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Dilek İmamoğlu

türkische Politikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Dilek Kaya İmamoğlu (geb. 18. November 1974 in Trabzon)[1] ist eine türkische Politikerin, Menschenrechtlerin und Ehefrau des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu, die seit dessen Verhaftung im März 2025 zu einer führenden Stimme der Opposition in ihrem Land geworden ist.[2] Als bedeutende Figur der Proteste fordert sie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Türkei ein und mobilisiert breite gesellschaftliche Unterstützung.[3]

Dilek İmamoğlu (2019)

Leben

Dilek İmamoğlu wuchs als jüngstes von zehn Kindern, davon sieben Mädchen und drei Jungen, in einer traditionell geprägten Familie auf.[4] Bereits als Grundschülerin arbeitete sie in den Sommerferien im Textilgeschäft ihres Bruders, um eigene Erfahrungen außerhalb des Elternhauses zu sammeln.[4] Eigener Aussage zufolge entwickelte sie dabei einen „rebellischen Geist“, weil sie ihrer Mutter mehr Mitspracherecht einräumen wollte.[4] Mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule zog die Familie nach Istanbul.[4]

Im Alter von 19 Jahren lernte sie dort den drei Jahre älteren Ekrem İmamoğlu kennen.[4] Das Paar heiratete 1995.[2] Aus der Ehe gingen die Söhne Selim (geb. 1997) und Semih sowie die Tochter Beren hervor.[4]

Nach bestandener Aufnahmeprüfung nahm Dilek İmamoğlu ein Studium der Öffentlichen Finanzen auf, das sie wegen der Geburt ihres ersten Kindes zunächst unterbrach.[4] Im Rahmen eines Masterstudiums verfasste sie eine Arbeit über die „gläserne Decke“, also die unsichtbaren Barrieren für Frauen im Berufsleben.[4] Nach der Geburt ihrer Tochter promovierte sie und schloss damit ihre akademische Ausbildung ab.[4]

Wirken

Bereits vor der politischen Karriere ihres Mannes setzte sich Dilek İmamoğlu für Frauen- und Minderheitenrechte ein.[4] Im Jahr 2014 setzte sie sich für einen Tag in einen Rollstuhl und fuhr durch Istanbul, um auf die Alltagshürden von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen.[4] Seit dem Wahlsieg ihres Mannes bei den Kommunalwahlen 2019 intensivierte sie ihr soziales Engagement, insbesondere für die Rechte von Menschen mit Behinderungen.[2]

In den Jahren vor der Festnahme ihres Mannes unterstützte sie mehrfach Başak Demirtaş, deren Ehemann Selahattin Demirtaş seit 2016 in Haft sitzt.[5] Die Verhaftung von Ekrem İmamoğlu am 19. März 2025 veranlasste sie in sozialen Medien und auf Großkundgebungen zum öffentlichen Kampf für seine Freilassung.[4] Dabei trat sie als Rednerin bei Massendemonstrationen auf dem Saraçhane-Platz in Istanbul auf und richtete ihre Worte direkt an Präsident Recep Tayyip Erdoğan.[2] Politische Beobachter sehen in ihrer entschlossenen Haltung ein mögliches Sprungbrett für eine eigene Kandidatur, was sie bislang jedoch zurückweist.[2] Auf internationalen Plattformen betonte sie ihren Willen zur Stärkung von Demokratie und Menschenrechten in der Türkei und zog dabei Kraft aus der Solidarität vieler Frauen im Land.[3] In Interviews erklärte sie, dass das politische Ideal ihres Mannes zur Beendigung der Ungerechtigkeit im Land auch ihr eigenes Leitmotiv sei.[5]

Trotz nachlassender Straßenproteste setzte sie ihre Kampagne in den sozialen Netzwerken fort und veröffentlichte etwa zum Muttertag 2025 einen Appell an alle betroffenen Familien, nicht aufzugeben.[4] Für ihre Unterstützerinnen gilt sie seither als Symbol für Mut, demokratische Standhaftigkeit und die Möglichkeit weiblicher Führung in der türkischen Politik.[2]

Im Mai 2026 wurde ihr gemeinsam mit ihrem Mann Ekrem İmamoğlu der Kant-Weltbürger-Preis der Immanuel Kant-Stiftung verliehen.[6][7]

Commons: Dilek İmamoğlu – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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