Max Moor (Fernsehmoderator)
Schweizer Fernsehmoderator
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Max Moor (bis 2013 bekannt und gebürtig als Dieter Moor; * 1. Mai 1958 in Zürich) ist ein Schweizer Fernsehmoderator. Er ist als Schauspieler, Autor, Hörbuchsprecher und Reporter im gesamten deutschsprachigen Raum sowie als Landwirt tätig.

Berufliches Wirken
Herkunft und Schauspiel
Dieter, seit 2013 als Max Moor,[1] wuchs als Sohn eines Versicherungsvertreters auf dem Land auf. Nach der Schule besuchte er die Zürcher Schauspiel-Akademie und arbeitete zunächst als Schauspieler in Film und Theater. Unter anderen Rollen gab er bei der Eröffnung des Landestheaters Tübingen am 21. September 1979 den Räuber Karl Moor in Schillers Die Räuber.
Moderation
Moors Laufbahn als Moderator begann beim Österreichischen Rundfunk, wo er von 1985 bis 1991 das Kulturmagazin Kunst-Stücke moderierte. Ungefähr von 1988 bis 1992 war er für den ORF auch als Radiomoderator der Call-in-Sendung Talk Radio auf Ö3 im Einsatz.
Außerhalb Österreichs wurde Dieter Moor 1993 als Moderator bekannt mit dem von der Kritik gelobten Medienmagazins Canale Grande[2] bei dem damals noch jungen deutschen Spartensender VOX. Die Sendung wurde ein Erfolg und mit dem Telestar, dem Goldenen Gong und dem Silbernen Kabel ausgezeichnet sowie für den Grimme-Preis nominiert.[3] Nach der Einstellung der Sendung bei VOX 1994 wurde das Konzept weiterhin mit Moor als Moderator für ein Jahr und 27 Folgen unter dem Titel Studio/Moor auf dem Pay-TV-Sender Premiere von 8. September 1994 bis 1995 fortgesetzt, wo es zu den wenigen dort unverschlüsselten Sendefenstern gehörte.[2]
Für den SWR leitete Moor 1998 die satirische Sendung EX! Was die Nation erregte über Skandale der deutschen Geschichte. Für das Schweizer Fernsehen war er mit der täglichen Late-Night-Show Night Moor, bzw. später Moor, präsent. Die Sendungen waren neben der Harald Schmidt Show die einzige tägliche Late-Night-Show Europas. Nach einer öffentlichen Kontroverse zwischen Moor und seinem Vorgesetzten über Inhalte der Show wurde die Sendung 1999 jedoch eingestellt.[4]
Im österreichischen Fernsehen moderierte er ab 2000 alternierend mit Heide Schmidt die ATV-Gesprächsrunde Headline Talk und leitete ab September 2003[5] auf Premiere Austria die Talkshow Simply Moor, die trotz guter Kritiken abgesetzt wurde. 2004 produzierte er für die ARD zur Fußball-EM 2004 in Portugal die regelmäßige Fernsehglosse Das Wunder von Moor.
Von Juli 2006 bis September 2006 übernahm Moor beim Sender 3sat als Vertretung für Andrea Meier die Moderation des Kulturmagazins Kulturzeit.[6] 2006 fungierte er als Radiomoderator des bis Juni 2008 nur über Web empfangbaren Radios LoungeFM. 2007 moderierte Moor Specials und Sondersendungen auf 3sat, etwa für Kulturzeit und im Begleitprogramm der Berlinale. Seit 2007 präsentiert Moor als Moderator und „Reiseleiter“ jeweils im Dezember den 3sat-Thementag In 24 Stunden um die Welt. An diesen Thementagen werden mehrere Folgen der Sendereihe Schätze der Welt in Etappen ausgestrahlt.
