Dominik Pupovac
österreichischer Chirurg
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Leben
Dominik Pupovac war der Sohn eines Oberingenieurs und ein Bruder des Rechtsanwalts und Politikers Alexander Pupovac.[1] In Kroatien geboren, besuchte er das Gymnasium Wasagasse in Wien.[2] Er studierte von 1887 bis 1893 Medizin an der Universität Wien. Bereits während seines Studiums begann er 1891 bei Emil Zuckerkandl als Demonstrator am Anatomischen Institut der Universität Wien wissenschaftlich zu arbeiten. Von 1892 bis 1894 war Pupovac als Prosektor tätig. Seine 1894 begonnene Ausbildung als Operationsschüler bei Carl Gussenbauer an der II. chirurgischen Klinik der Universität Wien beendete er 1896. Anschließend wirkte er als Gussenbauers Assistent.[3] Er habilitierte sich 1901 an der Universität Wien mit einer grundlegenden Arbeit über die pathologische Anatomie und Genese der Hydromeningocele sacralis anterior.[4]
Als Gussenbauer 1903 starb, supplierte ihn Pupovac als Privatdozent bis ins darauffolgende Jahr.[3] Er heiratete Tilde Gussenbauer, eine Tochter Carl Gussenbauers.[5] Im Jahr 1904 übernahm Julius Hochenegg Carl Gussenbauers Nachfolge als Ordinarius an der II. chirurgischen Klinik. Zugleich folgte Pupovac Hochenegg als chirurgischer Primararzt an der Allgemeinen Poliklinik Wien nach.[3] Zu seinen prominenten Patienten zählte der Wiener Bürgermeister Karl Lueger.[6] Pupovac besaß eine 1912 erbaute Sommervilla in Hall bei Admont in der Steiermark.[7] Hierhin zog er sich jahrzehntelang im Sommer zurück und betätigte sich als Jäger, Fischer und Bienenzüchter.[8]
Ab 1913 wirkte er als Vorstand der chirurgischen Abteilung am Kaiser-Jubiläums-Spital.[7] Während des Ersten Weltkriegs wurde er ein unterstützendes Mitglied der Gesellschaft zur Fürsorge für Kriegsinvalide in Wien.[9] Dominik Pupovac wurde 1922 zum außerordentlichen Professor für Chirurgie an der Universität Wien ernannt. Er veröffentlichte zahlreiche chirurgische Fachaufsätze, beispielsweise über Endolheliome (Neubildungen aus Endothelzellen), akute Pankreatitis und Darmchirurgie.[4] Die 1928 gegründete Ortsgruppe Wien der in Berlin beheimateten Deutschen Kakteen-Gesellschaft wählte Dominik Pupovac zu ihrem ersten Vorsitzenden. Mit Juljan Zilz als zweitem Vorsitzenden und Hugo Winternitz als erstem Schriftführer waren weitere Mediziner Mitglieder des Gründungsvorstands.[10]
Dominik Pupovac starb 1929 an einer Lungenentzündung.[4] Er wurde am Döblinger Friedhof (Gruppe 32, Reihe 7, Nummer 9) bestattet.[11]
Schriften
- Ein Fall von Teratoma colli mit Veränderungen in den regionären Lymphdrüsen. In: Archiv für klinische Chirurgie. Nr. 53, 1896, S. 59–67.
- Ein Beitrag zur Casuistik und Histologie der cavernösen Muskelgeschwülste. In: Archiv für klinische Chirurgie. Nr. 54, 1897, S. 555–567.
- Ein Beitrag zur Casuistik und Histologie der sogen. Endotheliome. In: Deutsche Zeitschrift für Chirurgie. Nr. 49, August 1898, S. 77–93, doi:10.1007/BF02791820.
- Ueber seltene Localisationen von Fettgeschwülsten. In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 3, 1899, S. 1–6 (anno.onb.ac.at).
- Ein Beitrag zur sogenannten retrograden Incarceration. In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 15, 1900, S. 8–10 (anno.onb.ac.at).
- Beiträge zur Kasuistik und Therapie des Echinococcus, insbesondere des Nierenechinococcus. In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 48, 1901, S. 5–9 (anno.onb.ac.at).
- Zur Casuistik der Penissarkome. In: Deutsche Zeitschrift für Chirurgie. Nr. 58, Februar 1901, S. 586–592, doi:10.1007/BF02816420.
