Dita Indah Sari
indonesische Gewerkschafterin, Arbeitsrechtlerin und Politikerin
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Dita Indah Sari (* 30. Dezember 1972 in Medan, Nordsumatra) ist eine indonesische Gewerkschafterin, Arbeitsrechtlerin und Politikerin, die 2001 den Ramon-Magsaysay-Preis erhielt.[1] Sie wurde als Organisatorin unabhängiger Arbeiterproteste unter der autoritären Regierung Suharto und später als Kritikerin multinationaler Produktionsketten bekannt.[2]

Leben
Dita Indah Sari wurde 1972 in Medan auf der Insel Sumatra geboren.[1] Sie ging zum Jurastudium an die Universität Indonesia in Jakarta, wandte sich aber bereits in den frühen 1990er-Jahren der politischen und gewerkschaftlichen Arbeit zu.[2] So gründete sie im Jahr 1994 eine unabhängige Gewerkschaft, obgleich Suhartos Regierung unabhängige Gewerkschaften, Parteien und Streiks unterdrückte.[2] Am 8. Juli 1996 wurde sie nach einer Arbeiterdemonstration in Surabaya festgenommen, bei der Fabrikarbeiter höhere Löhne, freie Organisierung und ein Ende militärischer Eingriffe in Arbeitskonflikte forderten.[2] Ein Gericht in Ostjava verurteilte sie am 22. April 1997 wegen Subversion und angeblicher Aufwiegelung zu Arbeitsunruhen zu sechs Jahren Haft.[3] Amnesty International forderte nach ihrer Freilassung die Aufhebung der Artikel des indonesischen Strafrechts, unter denen sie angeklagt worden war.[4] Nach Suhartos Rücktritt im Mai 1998 demonstrierten Arbeiter in Jakarta für ihre Freilassung und für ein Ende der politischen Rolle des Militärs.[5] Die indonesische Regierung entließ sie am 5. Juli 1999 aus der Haft.[4]
Wirken
Nach ihrer Haft wurde Dita Indah Sari Vorsitzende der Nationalen Front für den Kampf der indonesischen Arbeiter (FNPBI), die 2001 14 Provinzverbände und etwa 22.000 Mitglieder hatte.[1] Die Stiftung des Ramon-Magsaysay-Preises würdigte sie 2001 für entschlossenen Aktivismus zugunsten arbeitender Menschen und ihres Platzes in Indonesiens entstehender Demokratie.[6] Im Januar 2002 wurde sie für den Reebok Human Rights Award ausgewählt, lehnte die mit 50.000 US-Dollar verbundene Auszeichnung aber kurz vor der Verleihung ab.[2] Ihre Ablehnung begründete sie mit der Lage von Beschäftigten in Reebok-Zulieferbetrieben, insbesondere mit sehr niedrigen Löhnen und schlechten Lebensbedingungen von Arbeiterinnen in Indonesien.[7] Ab 2020 trat sie öffentlich als Sonderstab im indonesischen Arbeitsministerium auf.[8] In dieser Rolle verteidigte sie 2022 die Ausgestaltung des Programms Jaminan Kehilangan Pekerjaan gegen Kritik von Gewerkschaftsseite.[9] 2024 trat sie als Vorsitzende im Zentralvorstand der Partai Kebangkitan Bangsa in wirtschaftspolitischen Debatten zur künftigen Regierung Prabowo Subianto auf.[10]