Die Rose (Walser)

Essaysammlung von Robert Walser From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Rose ist eine Essaysammlung von Robert Walser, im Februar 1925 bei Ernst Rowohlt in Berlin erschienen.

Robert Walser

Genre

Gero von Wilpert kategorisiert die siebenunddreißig kurzen Texte Walsers als Essays.

Greven bezeichnete die Sammlung als „Miniaturen, Kurzgeschichten“ sowie „literarische und humoristische Betrachtungen“ und lobte die „höchst originelle Kulturkritik“.[1]

Inhalt (Auswahl)

Eine Ohrfeige

In Eine Ohrfeige und Sonstiges schreibt Walser, er sei „schon auf die eigentümlichsten Einfälle“ gekommen. Nachdem er die Kreuzigung Jesu haarklein beschreibt meint der Autor, Schriftsteller sollen nicht ans Großartige denken, sondern „in Kleinigkeiten bedeutend“ werden. Im Folgenden reflektiert Walser sein Schaffen und spricht dabei auch direkt den Leser an. Um das finanzielle Wohlergehen der Verleger sorgt er sich gleichfalls. Jene sollten sich „Autoren halten, die im Leben sonst noch etwas sind“. Sich und seinen Berufsstand nimmt Walser nur so ernst als unbedingt nötig.

Gott und die Welt

Walser denkt darüber nach, dass Gott dem Menschen nicht viel gibt. Daraufhin widmet er sich einer Pressemeldung zu Lenins Tod und zieht Parallelen zwischen ihm und Jesus.

Die Rose

In der kleinen Szene schenkt der trotzige Arthur einer Kellnerin keine Rose. Sie bekommt die Blume von einem anderen und bedauert dies, da nicht die Aufmerksamen, sondern die Achtlosen auf Frauen Eindruck machen.

Der Einsame

Das Werk ist ein poetisches Loblied auf die geistig-moralische Freiheit und Ungebundenheit des Einsamen, Nichtintegrierten.

Zitate

  • „Quillt nicht gute Laune oft aus schlechter?“[2]
  • „Hinaufzukommen versuchen ist schöner, als oben zu sein“[3].
  • „Einwilligung hat Folgen“[4].
  • „Wir befassen uns lieber mit andern als mit uns selbst“[5].
  • „Vielleicht ist gerade die Liebe die Feindin der Liebe“[5]

Selbstzeugnis

Walser schreibt im Herbst 1925 an Resy Breitbach: „'Die Rose' ist eines meiner feinsten Bücher… Es ist das ungezogenste, jugendlichste aller meiner Bücher,…“[6].

Rezeption

Zahlreiche Redaktionen haben dieses Werk besprochen. Die frühste Veröffentlichung datiert auf den 28. Januar 1925 von Eduard Korrodi in der NZZ, knapp drei Dutzend Rezensionen wurden in Zeitgenössische Rezensionen zu Robert Walser, Die Rose zusammengetragen. Die letzten stammen aus dem Jahr 1927.[7]

