Diözesane Kirchenmusikschule St. Gallen

kirchliche Kunsthochschule in St. Gallen im gleichnamigen Kanton in der Ostschweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen («dkms»)[1] ist eine kirchliche Musikschule in St. Gallen im gleichnamigen Kanton in der Ostschweiz. Sie ist eine Einrichtung des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen.[2]

Gründung18. Juni 1955
TrägerschaftKatholischer Konfessionsteil des Kantons St.Gallen
Schnelle Fakten Gründung, Trägerschaft ...
Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen
Gründung 18. Juni 1955
Trägerschaft Katholischer Konfessionsteil des Kantons St.Gallen
Ort St. Gallen
Kanton St. Gallen
Land Schweiz
Schulleiter Xoán Castiñeira
Studierende 15 (Frühlingssemester 2026)
Mitarbeiter 23
Website www.kirchenmusik-sg.ch
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Geschichte

Die Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen wurde am 18. Juni 1955 auf Initiative des damaligen St. Galler Domkapellmeisters Johannes Fuchs (1903–1999)[3] und des Lehrers Christian Willi gegründet. 1958 sicherte der Administrationsrat[4] eine jährliche Subvention von 6'000 Schweizer Franken an die dkms zu. Seit 1959 wurde eine kirchenmusikalische Bibliothek angelegt; sie ist eine wichtige Literatur-Beratungsstelle für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker im Bistum St. Gallen und der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen. Heute umfasst die Bibliothek ca. 4'000 Werke und ist dem St. Galler Bibliotheksnetz angeschlossen. Sie befindet sich im Gebäude Klosterhof 8a (Unterrichtszimmer 02), wo auch eine zweimanualige Orgel von Pflüger Orgelbau (2011) steht.[5][6]

Die dkms ist in die 1997 gegründete Musikakademie St.Gallen[7] eingebunden und bietet in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchenmusikschule St.Gallen («ekms»)[8] seit 1998 berufsbegleitende Teilzeit-Studiengänge in Kirchenmusik, die vorrangig auf die kirchenmusikalische Berufspraxis in der Schweiz ausgerichtet sind.

Seit 2008 wird an den Regionalschulen im Linthgebiet und in der Region Sarganserland-Werdenberg zusätzlich Orgel- und Gesangsunterricht angeboten. Ein weiterer Bestandteil der Diözesanen Kirchenmusikschule ist die Domsingschule St.Gallen, 2005 gegründet. Als überregionales und konfessionsübergreifendes Angebot bietet sie eine fundierte musikalisch-sängerische Grundausbildung für mehr als 100 Kinder und Jugendliche und ist damit in der Schweiz einmalig. Leiterin der Domsingschule St.Gallen ist Anita Leimgruber-Mauchle.[9]

Die Unterrichts- und Verwaltungsräume befinden sich im Stiftsbezirk. Seit 2010 stehen weitere Unterrichtsräume im «centrum dkms» beim Gallusplatz zur Verfügung, die die Diözesane und die Evangelische Kirchenmusikschule gemeinsam nutzen.[10][11][12] Die Studierenden mit Hauptfach Orgel in St. Gallen werden an der Späth-Orgel im Musiksaal im Dekanatsflügel des Klosters St. Gallen am Klosterhof, an der Pflüger-Orgel in der Bibliothek der dkms am Klosterhof, in der evangelisch-reformierten Pfarrkirche St. Laurenzen, in der katholischen Kirche St. Georgen[13] und in der Schutzengelkapelle unterrichtet.

Studiengänge

Die Diözesane Kirchenmusikschule bietet folgende Diplom-Studiengänge an:

Diese zweijährigen Studiengänge sind praxisorientierte berufsbegleitende Curricula und umfassen jeweils 16 Schulwochen pro Semester (32 Schulwochen pro Studienjahr).[18]

Weitere Angebote

Schulleitung

Schulleiter der Diözesanen Kirchenmusikschule St.Gallen ist Xoán Castiñeira.[23]

Die Regionalschulen werden von Esther Hobi-Schwarb (Linthgebiet) und Pascal Weder (Region Sarganserland-Werdenberg) geleitet.

