Die Teigpuppe
jüdisch-tadschikisches Märchen
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Die Teigpuppe ist ein jüdisch-tadschikisches Märchen.[1]
Handlung
Ein Mann war sehr unglücklich, da er schon zwei Frauen verloren hatte, die beide kurz nach der Hochzeit gestorben waren. Als er erneut heiratete, erblühte seine dritte Frau jedoch und wurde mit der Zeit immer schöner, woraufhin sich der Mann fragte, was ihr Geheimnis war. Er befragte sie zu ihrer Lebenslust, also ging sie mit ihm in die Vorratskammer, wo sie ihm erzählte, dass sie immer sehr einsam ist, wenn er dabei ist seinen Geschäften nachzugehen. Daher hatte sie sich aus Teig eine Tante geknetet und an die Vorratskammer geklebt, mit der sie sprechen oder sich beraten konnte. Sie meinte, dass die Zeit im Gespräch schneller verginge und hätte sie die ganze Zeit geschwiegen, wäre sie sicherlich auch schon dahingesiecht. Dann riss sie die Tante von der Wand, aus der daraufhin Galle floss und sie erklärte, dass, hätte sie die Tante nicht gehabt, sich die Galle über sie selbst ergossen hätte. Da beschloss der Mann dafür zu sorgen, dass seine Frau so viel Umgang mit Verwandten, Freundinnen und Nachbarinnen erhielt, wie möglich und so lebten sie ein geselliges Leben.[1]
Hintergrund
Das Märchen wurde von Z. Tadžikova nach ihre Großmutter Bitijö aus Buchara aufgezeichnet und erhielt im Deutschen in Isidor Levins Die Märchen der Weltliteratur – Märchen vom Dach der Welt – Überlieferungen der Pamir-Völker (1986) den Titel Die Teigpuppe. Nach Wolfram Eberhards und Pertev Naili Boratavs Typen türkischer Volksmärchen (Wiesbaden 1953) wurde sie dem Typ 305 zugeordnet. Verglichen werden kann auch der Typ 894 IV in Ulrich Marzolphs Typologie des persischen Volksmärchens (Beirut 1984).[1]
Literatur
- Isidor Levin (Hrsg.): Die Märchen der Weltliteratur – Märchen vom Dach der Welt – Überlieferungen der Pamir-Völker. Eugen Diederichs Verlag, 1986, S. 20–21, 327. Übersetzt von Gisela Schenkowitz.