Diisopropylnaphthaline

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Diisopropylnaphthaline (DIPN) sind chemische Verbindungen aus der Gruppe der Naphthaline. Zu ihnen gehören die Isomere 1,2-, 1,3-, 1,4-, 1,5-, 1,6-, 1,7-, 1,8-, 2,3-, 2,6- und 2,7-Diisopropylnaphthalin. Im technischen Produkt, das ein Isomerengemisch darstellt, sind hauptsächlich 1,3-, 1,4-, 1,5-, 1,6-, 1,7-, 2,6- und 2,7-Diisopropylnaphthalin enthalten, wobei 2,6- und 2,7-Diisopropylnaphthalin als bevorzugte Isomere mit je etwa 40 % den Hauptteil ausmachen.[1]

Gewinnung und Darstellung

Diisopropylnaphthalingemische werden hauptsächlich aus Naphthalin oder Monoisopropylnaphthalin durch Alkylierungs- oder Umalkylierungsreaktionen hergestellt.[1] Bei einer Herstellvariante wird Naphthalin mit Propen in einem Festbettreaktor über einem Alumosilikatkatalysator bei Temperaturen zwischen 160 °C und 250 °C umgesetzt.[2] Die Zusammensetzung der resultierenden Isomerengemische kann durch die Temperatur beeinflusst werden. Eine Trennung der Isomere kann durch eine Kombination von Destillations- und Kristallisationsschritten erfolgen.[2]

Eigenschaften

Diisopropylnaphthalin als technisches Produkt ist eine farb- und geruchlose Flüssigkeit.[3] 1,3- und 2,6-Diisopropylnaphthalin sind farblose Feststoffe.[2][4]

Diisopropylnaphthaline
Name 1,2-1,3-1,4-1,5-1,6-1,7-1,8-2,3-2,6-2,7-
Andere Namen
  • Bis(isopropyl)naphthalin
  • Di(1-methylethyl)-naphthalen
  • DIPN
Strukturformel
CAS-Nummer 94133-79-657122-16-424157-79-727351-96-851113-41-894133-80-924192-58-394133-81-024157-81-140458-98-8
38640-62-9 (Isomerengemisch)
PubChem 926721179713023652903903224194505
Summenformel C16H20
Molare Masse 212,33 g·mol−1
Aggregatzustand flüssigfestflüssigfestflüssig
Kurzbeschreibung farb- und geruchlose Flüssigkeit (Isomerengemisch)[3]
Schmelzpunkt 46,2 °C[2]68,5 °C[2]; 70 °C[4][5]
<−37 °C (Isomerengemisch)[6][5]
Siedepunkt 90 °C (0,8 Torr)[7]309 °C[8][9]315 °C[8][9] 293 °C[10]311 °C[8][9]318 °C[8][9]309 °C[8][9]318 °C[8][9] 290–300 °C[3]319 °C[8][9]317 °C[8][9]
290–299 °C (Isomerengemisch)[6][5]
Dichte 1,0073[11]0,965[12]
0,96 g·cm−3 (Isomerengemisch)[6][5]
Löslichkeit praktisch unlöslich in Wasser (0,11 mg·l−1 bei 25 °C)[6][13]
Brechungsindex 1,564[7]1,5782 (20 °C)[14]1,565 (25 °C)[13]1,5701[15]
1,565 (Isomerengemisch)[6][5]
Wärmekapazität 1,71 kJ·kg−1·K−1 (Isomerengemisch bei 20 °C)[5]
Wärmeleitfähigkeit 0,12 W·m−1·K−1 (Isomerengemisch bei 20 °C)[5]
Flammpunkt 152–156 °C (Isomerengemisch)[6]
GHS-
Kennzeichnung
[6]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol
H- und P-Sätze 304410
keine EUH-Sätze
273301+310331
Toxikologische Daten > 3900 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[3]

Verwendung

Diisopropylnaphthalin wird als Ersatzstoff für polychlorierte Biphenyle und als Lösungsmittel für Farbstoffe in Selbstdurchschreibepapieren eingesetzt. Allein in Japan und Deutschland werden jährlich jeweils 10.000 Tonnen des DIPN-Isomerengemisches hergestellt.[16] Das DIPN bereitet Probleme beim Recycling von Altpapier, wenn dieses anschließend als Verpackungsmaterial im Lebensmittelbereich eingesetzt wird, da es beim Recyclingprozess nicht entfernt wird und beim Fehlen einer zusätzlichen Umverpackung auf die Lebensmittel übergehen kann. Zurzeit (Stand 2001) sind zwar keine konkreten gesundheitlichen Bedenken zu DIPN bekannt, jedoch sollte laut Ansicht des Bundesinstitutes für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin im Sinne des allgemeinen Minimierungsgebotes der Gehalt von DIPN so gering wie technisch möglich gehalten werden.[17] Toxikologisch sind die DIPN laut einer Untersuchung des Bundesinstitut für Risikobewertung (Stand 2011) unbedenklich, da die Alkylsubstitution des aromatischen Rings eine Ringoxidation und damit die Umwandlung zu toxischen Reaktionsprodukten verhindert.[18] 2,6-DIPN ist funktionell und strukturell identisch mit natürlich vorkommenden Pflanzenwachstumsregulatoren in Kartoffeln und wird deshalb auch als Keimstoppmittel für Kartoffeln eingesetzt.[19]

Literatur

  • Gabriele Haack: Untersuchungen zu Wechselwirkungen zwischen Lebensmittelverpackungen auf Kartonbasis mit deren Füllgütern: Bestimmung und Abschätzung von Verteilungskoeffizienten zwischen Kartons und Lebensmittel(simulantien). München 2006, DNB 985511753, urn:nbn:de:bvb:91-diss20070104-2128347919 (Dissertation, TU München).

Einzelnachweise

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