Têtu
LGBT-Zeitschrift in Frankreich
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Têtu (französisch für: dickköpfig, eigensinnig, stur) ist eine LGBT-Zeitschrift in Frankreich, die sich vorwiegend an schwule Männer richtet. Sie war um 2010 im Bereich der LGBT-Zeitschriften Marktführer in Frankreich, nachdem die 1979 gegründete und zunächst monatlich, dann wöchentlich erscheinende Zeitschrift Gai Pied ihr Erscheinen eingestellt hatte, und erreichte zu ihren Hochzeiten eine Auflage von ca. 40.000 Exemplaren. Têtu wurde im Juli 1995 von Pascal Loubet und Didier Lestrade, der schon einer der Initiatoren und Redakteure von Gai Pied gewesen war, mit finanzieller Unterstützung des Industriellen Pierre Bergé und seines Partners Yves Saint-Laurent gegründet.
| Têtu | |
|---|---|
| Beschreibung | Schwul-lesbische Zeitschrift |
| Sprache | Französisch |
| Erstausgabe | Juli 1995 |
| Erscheinungsweise | dreimonatlich |
| Verkaufte Auflage | ca. 40.000 Exemplare |
| (OJD 2009-2010) | |
| Chefredakteur | Thomas Vampouille |
| Weblink | www.tetu.com |
| ISSN (Print) | 1265-3578 |
Seit Februar 2009 verfügt die Zeitschrift eine umfängliche Webpräsenz, zeitweise getrennt in tetu.com für männliche und tetue.com für weibliche Leser. Außerdem betrieb Têtu ein Internetradio.
Über die Jahre konnte die Zeitschrift eine Reihe prominenter Persönlichkeiten als Autoren anwerben. In den 1990er/2000er Jahren schrieben unter anderem der Kulturminister Frédéric Mitterrand, die Schriftsteller Philippe Besson und Christine Angot und der Philosoph Didier Eribon regelmäßig für das Blatt.
Im Jahr 2015 stellte Têtu wegen Konkurses das Erscheinen ein, seit 2016 wird die Webseite erneut betrieben, und seit November 2018 erscheint die Druckausgabe wieder, jetzt im Drei-Monats-Rhythmus. Nach mehreren Eigentümerwechseln und Wechseln in der Chefredaktion gehört Têtu seit April 2024 zu 51 % der 1984 gegründeten gemeinnützigen Non-Profit-Organisation Groupe SOS[1] und zu 49 % der Stiftung Le Refuge, die seit ihrer Gründung im Jahr 2003 junge queere Menschen im Fall von Anfeindung und Diskrimierung unterstützt.[2][3] Die Redaktionsleitung hat seither Thomas Vampouille, der zuvor für die Tageszeitung Le Figaro und das Wochenmagazin Marianne tätig war. Auflagenzahlen wurden seit der Neuauflage des Blattes im Jahr 2018 nicht veröffentlicht.
Weblinks
- Offizielle Website (französisch)