Dietrich Harder
deutscher Physiker und Strahlenschutzexperte
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Dietrich Harder (* 11. Februar 1930 in Stettin; † 10. Februar 2019 in Göttingen) war ein deutscher Physiker und Strahlenschutzexperte.
Leben
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs flüchtete er mit seiner Familie nach Westdeutschland. Nach dem Abitur 1948 in Bad Homburg studierte er an Goethe-Universität Frankfurt Physik, Biophysik und Physiologie.[1] 1957 wurde er dort mit einer Arbeit zu Strahlenbiophysik bei Otto Hug am Max-Planck-Institut für Biophysik promoviert. 1960 wechselte er an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg und untersuchte dort den Durchgang schneller Elektronen durch dicke Materieschichten. 1966 habilitierte er sich für das Fach Experimentelle Physik und 1972 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Von 1974 bis zu seiner Emeritierung 1999 war er ordentlicher Professor und Direktor des Instituts für Medizinische Physik und Biophysik der Georg-August-Universität Göttingen.[2]
Wirken
Harder untersuchte die Wirkungsweise ionisierender Strahlung auf zellulärer Ebene und hat die Dosimetrie von Photonen- und Elektronenstrahlung in Röntgendiagnostik und Strahlentherapie geprägt. Er hat auch maßgeblich an Verbesserungen der Ultraschalldiagnostik und der medizinischen Bildverarbeitung mitgewirkt.
Er war langjähriges Mitglied (1974–1992) und Vorsitzender (1978–1979) der Strahlenschutzkommission der Bundesrepublik Deutschland und als solches auch während des Reaktorkatastrophe von Tschernobyl besonders gefordert. Außerdem war er Mitglied der International Commission on Radiation Units and Measurement (ICRU) und des Normenausschusses Radiologie im Deutschen Institut für Normung (DIN). Er war Mitbegründer der Zeitschrift für Medizinische Physik, Gründungsmitglied und erster Präsident der Gesellschaft für Biologische Strahlenforschung (DeGBS) sowie langjähriges Vorstandsmitglied der Deutschen Röntgengesellschaft.
Auszeichnungen
- 1971: Holthusen-Ring der Deutschen Röntgengesellschaft[3]
- 1980: Bundesverdienstkreuz am Bande[4]
- 2002: Glocker-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik[5]
- 2008: Ehrenmedaille der Europäischen Gesellschaft für Medizinphysik (EFOMP)[6]
- 2005: Ulrich-Hagen-Preis der Deutschen Gesellschaft für Biologische Strahlenforschung (DeGBS)[7]
- 2005: Hanns-Langendorff-Medaille[4]
- DIN-Ehrennadel des Deutschen Instituts für Normung[4]
- Boris-Rajewsky-Medaille der Europäische Gesellschaft für Radiologie (ESR)[4]
- Timofejew-Ressowski-Medaille der Russischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften[4]
- Ehrenmitgliedschaft der Polnischen Gesellschaft für Medizinische Physik[4]