Vom 4. November 2007 bis zum 15. Dezember 2024 präsentierte er in über 800 Sendungen die ARD-Kultursendung ttt – titel, thesen, temperamente im Ersten.[7][8] Im Juni 2008 moderierte Moor interimsweise in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur.[9][10]
Beim österreichischen Fernsehsender ATV führte Moor 2008 durch die Sendung Das Leben geht weiter, in der er Patienten befragte, warum sie im Krankenhaus sind.[11]
Von September 2010 bis Mai 2012 war er Moderator des rbb-Thementalks Im Palais. Die Sendung wurde zweimal monatlich samstags um 22:15 Uhr im rbb Fernsehen ausgestrahlt. Ebenfalls für den rbb war er von 2009 bis 2016 mit der Sendung Bauer sucht Kultur unterwegs.
Autor
Seine Bücher Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht. Geschichten aus der arschlochfreien Zone (2009) und Lieber einmal mehr als mehrmals weniger. Frisches aus der arschlochfreien Zone (2012) waren große Erfolge, vom ersten Buch wurden rund 400.000 Exemplare verkauft. Der Erfolg der Bücher veranlasste Moor zu ausgedehnten Lesereisen durch Deutschland. Mit Flo und der Schnüffel-Büffel veröffentlichte er im Juni 2017 sein erstes Kinderbuch.[12]
Privates
Familie und Landwirtschaft
Aus erster Ehe stammt Max Moors Tochter, die Schauspielerin Miriam Stein.
Mit seiner zweiten Frau Sonja, einer Filmproduzentin, lebte er zunächst auf einem kleinen Bauernhof in Bäretswil im Zürcher Oberland. Im Jahre 2003 entschieden sie sich, die Landwirtschaft ernsthaft zu betreiben, und wechselten in die Nähe von Berlin in Brandenburg. Sonja Moor gab ihre Beschäftigung als Produzentin auf und machte eine landwirtschaftliche Lehre. Dort bewirtschaften sie auf 70 Hektar einen landwirtschaftlichen Betrieb.[13][14]
In ihrem Projekt Modelldorf Hirschfelde engagieren sich Max und Sonja Moor für ein „ökologisches und soziales Miteinander“, gaben allerdings die Büffelhaltung auf.[14][15] Moors Buch Flo und der Schnüffel-Büffel erinnert an seine Wasserbüffelerfahrungen in Brandenburg.[12]
Vornamensänderung
Am 17. April 2013 verkündete Dieter Moor, dass er seinen Vornamen auf Max ändern wolle.[16] Vorläufig von ihm als Künstlername verwendet,[1] hat er den Vornamen Max wohl schon im Jahr 2014 amtlich ändern lassen.[17]
Staatsbürgerschaft
Im Mai 2012 gab der Schweizer Moor bekannt, „dass er demnächst die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen werde.“[16] In einem Interview im Oktober 2014 wurde Moor gefragt, ob er schon Deutscher sei. Damals gab er an, bereits alle Einbürgerungstests hinter sich zu haben.[17] Im März 2024 erklärte er gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ), dass er aus Verzweiflung über die deutsche Bürokratie sein Einbürgerungsverfahren abgebrochen habe.
Filmografie
- 1981: Der Hunger, der Koch und das Paradies (Fernsehspiel, SRG/ZDF)
- 1982: Der Maulwurf (Espion, lève-toi)
- 1985: Der schwarze Tanner
- 1985: Tatort: Des Glückes Rohstoff
- 1985–1989: Der Leihopa
- 1987: Mozart und Meisel (6-tlg. österreichische Serie, in Folge 1, 2 und 4)
- 1990–1992: Wenn das die Nachbarn wüßten
- 1998: Opernball – Die Opfer/Die Täter
- 1999: Zwei Frauen, ein Mann und ein Baby
- 1999: Das Mädchen aus der Fremde
- 2002: Das Leben geht weiter (Dokumentation)
- 2003: Bloch – Silbergraue Augen
- 2005: Alles außer Sex
- 2005–2006: Wolffs Revier
- 2006: Vier Minuten
- 2006: 100 Jahre – 100 Bilder (Dokuserie)
- 2006: Millionenschwer verliebt
- 2009: 2012
- 2009: Männerherzen
- 2010: Pastewka (Folge: Der Aufzug)
- 2012: Götter wie wir
- 2014: Josephine Klick – Allein unter Cops
- 2017: Maleika (Erzähler)
- 2019: Landkrimi – Das letzte Problem
- 2020: Die Habsburger – Kampf um die Macht (Dokumentation) (Rudolf I.)
