Diplolepis fructuum
Art der Gattung Diplolepis
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Diplolepis fructuum ist ein Hautflügler aus der Familie Diplolepididae innerhalb der Gallwespenartigen (Cynipoidea). Die Art wurde 1896 von dem Entomologen Ewald Heinrich Rübsaamen als Rhodites fructuum erstmals beschrieben (Bull. Soc. Moscou, 1895 p. 475).[1]
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Galle von Diplolepis fructuum | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Diplolepis fructuum | ||||||||||||
| (Rübsaamen, 1896) |
Merkmale
Insekten
Im Folgenden die Beschreibung der Weibchen nach Dalla Torre & Kieffer (1910).[2] Kopf, Thorax und Fühler der Weibchen sind schwarz. Die Fühler sind 14-gliedrig. Das dritte Fühlerglied ist am basalen Ende dünner. Außerdem ist es doppelt so lang wie die folgenden. Gegen das apikale Fühlerende hin werden die Geißelglieder kürzer. Das letzte Geißelglied ist jedoch länger als das vorletzte. Das Mesonotum ist fein lederartig und schwach glänzend. Das Scutellum ist grob gerunzelt, die vorn gelegenen Grübchen deutlich quer sowie breiter als lang, mit dem Hinterende sich fast berührend. Der Zwischenraum ist nicht eingedrückt. Von dem Zwischenraum bis fast zur Scutellummitte verläuft ein undeutlicher Kiel. Der Hinterleib ist glatt und glänzend, vorn dunkelrot, oft ganz schwarz. Die Radialzelle ist geschlossen und kurz. Das Areolet (kleine geschlossene Flügelzelle) ist vorhanden und groß. Die Beine sind rot gefärbt. Die Coxae sind am basalen Ende schwarz. Schwarz gefärbt sind ebenfalls die Trochanteren, das basale Ende der Femora sowie das letzte Tarsenglied. Die Tarsalkrallen sind behaart, nicht gezähnt und ohne vorspringende Ecken.
Gallen
Die Gallen von Diplolepis fructuum treten in den Früchten ihrer Wirtspflanzen auf. Neben der Hundsrose (Rosa canina) wird noch Rosa beggeriana als Wirtspflanze genannt.[3][4] Die einzelnen Fruchtansätze schwellen zu einer 1 cm langen, mehrkammerigen rötlich gefärbten Galle mit bis zu 10 Zellen an.[3][2] Bis zu 20 Teilfrüchte können auf diese Weise befallen werden, was zum Aufplatzen der Hagebutte führt.[3] Nach dem Aufsprengen der Fruchthülle erreicht diese einen Durchmesser von bis zu 22 mm und wird später dornig.[2]
Verbreitung
Diplolepis fructuum ist in der westlichen Paläarktis verbreitet.[1] Ihr Vorkommen liegt hauptsächlich im Kaukasus, in der Schwarzmeerregion, in Kleinasien, im Nord-Iran und in Zentralasien (Kasachstan).[1] Weiterhin gibt es neuere Funde aus Mitteleuropa (2020 in den Niederlanden, 2025 in Südhessen).[1]
Lebensweise
Die Larven von Diplolepis fructuum entwickeln sich in den Rosengallen. Als Parasitoide in Rosengallen von Diplolepis fructuum sind u. a. die Erzwespen Caenacis inflexa, Catolaccus crassiceps, Hobbya stenonota, Mesopolobus sericeus und Pteromalus bedeguaris (Familie Pteromalidae) sowie Pseudotorymus rosarum (Familie Torymidae) bekannt.[5][6][4] Ein weiterer Parasitoid ist die Schlupfwespe Exeristes roborator.[7]