- Zur Technik der Nearthrosenbildung bei ankylosirten Gelenken. In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 34, 1902, S. 1–4 (anno.onb.ac.at).
- Carl Gussenbauer. Ein Nekrolog. In: Deutsche Zeitschrift für Chirurgie. Nr. 69, August 1903, S. I–VIII, doi:10.1007/BF02802680.
- Zur Kenntnis der pathologischen Anatomie und Genese der Hydromeningocele sacralis anterior. In: Arbeiten aus dem Gebiete der klinischen Chirurgie. Dem Andenken Hofrat Prof. Dr. Carl Gussenbauers gewidmet von seinen dankbaren Schülern. Festschrift. Wilhelm Braumüller, Wien 1903.
- Zur Kenntnis der Tuberkulose der Schilddrüse. In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 36, 1903, S. 8–10 (anno.onb.ac.at).
- Die Aufgabe der Katholischen Universität. In: Katholische Kirchenzeitung Salzburg. Nr. 46, 1906.
- Aneurysma verum arteriae temporalis superficialis dextrae. In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 48, 1907.
- Zur Kenntnis der sogenannten schnellenden Hüfte (Hanche à ressort-Ferraton). In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 19, 1908, S. 681–683.
- Zur Pathologie und Therapie der akuten Pankreatitis. In: Berliner klinische Wochenschrift. Nr. 12, 1910, S. 453–456.
- Die chirurgische Behandlung der eitrigen Peritonitis bei Appendicitis. In: Medizinische Klinik. Wochenschrift für praktische Ärzte. Nr. 13, 1912, S. 1–5 (anno.onb.ac.at).
- Zur Verwendung ungestielter Lappen aus der Fascia lata bei der Mobilisierung ankylosierter Gelenke. In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 14, 1912, S. 521.
- Zur Mobilisierung des ankylotischen Ellbogengelenkes. In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 7, 1914, S. 151–152.
- Ein Beitrag zur Arteriotomie bei Embolie. In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 4, 1915, S. 90.
- Ein Beitrag zur operativen Behandlung der Appendicitis. Ein Rückblick auf achthundert in vierjährigem Bestande der Abteilung operierte Fälle. In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 33, 1917, S. 1941–1943.
- Zur Technik der Darmresektion. In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 35, 1918, S. 962.
- Über die traumatische Ruptur der Sehne des langen Daumenstreckers und ihre Therapie. In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 21, 1919, S. 557–558.
- Über Transplantationen. In: Wiener Medizinische Wochenschrift. Nr. 38 / 41, 1921, S. 1–4 / 6–9 (anno.onb.ac.at).
- Über moderne chirurgische Plastik. In: Wiener Medizinische Wochenschrift. Nr. 49 / 51 / 52, 1923, S. 2189–2192 / 2311–2315 / 2345–2351.
- Die chirurgische Behandlung der Darmtumoren. In: Wiener Medizinische Wochenschrift. Nr. 21 / 32, 1926, S. 641–642 / 967–970.
- Über Lokalanästhesie. Aus den Fortbildungskursen der Wiener Medizinischen Fakultät. In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 46, 1927.
- Wie sollen Hygrome und Ganglien behandelt werden? In: Wiener klinische Wochenschrift. Nr. 40, 1927, S. 822.
- Zur Annahme der Radikalheilung und zur Rezidive bei malignen Tumoren. In: Wiener Medizinische Wochenschrift. Nr. 79, 1927, S. 621–625.
- Zur Pathologie und Therapie des Ulcus ventriculi. In: Wiener medizinische Wochenschrift. Nr. 79, 1929.
Ehrungen
- Offiziersehrenzeichen für Verdienste um das Rote Kreuz mit der Kriegsdekoration (1916)[12]
- Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens (1916)[13]
- Straßenbenennung des Pupovacwegs in Wien-Aspern (1955)[14]
Literatur
- Felix Czeike (Hrsg.): Pupovac, Dominik. In: Historisches Lexikon Wien. Band 4, Kremayr & Scheriau, Wien 1995, ISBN 3-218-00546-9, S. 615 (Digitalisat).
- Marlene Jantsch: Pupovac, Dominik. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 8, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1983, ISBN 3-7001-0187-2, S. 337.
- Hans Lehmann: Professor Dr. Dominik Pupovac. In: Wiener Medizinische Wochenschrift, Heft 3/1929, S. 891 (online bei ANNO).