libération und die Musikfachzeitschrift Rolling Stone. Zu seinen bevorzugten Themen gehörte die beginnende New House/Techno-Szene. 1989 verstärkte Lestrade sein Engagement für AIDS-Projekte und gründete gemeinsam mit Freunden und den Journalisten Pascal R. Loubet und Luc Coulavin die erste französische Untergruppe der Organisation ACT UP, deren Präsident er in den ersten drei Jahren war. 1992 beteiligte er sich an der Gründung der Organisation TRT-5, einer Koalition aus mehreren französischen AIDS-Organisationen. Bis 2002 war er TRT-5 tätig.

1995 wurde er im Alter von 37 Jahren gemeinsam mit Pascal R. Loubet Mitgründer des neuen monatlich erscheinenden LGBT-Magazins Têtu, das von Pierre Bergé mitfinanziert wurde und Unterstützung von Yves Saint Laurent erhielt. Têtu stieg Ende der 1990er Jahre zu einem der erfolgreichsten Schwulenmagazine in Europa auf.

Neben seiner Arbeit als Journalist schrieb Lestrade seit 2000 mehrere Bücher. Sein erstes, Act up, une Histoire, beschreibt die ersten elf Jahre von Act Up-Paris. Es folgte 2002 Kinsey 6, ein Tagebuch der Kultur und der sexualisierten Gesellschaft der 1980er. 2004 erschien sein Buch The End, in dem er die Probleme der gegenwärtigen AIDS-Prävention beschrieb und das Phänomen des Barebacking in Frankreich. 2007 erschien Cheikh, journal de campagne.

2002 verließ Lestrade Paris und zog in die Normandie in die Nähe von Alençon.

Werke (Auswahl)

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