Dipropylenglycolmethylether

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Dipropylenglycolmethylether ist in der Regel ein komplexes Isomerengemisch aus der Gruppe der Glycolether.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformeln von vier Konstitutionsisomeren 1 bis 4, die jeweils noch aus je vier Stereoisomeren bestehen
Vereinfachte Strukturformeln von vier Konstitutionsisomeren 1 bis 4 ohne Stereochemie
Allgemeines
Name Dipropylenglycolmethylether
Andere Namen
  • Methoxypropoxypropanol
  • (2-Methoxymethylethoxy)propanol
  • Dipropylenglycol-1-methylether
  • Methyldipropylenglykol
  • DPM
  • DPGME
  • Methoxydipropanol
Summenformel C7H16O3
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit[1] mit etherartigem Geruch und leicht bitterem Geschmack[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
PubChem 25485
Wikidata Q2954819
Eigenschaften
Molare Masse 148,2 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

0,95 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−80 °C[1]

Siedepunkt

180–190 °C[1]

Dampfdruck
Löslichkeit
  • mischbar mit Wasser[1]
  • mischbar mit organischen Lösungsmitteln[2]
Brechungsindex

1,419 (25 °C, 589 nm)[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[1]
MAK

50 ml·m−3; 310 mg·m−3[1]

Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Gewinnung und Darstellung

DPM wird durch Reaktion von Propylenoxid mit einem Gemisch von 1-Methoxy-2-propanol (Siedepunkt 120 °C) sowie 2-Methoxy-1-propanol (Siedepunkt 130 °C) als Isomerengemisch erhalten. Es dominieren dabei mit 90 % 1-(2-Methoxy-1-methylethoxy)-2-propanol[S 1] und 1-(2-Methoxypropoxy)-2-propanol[S 2][4] – beides Stereoisomerengemische.

Darstellung
Darstellung

Nebenisomere sind 2-(2-Methoxypropoxy)-1-propanol[S 3] und 2-(2-Methoxy-1-methylethoxy)-1-propanol[S 4] – beides ebenfalls Stereoisomerengemische.

Im Jahr 2000 wurden in den USA etwa 16.000 Tonnen produziert.[4] Damit zählt es zu den chemischen Substanzen, die in großen Mengen hergestellt werden („High Production Volume Chemical“, HPVC) und für die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine Datensammlung zu möglichen Gefahren („Screening Information Dataset“, SIDS) angefertigt wurde.[4]

Eigenschaften

Es ist eine farblose hygroskopische[5] Flüssigkeit mit schwach süßlichem Geruch. Es bildet mit 91–92 % (m/m, Stoffmengenanteil) Wasser ein bei 99,2 °C konstant siedendes Azeotrop.[6]

Verwendung

DPM wird als Lösungsmittel für Druckerfarben, Verdünnungsmittel und Veredelungsmittel in Verbindung mit Methoxypropanol bei Lacken[4] sowie als Lösungsmittel in Haushaltschemikalien und Kosmetika[2] verwendet.

Sicherheitshinweise

Es bildet an Luft langsam Peroxide und weist mit 205 °C eine Zündtemperatur knapp über dem Siedepunkt auf. Die Dämpfe von DPM können mit Luft erst bei starker Erhitzung ein explosionsfähiges Gemisch (Flammpunkt 79 °C, Zündtemperatur 205 °C) bilden. Es wird daher als „nicht explosiv“ eingestuft.[3] Die Verbindung hat eine sehr geringe akute Toxizität, ist gut biologisch abbaubar und hat ein geringes Potential für die Bioakkumulation. DPM zählt nicht zu den umweltgefährdenden Stoffen.

Einzelnachweise

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