Hörbücher (Auszug)
- Hörbuchsprecher der Kommissar-Van-Veeteren-Romane von Håkan Nesser.
- Hörbuchsprecher von Büchern von Gerhard Matzig.
- Deftige Märchen vom Land. Derb, deftig, frivol: Volksmärchen der etwas anderen Art. Gelesen von Dieter Moor. Hugendbubel, Kreuzlingen/München 2008, ISBN 978-3-7205-7011-4.
- mit Sven Stricker (Regie): Dieter Moor liest Gottfried Keller: Kleider machen Leute. Ungekürzte Lesung; 2 CDs. Argon, Berlin 2009, ISBN 978-3-86610-747-2.
- Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht. Geschichten aus der arschlochfreien Zone. Autorenlesung. Ungekürzt; 3 CDs, ca. 230 Minuten. Universal Music Group, Berlin 2010, ISBN 978-3-8291-2381-5.
- mit Martin Freitag (Regie): Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht. Geschichten aus der arschlochfreien Zone. Autorenlesung. Gekürzte Hörbuchfassung; 1 CD, ca. 230 Minuten. Universal Music Group, Berlin 2012, DNB 1026902843.
- Als Max noch Dietr war. Geschichten aus der neutralen Zone. Autorenlesung. Ungekürzt; 2 mp3-CDs, 538 Minuten. Universal Music Group, Berlin 2015, DNB 1074422244.
Bücher
als Dieter Moor:
- Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht. Geschichten aus der arschlochfreien Zone. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 2009, ISBN 978-3-499-62475-9.
- mit Sabine Schneider: ganz & einfach. Tempofrei kochen. Kindler, Berlin 2010, ISBN 978-3-463-40598-8.
- mit Roland Gazzotti (Illustration): s Baschibuech – e Gschicht fir glaini und grossi Kinder. Mitglieder der Alten Garde der Fasnachtsgesellschaft Olympia (Hrsg.). F. Reinhardt, Basel 2010, ISBN 978-3-7245-1662-0.
- Lieber einmal mehr als mehrmals weniger. Frisches aus der arschlochfreien Zone. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 2012, ISBN 978-3-499-62762-0.
- Von Fröschen und anderen Künstlern. Vorwort in: Christine Thalmann, Liane von Pein (Hrsg.): Bauer sucht Kultur. Reihe Neues Leben. Rundfunk Berlin-Brandenburg, Berlin 2012, ISBN 978-3-355-01805-0, S. 7–14.
als Max Moor:
- Als Max noch Dietr war. Geschichten aus der neutralen Zone. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 2015, ISBN 978-3-499-62921-1.
- Flo und der Schnüffel-Büffel. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 2017, ISBN 978-3-499-21773-9. (Als Hörbuch: Ilka Teichmüller liest Max Moor: Flo und der Schnüffel-Büffel. Argon Sauerländer Audio, 3 CDs und 1 Booklet. Argon Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-8398-4143-3.)
Literatur
- Thomas Blubacher: Dieter Moor. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz. Band 2, Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 1268 f.
- „Schuld sind unsere Esel“. In Hirschfelde züchtet Dieter Moor Lämmer, in der ARD übernimmt er die Moderation des Kulturmagazins ‚ttt‘. Interview. In: Tagesspiegel. 28. Oktober 2007 (tagesspiegel.de).
- Prominente: Der Medienbauer. In: Der Spiegel. Nr. 11, 2011 (online – Paywall).[18]
- Matthias Fersterer: Im Osten viel Neues. Zu Besuch im Modelldorf Hirschfelde. In: oya. Nr. 6, 2011 (lesen.oya-online.de).
- Patrick Wildermann: Max Moor: „Vielleicht ist Gott ja ein Würfel“. In: Galore. Nr. 1, 5. Dezember 2014 (galore.de, 2. September 2014).
Weblinks
- Max Moor bei IMDb
- Literatur von und über Max Moor im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Max Moor – Agenturprofil bei Barbarella Entertainment