Disteganthus

Gattung der Familie Bromeliengewächse From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Pflanzengattung Disteganthus gehört zur Unterfamilie Bromelioideae innerhalb der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Die nur vier Arten kommen nur in Französisch-Guyana, Suriname[1] sowie im brasilianischen Bundesstaat Amapá vor.[2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Disteganthus

Disteganthus gracieae

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
Unterfamilie: Bromelioideae
Gattung: Disteganthus
Wissenschaftlicher Name
Disteganthus
Lem.
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Beschreibung

Herbarbeleg von Disteganthus morii

Vegetative Merkmale

Disteganthus-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Sie sind Xerophyten und wachsen terrestrisch.[3] Mit unterirdischen Ausläufern oder Rhizomen bilden manche Arten Bestände. Die Sprossachsen sind mehr oder weniger gestaucht.[3]

Die in grundständigen Blattrosetten angeordneten 6 bis 50 Laubblätter[4] sind in Blattscheide und -spreite gegliedert, und es ist scheinbar ein Blattstiel ausgebildet.[3] Die Laubblätter überdecken sind an ihre Basis nicht, deshalb kann sich in der Blattrosette kein Wasser ansammeln.[4] Ihre am gesägten Rand sehr stark mit hakenförmigen Stacheln bewehrten, derben, einfachen, ledrigen bis sukkulenten Blattspreiten[4][3] sind bis zu 2 Meter lang. Die Blattspreite wird meist langsam schmaler zu ihrer Basis, dadurch ist anscheinend ein Blattstiel ausgebildet, ist also deutlich pseudogestielt.[4] Die Blattspreite ist linealisch-zungenförmig und längsgefurcht.[4] Die Blattstacheln sind meist mindestens in der oberen Hälfte, nur selten auf der ganzen Länge nach vorne gebogen – oft sind in der unteren Hälfte die Stacheln zurückgekrümmt.[4]

Generative Merkmale

Für Bromeliaceae relativ selten werden mehrere Blütenstände seitlich an den Sprossachsen[3] an ihrer Basis gebildet und nur selten zentral in der Blattrosette.[4] Die relativ kurzen, gedrungenen, zylindrischen, steifen Blütenstandsschäften besitzen Hochblätter.[4] Diese bestachelten[3] oder unbestachelten Hochblätter sind länger als die Internodien, häutig und wirken verwelkt, sind rosafarben, rötlich oder hell-braun und enden spitz bis stumpf.[4] Die einfachen, rispigen Blütenstände sind zapfenförmig[3] und kugel- bis eiförmig.[4] Die Blütenstandsachse ist gerade.[4] Die sich dachziegelartig überlappenden, fast aufrechten, rosafarbenen, rötlichen oder hell-braunen, stacheligen Tragblätter (Brakteen) werden im Blütenstand nach oben hin allmählich kleiner.[3][4] Diese haltbaren Tragblätter sind auf beiden Seiten beschuppt bis dicht flockig behaart und enden zugespitzt bis spitz; sie umfassen die Fruchtknoten.[4] Die spiralig und fast aufrecht angeordneten Blüten sind sitzend oder Blütenstiele sind 1 bis 10 Millimeter lang.[3][4]

