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Die Reise nach Palermo

Film von Vittorio De Sica (1974) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Reise nach Palermo (Originaltitel: Il viaggio) ist ein italienisches Filmdrama aus dem Jahr 1974 von Vittorio De Sica mit Sophia Loren und Richard Burton in den Hauptrollen. Grundlage des Drehbuchs ist die Novelle Il viaggio von Luigi Pirandello.

TitelDie Reise nach Palermo
OriginaltitelIl viaggio
ProduktionslandItalien
OriginalspracheItalienisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Die Reise nach Palermo
Originaltitel Il viaggio
Produktionsland Italien
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1974
Länge 102 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Vittorio De Sica
Drehbuch
Produktion Carlo Ponti
Musik Manuel De Sica
Kamera Ennio Guarnieri
Schnitt Franco Arcalli
Besetzung
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Sophia Loren und Richard Burton 1974 bei der Anreise zum Internationalen Filmfestival von Donostia-Saint Sebastian

Handlung

Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Näherin Adriana ist außer sich vor Freude, denn der Mann, den sie schon so lange liebt, hält um ihre Hand an. Jedoch bittet Cesare Braggi die junge Frau zu ihrer Überraschung nicht für sich, sondern für seinen jüngeren Bruder Antonio. Cesare gehorcht nur dem letzten Willen seines reichen Vaters, obwohl es ihm sehr schwerfällt, denn er liebt Adriana.

Antonio und Adriana heiraten und bekommen einen Sohn. Nachdem Antonio bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, lebt Adriana zurückgezogen in ihrem Palast nach den Konventionen des damaligen Sizilien und ihrer gesellschaftlichen Klasse: Der Palast ist vollkommen verdunkelt, sie trägt nur schwarze Kleider und geht keinen Schritt vor die Tür. Cesare sieht mit großer Besorgnis, wie sie körperlich immer schwächer wird, wie sie kränkelt. Er zwingt sie, einen Arzt aufzusuchen, der eine Herzschwäche feststellt, und danach einen Spezialisten in Neapel, der die Diagnose bestätigt. Aber er empfiehlt den beiden, die er für ein Ehepaar hält, das Leben in Maßen zu genießen, Aufregungen zu vermeiden, und er empfiehlt ihnen die Liebe als Therapie.

Adriana weigert sich, nach Sizilien zurückzukehren, und das Paar geht auf Reisen. Cesare macht Adriana einen Heiratsantrag, sie zögert aber, aus Furcht vor Sanktionierungen durch ihre Standesgenossen, ihn anzunehmen. Als Cesare ans Telefon gerufen wird, wo ihm Adrianas Mutter schwere Vorwürfe wegen seine „anstößigen Verhaltens“ macht, und das Paar dringend zur Rückkehr nach Sizilien auffordert, erleidet Adriana einen schweren Herzanfall und stirbt in seinen Armen.

Produktion und Veröffentlichung

Die Reise nach Palermo ist der letzte Films de Sicas, der seit August 1973 wusste, dass er unheilbar an Lungenkrebs erkrankt war. Das Drehbuch entstand nach der Erzählung Il Viaggio (1911) von Luigi Pirandello. Szenenbildner war der mehrfach ausgezeichnete und für einen Oscar nominierte Luigi Scaccianoce, die Kostüme schuf Marcel Escoffier. Der Film wurde von Juni 1973 bis Januar 1974 gedreht. Drehorte waren der Palazzo Landolina in Noto als Wohnsitz der Familie, Palermo, Syrakus, Mailand, Neapel und das Hotel Danieli in Venedig. Carlo Ponti und Vittorio de Sica, die den Palazzo Landolina als Drehort für den Film haben wollten, ließen ihn 1973 auf eigene Kosten renovieren.[1]

Die Premiere des Films fand am 11. März in Italien statt, am 31. Oktober 1974 kam er in die Kinos in Westdeutschland. 2011 veröffentlichte Euro Video Medien eine DVD in italienischer und deutscher Sprache.

Kritik

Auch in seinem letzten Film beklage De Sica die Folgen verlogener Moral, schreibt das Filmportal Cinema, und zieht das Fazit: „Bedächtig und altmodisch – im besten Sinne.“[2]

Das Lexikon des internationalen Films nennt Die Reise nach Palermo „melodramatisches Starkino“. Bei seiner Inszenierung habe „sich Regisseur de Sica ausschließlich auf die sentimentalen Aspekte seiner Geschichte konzentriert“, daher sei „der mit exquisitem Geschmack inszenierte Film im Unverbindlichen stecken [geblieben]“.[3]

2019 schreibt die italienische Filmkritikerin Luisa Ceretto in der Rückschau auf De Sicas letzten Film: „Der Film ist eine schmerzliche Geschichte über die Flüchtigkeit des Lebens, aber auch ein nostalgischer Blick auf eine Gesellschaft am Vorabend des Krieges, in der sich eine solch schreckliche Tragödie abspielen konnte.“[4]

Anlässlich seiner Sofia-Loren-Retrospektive schreibt das Lincoln Center: „De Sicas letzter Film verwebt bildkräftig eine Reihe provokativer Themen – Klasse, Sex, Krieg und die fragilen (slippery) Beziehungen zwischen Liebe und Schuld –, getragen durch eine Atmosphäre drückender Melancholie dank der großartigen Darstellung durch Loren und Burton“.[5]

Einzelnachweise

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