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Die schlafende Stadt

bengalisches Märchen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die schlafende Stadt (Ghumanta Puri) ist ein bengalisches Märchen.[1]

Handlung

Ein schöner Prinz beschloss auf Wanderschaft zu gehen, um andere Länder kennenzulernen. Er durchstreifte zahlreiche Königreiche, bis er in einen dichten Wald kam, in dem kein Geräusch zu hören war. Als er trotzdem weiterging, stieß er auf einen prächtigen Palast, dessen Hof er betrat und in dem er Elefanten, Pferde, Wachen, Diener, Torwächter und Soldaten vorfand, die jedoch alle versteinert waren. Sodann erkundete er die Zimmer des Palastes, in denen er allerlei Waffen und Schätze sowie den versteinerten König mit seinem Gefolge entdeckte. Anschließend betrat er einen Raum, in dem sich eine Lotosblumenlaube befand, in der ein goldenes Bett, in der Form einer Lotosblüte, auf einem diamantenen Stiel stand. Auf der Lotosblüte aber lag eine wunderschöne Prinzessin, die schlief und während der Prinz sie betrachtete, verstrichen die Jahre.

Eines Tages jedoch erblickte der Prinz nahe dem Kopf der Prinzessin einen goldenen Stab, den er in die Hand nahm, um ihn sich näher anzusehen. Dabei berührte er mit dem Stab den Kopf der Prinzessin, die daraufhin erwachte und sogleich begannen die Vögel zu singen, waren die Elefanten und Pferde im Hofe zu hören, ertönte das Klirren der Waffen der Soldaten und alles erwachte. Da kam der König mit seinem Gefolge herbei und erzählte dem Prinzen, dass er sie aus einem Todesschlaf erlöst hatte, in den sie einst ein Riese versetzt hatte. Er bot ihm seine Tochter sowie sein Reich an und auch die Eltern des Prinzen waren sehr glücklich, als er endlich heim kam, mit der Prinzessin aus der schlafenden Stadt.[1]

Hintergrund

Das Märchen stammt aus Dakshinaranjan Mitra-Majumdars Thākurmār Jhuli (Calcutta 1907) und erhielt in Heinz Modes und Arun Rays Bengalische Märchen (Leipzig 1984) den deutschen Titel Die schlafende Stadt. Zu finden ist es auch in F. B. Bradley-Birts Bengal Fairy Tales (London 1920, III, XII). In Stith Thompsons und Warren E. Roberts’ Types of Indic Oral Tales (Helsinki 1960) wird das Märchen als einziges indisches Beispiel dem Typ 410 zugeordnet, zu dem auch das Märchen Dornröschen gehört.[1]

Literatur

  • Heinz Mode, Arun Ray (Hrsg.): Bengalische Märchen, Insel-Verlag, Leipzig 1984, S. 295–301, 457–458.

Einzelnachweise

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