Frühere Schulleiter

  • Johannes Fuchs † (1955–1978, St. Galler Domkapellmeister)
  • Roland Bruggmann † (1978–1998, St. Galler Domkapellmeister)
  • Hans Eberhard † (1998–2015, Schulleiter und St. Galler Domkapellmeister)
  • Kimberly Brockman (2005–2015 Co-Schulleiterin, 2016–2025 Schulleiterin)

Lehrkräfte

Aktuelle Lehrkräfte

  • Sebastian Bausch (Orgel)
  • Xoán Castiñeira (Musiktheorie, Klavier; Schulleiter der dkms)
  • Deborah Fogal (Gesang; Linthgebiet)
  • Zacharie Fogal (Gesang; Linthgebiet)
  • Klaus Gremminger (Gottesdienst- und Liturgiepraxis)
  • Corinne Grendelmeier Nipp (Gesang; Region Sarganserland-Werdenberg)
  • Andreas Gut (Gottesdienstgestaltung und Liturgiepraxis; St.Galler Domkapellmeister)
  • Hiroko Haag (Gesang, Kinder- und Jugendstimmbildung)
  • Raphael Holenstein (Chorleitung, Dirigieren)
  • Terhi Kaarina Lampi (Gesang, Kinder- und Jugendstimmbildung)
  • Anita Leimgruber-Mauchle (Leiterin des Kinder- und Jugendchores und der Domsingschule St.Gallen)
  • Paulo S. Medeiros (Gesang, Kinder- und Jugendstimmbildung)
  • Christian Nipp (Gesang; Region Sarganserland-Werdenberg)
  • Thomas Nipp (Orgel; Region Sarganserland-Werdenberg)
  • Diana Pál (Orgel; Linthgebiet)
  • Beatrice Rütsche-Ott (Gesang)
  • Gabriela Schöb Freitag (Kantorengesang/Singleitung)
  • Susanne Seitter (Gesang)
  • Pascal Weder (Coaching für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker; Regionalschulleitung Sarganserland-Werdenberg)
  • Martin Welzel (Orgel, Orgelimprovisation/Liturgisches Orgelspiel; Fachbereichsleitung und Prüfungsleitung Orgel)
  • Michael Wersin (Musiktheorie, Liturgische Gesangspraxis, Kirchenmusikgeschichte, Partiturspiel, Liedbegleitung; Studienleiter der klassischen Studiengänge)

Ehemalige Lehrkräfte

  • Lina Maria Åkerlund (Gesang)
  • Kimberly Brockman (Gesang, Coaching für Chorleitende)
  • Brigitta Christ (Gesang)
  • Hans Eberhard † (Chorleitung, Dirigieren; Schulleiter und St.Galler Domkapellmeister)
  • Marie-Louise Eberhard Huser (Orgel)
  • Kornelia Ehrismann (Gesang)
  • Idda Fuchs-Heuberger † (Orgel)
  • Livio Gabrielli (Gesang)
  • Willibald Guggenmos (Orgel; ehemaliger St.Galler Domorganist)
  • Hansjürg Gutgsell (Orgel)
  • Guido Helbling (Chorleitung, Musiktheorie, Stimmbildung)
  • Lukas Hidber (Gottesdienstgestaltung, Liturgik)
  • Siegfried Hildenbrand † (Orgel; St.Galler Domorganist)
  • Martin Hobi (Chorleitung, Dirigieren)
  • Debora Imholz (Gesang)
  • Erich Jahn (Orgel)
  • Guido Keller (Orgel)
  • Herbert Keller (Orgel)
  • Martin Keller (Gesang)
  • Alfred Kesseli (Gesang)
  • Ludwig Kohler (Orgel)
  • Adelheid Krauss (Gesang)
  • Katja Kristovic-Krizic (Gesang)
  • Leo Löhrer (Orgel)
  • Peter Mächler (Gesang)
  • Rodolfo Mertens (Gesang)
  • Christoph Maria Moosmann (Orgel)
  • Christof Näf (Chorschule)
  • Kale Lani Okazaki (Gesang)
  • Franz Pfab (Orgel)
  • Alex Pfiffner (Orgel)
  • Karl Raas (Orgel; ehemaliger St.Galler Domorganist)
  • Iso Rechsteiner † (Musiktheorie)
  • Josef Rüegg (Orgel)
  • Guido Scherrer (Gottesdienstgestaltung und Liturgik)
  • Josef Scherrer (Gregorianik)
  • Walter Schönenberger † (Chorleitung, kirchenmusikalische Praxis, Stimmbildung)
  • Christoph Schönfelder (Orgel, Liturgisches Orgelspiel/Orgelimprovisation; St.Galler Domorganist)
  • Ernst Vogler (Orgel)
  • Rolf Wäger (Orgel)
  • Max Wirz (Orgel)

