Die hilflosen Helfer

Sachbuch von Wolfgang Schmidbauer von 1977 From Wikipedia, the free encyclopedia

Die hilflosen Helfer ist ein psychologisches Sachbuch von Wolfgang Schmidbauer von 1977. Es gilt als Klassiker und prägte den Begriff Helfersyndrom.

Inhalt

Das Buch beschreibt die Gefahren für Personen in helfenden Berufen wie Sozialarbeiter, Lehrer, Pflegekräfte, Ärzte und Pfarrer, dass sie sich durch übertriebenes Engagement für andere Personen Bestätigung und Zufriedenheit verschaffen, die sie sich in ihrem sonstigen Leben nur ungenügend verschaffen können. Als eine wichtige Ursache sieht der Autor zu wenig Anerkennung und Liebe in der Kindheit, die durch die späteren altruistischen Aktivitäten kompensiert werden sollen. Diese Personen haben zu wenig gelernt, ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle in ihrem Alltag zu berücksichtigen.

Das Buch wertschätzt ausdrücklich die Tätigkeiten in helfenden Berufen, es möchte Anregungen geben, potentielle psychische und physische Überlastungen zu erkennen und zu vermeiden.[1][2] Es unterscheidet verschiedene Typen von hilflosen Helfern und deren versteckte Strukturen und zeigt Wege zur Veränderung.

Hintergründe

Der Münchner Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer veröffentlichte 1977 Die hilflosen Helfer und machte damit erstmals im deutschsprachigen Raum auf ein Phänomen aufmerksam, das dort bisher weitgehend unbekannt war. In den USA wurde wenige Jahre danach der Begriff des burn out in sozialen Berufen geprägt, das ein Ergebnis zu starken Engagements in sozialen Berufen beschrieb.

Das Buch erhielt viel Aufmerksamkeit, es gab aber auch Kritik von Betroffenen aus helfenden Berufen, die sich zu Unrecht an den Pranger gestellt fühlten.[3] Es gab auch vereinzelte Fehlinterpretationen, die fälschlicherweise daraus ableiteten, dass Personen in helfenden Berufen diese nur oder überwiegend zur eigenen Bedürfnisbefriedigung und Kompensation ausübten.[4]

Wolfgang Schmidbauer veröffentlichte in den folgenden Jahrzehnten mehrere weitere Bücher zu diesem Themenkomplex, in denen er die Leser ermutigte, diese Strukturen zu erkennen und stärker auf die eigene Psychohygiene und eine gesunde Lebensführung zu achten. Das Buch Die hilflosen Helfer wurde in das Englische, Tschechische und weitere Sprachen übersetzt und erschien bisher über 300.000 Mal.[5]

Ausgaben

  • Die hilflosen Helfer. Über die seelische Problematik der helfenden Berufe. Rowohlt, Reinbek 1977, erste Ausgabe
  • Hilflose Helfer (= rororo Sachbuch 9691). Überarbeitete und erweiterte Ausgabe. Rowohlt, Reinbek 1992, Taschenbuchausgabe (Digitalisat), mehrere Neuauflagen
  • Die hilflosen Helfer. Vollständig überarbeitete und erweiterte Ausgabe. 180.–181. Tausend. Rowohlt, Reinbek 1995 (DNB 946184240), danach weitere Neuauflagen

Weitere Bücher von Wolfgang Schmidbauer zu diesem Themenkomplex

Sekundärliteratur

  • Tobias Schoeneich, Elisa Wortmann: Der hilflose Helfer. Auswirkungen des Helfersyndroms. Grin, München 2021, Seminararbeit (Auszug)

Einzelnachweise

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