Die geschützten Männer (Film)

Film von Irene von Alberti (2024) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die geschützten Männer (internationaler englischer Titel Protected Men) ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2024 von Irene von Alberti. Das Drehbuch basiert auf dem 1974 veröffentlichten Roman von Robert Merle. Die Hauptrollen übernahmen Britta Hammelstein, Mavie Hörbiger und Yousef Sweid.[2][3][4]

TitelDie geschützten Männer
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2024
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Die geschützten Männer
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2024
Länge 104 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen Filmgalerie 451
Stab
Regie Irene von Alberti
Drehbuch Irene von Alberti
Produktion Frieder Schlaich
Musik Karim Sebastian Elias
Kamera Constantin Campean
Schnitt Patricia Rommel
Besetzung
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Handlung

In Deutschland steht eine konservative Partei vor der Wiederwahl. Anita Martinelli und Sarah Bedford sind zwei langjährige Freundinnen, die mit ihrer Frauenpartei für einen Systemwechsel antreten und Ökologie, Gleichstellung und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellen.

Während des Wahlkampfes bricht ein Virus aus, das ausschließlich Männer befällt. Den Infizierten droht nach einem Lustrausch der Tod. Nachdem auch der Kanzler dem Virus zum Opfer fällt, nutzen die beiden Oppositionspolitikerinnen die Gunst der Stunde und übernehmen die Regierung.

Das titelgebende Wissenschaftler-Team, darunter Anitas Partner Ralph, forscht in Isolation an einem Impfstoff. Männer drohen auszusterben, allerdings wollen nicht alle in der mittlerweile rein weiblichen Regierung diese retten.[2][5]

Produktion und Hintergrund

Die Dreharbeiten fanden vom 13. September bis zum 1. November 2022 statt.[2][3] Produziert wurde der Film von Filmgalerie 451 (Produzent Frieder Schlaich) in Zusammenarbeit mit dem ZDF und Arte. Den Erstverleih übernahm der Weltkino Filmverleih.[2][3] Unterstützt wurde die Produktion vom Deutschen Filmförderfonds und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.[2][3]

Die Kamera führte Constantin Campean, die Musik schrieb Karim Sebastian Elias, die Montage verantwortete Patricia Rommel und das Casting Ulrike Müller. Den Ton gestalteten Rainer Gerlach und Matthias Schwab, das Kostümbild Aino Laberenz, das Szenenbild Sylvester Koziolek und Mirko Rachor und die Maske Julia Böhm.[2][3][4]

Veröffentlichung

Premiere war am 1. Juli 2024 beim Filmfest München in der Sektion Neues Deutsches Kino.[2][3][6] Beim Tallinn Black Nights Film Festival (PÖFF) lief der Film im Wettbewerb The Rebels with a Cause.[2][3][7]

In Deutschland kam der Film am 12. Dezember 2024 in die Kinos und in Österreich am 20. Juni 2025.[2][3] Die Erstausstrahlung auf Arte war am 1. Mai 2026.[8]

Rezeption

Peter Gutting bewertete die Produktion auf film-rezensionen.de mit acht von zehn Punkten. Statt einer radikal-feministischen Zukunftsvision mache Irene von Alberti daraus eine lustvolle Satire, die das Szenario des „Was wäre, wenn?“ voll auskoste und wie nebenbei die Corona-Pandemie überdreht auf die Schippe nehme.[9]

Luna Afra Evans schreibt in den Filmtipps des Missy Magazine: „Die Romanverfilmung nach Vorlage von Robert Merle schafft es, humoristisch mit Ideen politischer Theorie und Praxis zu spielen. Von den Widersprüchen zwischen Parteipolitik und Graswurzelorganisierung bis hin zu intergenerationalen Auseinandersetzungen deckt der Film eine Reihe feministischer Diskurse ab, ohne dabei unzugänglich zu werden. Besonders interessant ist die Frage der Macht, die sich immer wieder durch die Geschichte zieht. Wer ist berechtigt, für wen zu sprechen? Welche Entscheidungen werden von wem getroffen? Wie viel bringt es, wenn FLINTA in Machtpositionen treten, die Herangehensweise an Politik aber weiterhin eine männliche bleibt? Vor dem Hintergrund dieser Fragen illustriert der Film, warum wir unsere Welt mit einem feministischen Blick ganz neu denken müssen.“[10] Filmtipps 06/2024 am 11. November 2024

In GQ Deutschland schrieb Ulf Pape: „Der wirklich tolle Cast des Films glänzt mit Mavie Hörbiger, die in der Rolle der Parteichefin recht bald ihre moralische Orientierung verliert. Bibiana Beglau als Pharma-CEO amüsiert mit der totalen Überzogenheit ihrer Lust an der Macht. Godehard Giese liefert als chauvinistische Karikatur von Berufspolitiker:innen gute Cringe-Comedy. Darüberhinaus verleiht Kostümbildnerin Aino Laberenz allen Figuren ein fantastisches Styling, das exakt zu den Positionen passt, die der Film verhandelt.“ GQ Deutschland, Ulf Pape,[11]

Vogue Deutschland schrieb: „Regisseurin Irene von Alberti hat [...] eine kurzweilige Satire gemacht, die nicht nur an der utopischen Vorstellung eines Matriarchats rüttelt, sondern auch verschiedenste feministische Ausprägungen von Donna Haraway über Valerie Solanas bis Jane Fonda unter einen Hut bringt.“ (Vogue Deutschland[12] Lisa Ludwig, 12. Dezember 2024)

Britta Schmeis vergab auf epd-film.de drei von fünf Sternen und bezeichnete den Film als „überdrehte Satire um den Kampf der Geschlechter mit einem lustvoll agierenden Ensemble“. Irene von Alberti gebe sich der völligen Überzeichnung hin, das gehe hin und wieder auf Kosten der Stringenz. Am Ende deute sie so etwas wie eine perfekte Gesellschaft an. Dem schaue man ebenso fasziniert wie erschüttert gern zu.[13]

Lida Bach (3,5 von 5 Punkten) dagegen kritisierte auf moviebreak.de, der „wortwörtlich altväterliche Abklatsch“ sei „weder amüsant, noch interessant“. Beliebige Anspielungen auf Covid wirkten „so bemüht wie das chargierende Schauspiel des orientierungslosen Ensembles“.[5]

Susanne Gietl bewertete den Film auf filmstarts.de mit 2,5 von 5 Sternen. Die bitterböse Satire auf den Kampf der Geschlechter mache durch ihre Absurditäten auch mal Spaß, verfehle aber oft das Ziel. Ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit hätte dem Film nicht geschadet.[14]

Michael Wurmitzer bezeichnete die Produktion auf DerStandard.at als vordergründige, auf Lacher getrimmte Satire, die plakativste Rollenbilder und -klischees in Schenkelklopfer verwandle. Dass Frauen nicht automatisch gut sind, daraus ziehe diese Over-the-top-Satire viel ihrer Komik.[15]

Auszeichnungen und Nominierungen

Tallinn Black Nights Film Festival 2024

  • Auszeichnung als bester Film der Rebels with Cause Competition[16]

Einzelnachweise

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