  • Greven entdeckt in der Rose „wahre Wunder der Sprache“.[6]
  • Zu seiner Zeit war Walser mit seinen „aleatorischen Montagen“, wie sie in der Rose auffindbar sind, ein „Avantgardist“.[8]* Der Humor Walsers in der Rose sei auch Spiegel einer gefährdeten Psyche[6].
Weitere Informationen Autor(en), Blatt ...
Autor(en)BlattJahrgangNr.OrtDatumAusgabeBuchSeite
Eduard Korrodi, Walser über Walser,in: Neue Zürcher ZeitungJg. 146Nr. 14528.1.1925Abendausgabe7. BlattS. [1].
M. M. [= Max Mell], Robert Walser, Die Rose. Berlin, Ernst Rowohlt,in: Deutsche Zeit. Parteiblatt der Großdeutschen VolksparteiJg. 2Nr. 16510.2.1925S. 6.
Dr. [Walther] Schotte, Robert Walser, Die Rose. Skizzen. (Rowohlt.) Geb. 6.50 M,in: Neue Bücher. Katalog der Stuhr’schen BuchhandlungNr. 3Berlin1925 [März 1925]S. 119.
o. V., Theater, Kunst und Literatur, Robert Walser, Die Rose, Ernst Rowohlt in Berlin,in: Pester LloydJg. 72Nr. 503.3.1925S. 7.
Albert Ehrenstein, Robert Walsers „Rose“,in: Frankfurter ZeitungJg. 69Nr. 21421.3.1925Erstes MorgenblattS. 3.
M. [= Hugo Marti], Hors d’œuvre,in: Der BundJg. 76Nr. 12322.3.1925SonntagsausgabeS. 5.
C. M.-R. [= Carl Müller-Rastatt], Vom Büchertisch. Robert Walser, Die Rose,in: Hamburgischer CorrespondentJg. 195Nr. 14225.3.1925Abendausgabe(Beilage) Zeitung für Literatur, Kunst und WissenschaftNr. 71S. [1].
A. D., Literarisches. Robert Walser, Die Rose,in: Schlesische ZeitungJg. 184Nr. 172 (A 103)12.4.1925S. [2].
Franz Blei, Robert Walser. Die Rose,in: Roland. Gesellschaft Kunst FinanzJg. 23H. 1723.4.1925S. 40.
Max Krell, Neue deutsche Novellen,in: Leipziger Tagblatt und HandelszeitungJg. 119Nr. 11526.4.1925BücherschauS. 16.
E., Robert Walser: Die Rose. Ernst Rowohlt Verlag, Berlin,in: Der Kreis. Zeitschrift für künstlerische Kulturhrsg. von der Hamburger Bühne(Beilage) Das neue BuchS. 48.
Leo Greiner, Robert Walser: Die Rose,in: Berliner Börsen-CourierJg. 57Nr. 2033.5.1925(Sonntagsbeilage)Der Bücherkarren.
Karl Fuß, Von neuer Novellistik,in: Rheinisch-Westfälische ZeitungJg. 188Nr. 34217.5.1925(Beilage) Kunst Wissen LebenS. [9].
Georg Hermann, Ueber das Bücherlesen,in: Vossische ZeitungJg. XNr. 236 (A 126)20.5.1925MorgenausgabeDas UnterhaltungsblattS. [1].
o. V., Gute Bücher für die Große Welt, Die Rose, von Robert Walser, Verlag Ernst Rowohlt. Berlin,in: Die Große WeltJg. [2]Nr. 15Juni 1925S. 129.
Vr., Die Rose. Von Robert Walser,in: Neue Berner ZeitungJg. 7Nr. 13715.6.1925StadtausgabeRubrik Büchertisch.S. 4
Bücher für die Reise. Eine Auswahl von Franz Blei. Robert Walser „Die Rose“, E. Rowohlt Verlag, Berlin,in: Die DameJg. 52H. 201925Zweites JuniheftS. 8–10.
E. E., Robert Walser, Die Rose,in: Berliner TageblattJg. 54Nr. 35931.7.1925AbendausgabeRubrik Erzählende Literatur. 24 19 o. V.S. 6
Katholiken Deutschlands,I. Abteilung: Schöne Literatur und KunstSkizzen u. a.Jg. XXII (1925/26)MünchenS. 18.
Ludwig Fürst, Robert Walser, Die Rose,in: Die LiteraturJg. 27H. 10Juli 1925S. 622.
Martin Platzer, Robert Walser, Die Rose, Ernst Rowohlt Verlag Berlin,in: National-Zeitung (Basel)Jg. 83Nr. 31712.7.1925SonntagsausgabeRubrik Bücher für die Ferien.S. [9]
Hermann Hesse, Erinnerung an Lektüre,in: Die neue RundschauJg. 36H. 9 (September 1925)S. 964–972hier S. 970–971.
L. W. [= Ludwig Winder], Neue Bücher. Erzähler,in: Deutsche Zeitung BohemiaJg. 98Nr. 24925.10.1925S. 14.
Hanns Martin Elster, Neue Novellenbände.in: Tägliche RundschauJg. 45Nr. 47525.10.1925Literarische RundschauS. [1]–[2] hier S. [1].
M. G., Die Rose. Von Robert Walser,in: Burgdorfer TagblattJg. 95Nr. 27626.11.1925Rubrik Kleine Bücher.S. 2.
Hrgh., Robert Walser: Die Rose. (Verlag Ernst Rowohlt, Berlin, 1925),in: Karlsruher Zeitung. Badischer StaatsanzeigerJg. 168Nr. 27728.11.1925(Beilage) Wissenschaft und BildungS. 2.
k., Von Schweizer Dichtern,in: Basler NachrichtenJg. 81Nr. 34111.12.1925Literaturbeilage S. [1]–[2]hier S. [2].
Erik Schaal, Robert Walser: Die Rose. Berlin: Ernst Rowohlt 1925,in: Die Schöne LiteraturJg. 27H. 1 (Januar 1926)S. 19.
o. V., Walser, Robert, Die Rose. (Rowohlt-Verlag. Berlin.),in: Der ZwiebelfischJg. 19Heft 3/41926S. 134.
Walther Petry, Robert Walser / Die Rose,in: IndividualitätJg. 1Buch 31926S. 125–126.
Josef Gajdeczka, Vom Büchertisch. Literarisches Notizbuch,in: Tagesbote (Brünn)Jg. 76Nr. 50531.10.1926S. 3.
E. R. [= Eugen Roth], Robert Walser: Die Rose,in: Volk und HeimatJg. 3Nr. 15.1.1927S. 5.
Magda Janssen, Robert Walser, Die Rose. Berlin, Ernst Rowohlt,in: Beiblatt der Zeitschrift für Bücherfreunde (N.F.)Jg. 19H. 3 (Mai/Juni 1927)Sp. 129–130.
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Anmerkungen

Der in Gott und die Welt thematisierte Lenin wohnte etwa zehn Jahre nach Walser in der Spiegelgasse in Zürich.[9]

Literatur

Verwendete Ausgabe
  • Jochen Greven (Hrsg.): Robert Walser: Die Rose. Mit einem Nachwort des Herausgebers. Zürich 1986. ISBN 3-518-37608-X.
Sekundärliteratur

Einzelnachweise

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