Die zwittrigen Blüten dreizählig mit doppelter Blütenhülle. Der Blütenbecher ist groß und auffällig.[4] Die drei stark ledrigen, mehr oder weniger symmetrischen Kelchblätter sind frei oder auf einen großen Teil ihrer Länge verwachsen und lang-dreieckige mit bespitztem oder gerundetem oberen Ende und glatten oder winzig gesägten Rand; sie sind alle gleich oder manchmal sind zwei gekielt.[3][4] Der flockig behaarte bis verkahlende Kelch ist dorsiventral etwas abgeflacht.[4] Die drei weißen, grünlichen, cremefarbenen oder gelben, kahlen, ganzrandigen Kronblätter sind frei bis nur an ihrer Basis verwachsen, fast spatelförmigen mit zugespitem bis spitzem oberen Ende.[4][3] An den Kronblättern sind keine Schüppchen vorhanden.[4] Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden; sie überragen die Blütenkrone nicht.[4] Die Staubbeutel sind dorsifix.[4] Die Pollenkörner sind porat.[3] Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, flockig behaarten bis verkahlenden, fast zylindrischen, im Querschnitt etwas kantigen Fruchtknoten verwachsen. Die kugelig-stumpfen Samenanlagen sind in Zentralwinkelständige Plazentation angeordnet und besitzen keine Anhängsel.[3][4] Der zylindrische Griffel endet in einer gefalteten-spiraligen Narbe.[4]

Die Blütenformel lautet:

Die flockig behaarten bis verkahlenden Beeren sind eiförmig, etwas abgeflacht und enthalten drei bis zehn Samen.[4][2] Die grauen bis rot-braunen Samen sind nierenförmig.[4][2]

Systematik und Verbreitung

Taxonomie

Die Gattung Disteganthus wurde 1847 durch den französischen Botaniker Charles Lemaire in Flore des Serres et des Jardins de l'Europe, Band 3, Tafel 227 aufgestellt.[5][1] Der Gattungsname Disteganthus setzt sich aus den altgriechischen Wörtern dis für „zwei“, steg für „bedecken“ und anthos für „Blüte“.[6] Typusart ist Disteganthus basilateralis Lem.[4]

Äußere Systematik

Die Gattung Disteganthus gehört zur Unterfamilie Bromelioideae innerhalb der Familie Bromeliaceae.[1] Studien im 21. Jahrhundert ergaben, dass die Gattung Disteganthus näher mit der Gattung Ananas als mit Greigia verwandt ist. Die morphologische offensichtliche Ähnlichkeit der Gattungen Greigia und Disteganthus, die seitlich angeordneten Blütenstände, ist nicht ausschlaggebend für die natürliche Verwandtschaft.[4]

Arten und ihre Verbreitung

Die Areale liegen nur in Französisch-Guyana, Suriname[1] sowie im brasilianischen Bundesstaat Amapá.[2] Sie gedeihen terrestrisch.

Es gibt seit 2015 vier Arten:[4]

  • Disteganthus basilateralis Lem. (Syn.: Billbergia spathulaefolia hort. ex Lem., Billbergia spathulata hort. ex Lem., Pitcairnia spathulaefolia hort. ex Lem., Pitcairnia spathulata hort. ex Lem., Aechmea basilateralis (Lem.) L.B.Sm., Aechmea calatheoides L.B.Sm., Disteganthus calatheoides (L.B.Sm.) L.B.Sm.): Sie kommt nur in Französisch-Guyana vor.[1]
  • Disteganthus gracieae Aguirre-Santoro & Michelang.: Die Erstbeschreibung erfolgte 2015. Sie kommt nur in Französisch-Guayana sowie Suriname vor.[1] Sie gedeiht nur terrestrisch im Unterwuchs von nichtüberfluteten feuchten Wäldern auf den Plateaus oder glatten bis sehr steilen Hängen von Inselbergen in Höhenlagen von 50 bis 750 Metern.[4]
  • Disteganthus lateralis (L.B.Sm.) Gouda (Syn.: Aechmea lateralis L.B.Sm., Chevaliera lateralis (L.B.Sm.) L.B.Sm. & W.J.Kress, Disteganthus bromeliifolius L.B.Sm. ex Gouda): Diese Neukombination erfolgte 1994. Sie kommt nur in Französisch-Guyana sowie Suriname vor.[1]
  • Disteganthus morii Aguirre-Santoro & Michelang.: Die Erstbeschreibung erfolgte 2015.[1] Sie ist nur von zwei Fundorten im zentralen Suriname bekannt.[4]

Quellen

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