Orgeln

Späth-Orgel (Musiksaal)

Späth-Orgel (1960) im Musiksaal.
Spieltisch.

Im Musiksaal im Dekanatsflügel des Klosters St. Gallen am Klosterhof 6b steht eine Orgel mit 21 Registern auf zwei Manualen und Pedal (Schleifladen, mechanische Spieltraktur, elektropneumatische Registerschaltung), die 1960 von Späth Orgelbau (Rapperswil) gebaut wurde. Dieses Instrument wird für den Orgelunterricht und Konzerte der Kirchenmusikschulen St.Gallen sowie bei Anlässen des Bischöflichen Ordinariats genutzt. 1978 und 2014 erfolgten Revisionen durch die Erbauerfirma. Das Instrument befindet sich klanglich und technisch in einem schlechten Zustand. Die Disposition:[24][25]

I Hauptwerk C–g3
Quintatön16′
Praestant8′
Koppelflöte8′
Oktave4′
Hohlflöte4′
Oktave2′
Terzian II135[26]
Mixtur113
II Schwellwerk C–g3
Gedackt8′
Harfpfeife8′
Dolkan4′
Rohrflöte4′
Flageolet2′
Quinte113
Oktävlein1′
Scharf12
Schalmei8′
Tremulant
Pedal C–f1
Subbass16′
Spillpfeife08′
Piffaro II04′[27]
Dulcian16′
  • Koppeln (mechanisch, als Wippen und Pistons): II/I, I/P, II/P.
  • Spielhilfen: Handregister («A») und zwei freie Kombinationen («B» und «C»). Einzelabsteller Zungenregister. Druckknöpfe unter dem I. Manual: Kombinationen A, B und C, Forte, Tutti. Pistons: Kombinationen A, B und C, Crescendo ab, Absteller Zungen, Absteller Mixturen. Zwei Balanciertritte (Registercrescendo und Schwellwerk).

Pflüger-Orgel (Bibliothek dkms)

Pflüger-Orgel (2011) in der Bibliothek der dkms.
Spieltisch.

In der Bibliothek der Diözesanen Kirchenmusikschule (Klosterhof 8a, Unterrichtszimmer 02) steht eine Orgel mit 5 Registern auf zwei Manualen und Pedal (Schleifladen, mechanische Spiel- und Registertraktur) von Pflüger Orgelbau, Feldkirch/Vorarlberg (Österreich) aus dem Jahre 2011. Sie wurde ursprünglich als Hausorgel für Hans Göldi-Jung (1937–2019) gebaut.[28] Nach dem Tode von Göldi-Jung 2019 wurde die Orgel der Diözesanen Kirchenmusikschule St. Gallen vermacht und steht seitdem als Übe- und Unterrichtsinstrument den Orgelstudierenden der dkms und ekms zur Verfügung. Die Disposition:[29]

I. Manual C–f3
Holzgedackt8′
Rohrflöte4′[30]
Octav2′[31]
II. Manual C–f3
Rohrflöte4′[32]
Regal8′
Pedal C–d1
Subbass8′
  • Koppeln: II/I (Schiebekoppel); I/P, II/P (als Tritte).

Literatur

  • 50-Jahr-Jubiläum Diözesane Kirchenmusikschule St.Gallen. Festschrift 1955–2005. PDF.

Einzelnachweise

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