Dominikus Hermengild Herberger
Bildhauer des Barock und Rokoko in Oberschwaben und am Bodensee
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Dominikus Hermenegild Herberger (* 4. August 1694 in Legau bei Memmingen; † 12. Mai 1760 in Immenstaad am Bodensee) ist ein süddeutscher Bildhauer des Spätbarock bzw. des Rokoko.[1] Er wirkte vor allem in Oberschwaben und am Bodensee.
Leben

Dominikus Hermenegild Herberger wurde am 4. August 1694 als zehntes Kind des Bartholomäus Herberger und seiner Ehefrau Anna Maria Müfflin in Legau getauft. Sein Vater stammte aus dem Dorf und war hier Schulmeister und Mesner. Seine Mutter kam aus Kempten. Herberger hat vermutlich die Wanderjahre gemeinsam mit Egid Verhelst und Anton Sturm verbracht, mit beiden arbeitete er auch später zusammen.[2] Als seine größten Leistungen gelten die Arbeiten für die Benediktinerabteien Ochsenhausen und Wiblingen, insbesondere die Ausstattung des Bibliothekssaals in Wiblingen, den er 1744 und 1745 mit zehn lebensgroßen allegorischen Frauengestalten und ornamentalem Rokoko-Schnitzwerk versah. Ebenso bedeutend ist der Benediktsaltar in St. Georg in Ochsenhausen 1743.[1]
1718 hatte der inzwischen zum Bildhauer ausgebildete Herberger Maria Viktoria Vogt aus Dietenheim geheiratet und arbeitete in der Folge auch für St. Martin in Dietenheim. Nach zehn Jahren Tätigkeit in Ochsenhausen verlegte er 1748 seinen Wohnsitz an den Bodensee und arbeitete dort für das Fürstbistum Konstanz als fürstbischöflicher Hofbildhauer und auch für angrenzende Orte am Bodensee. Er heiratete nach dem Tod seiner ersten Frau 1755 Maria Valentina Ephrosinia Troll.[2]
Er starb nach längerer Krankheit am 12. April 1760 im Alter von 66 Jahren in Immenstaad.[2]
Werke
Aufgeführt sind nur die gesicherten Werke nach A. Schahl (S. 40–57; s. Literaturliste, dort auch S. 58–76 weitere Zuschreibungen) in der Reihenfolge ihres Entstehens.
- Au, Stadt Illertissen (Landkreis Neu-Ulm), Kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt: Ornamentale Schnitzereien und Kinderengel am Hochaltar, 1721.
- Oberkirchberg, Gemeinde Illerkirchberg (Alb-Donau-Kreis), Kath. Friedhofskapelle zu Unserer Lieben Frau: Figuren des hl. Joachim mit Maria und des hl. Joseph mit Jesuskind, 1723/24.
- Schwendi (Kreis Biberach an der Riß), Kath. Pfarrkirche St. Stephanus: Figürliche und ornamentale Schnitzereien am Hochaltar (darunter Standfiguren der hll. Dominikus und Katharina von Siena, verschiedene Engel sowie die Pelikangruppe über dem Tabernakel), 1727. - Später noch zwei Altarkreuze, 1732/33, sowie figürliche Schnitzereien an der Kanzel, 1733/34.
- Dietenheim (Alb-Donau-Kreis), Rathaus: Kruzifixus, 1728/29.
- Nasgenstadt (Alb-Donau-Kreis), Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul: Schmerzensmutter und hl. Johannes Ev. auf den beiden Nebenaltären, 1730. - Posaunen-Engel, vier Kinderengel mit Evangelistensymbolen auf dem Deckel der Kanzel, 1730. - Maria Immaculata auf drachenumwundener Weltkugel in einer Rundbogennische der Schiffsüdwand, 1731.
- Bronnen (Kreis Biberach a. d. Riß), Kath. Pfarrkirche St. Blasius und Margarete: Figuren des hl. Blasius und der hl. Margarete am Hochaltar, 1736/37. - Vortragskreuz, 1736.
- Laupheim (Kreis Biberach an der Riß), Kath. Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul: Figürliche Schnitzarbeit an der Kanzel, 1738/39.
- Obersulmetingen (Kreis Biberach an der Riß), Kath. Pfarrkirche St. Ulrich: Auferstandener, 1741/42.
- Ochsenhausen (Kreis Bierach an der Riß), ehem. Benediktinerabteikirche St. Georg: St. Johannis-Altar, 1741. - Benediktusaltar, 1743.
- Untersulmetingen (Kreis Biberach an der Riß), ehem. Schlosskapelle St. Otmar: Figuren des hl. Benedikt und der hl. Scholastika, dazu andere figürliche und ornamentale Schnitzereien am Hochaltar, 1741/42. - Putten und ornamentale Schnitzereien an der Kanzel, 1741/42.
- Untersulmetingen-Niederkirch (Kreis Biberach an der Riß), Kath. Pfarrkirche St. Georg und Sebastian: Figuren der hl. Ottilie und der hl. Walburga am Hochaltar, 1743/44.
- Wiblingen, Stadt Ulm, Bibliothekssaal der ehem. Benediktinerabtei: Zehn allegorische Frauengestalten und ornamentale Schnitzereien, 1744/45.
- Betlinshausen, Stadt Illertissen (Landkreis Neu-Ulm), Kath. Kuratiekirche St. Johannes Baptist: Hochaltar, ornamentale Schnitzereien an Tabernakel und Rückwand nebst Lamm-Gottes und Figuren der Hll. Dominikus und Katharina von Siena, 1746/47.
- Reinstetten (Kreis Biberach an der Riß), Kath. Pfarrkirche St. Urban: Figürliche und ornamentale Schnitzereien am Hochaltartabernakel (darunter Engel sowie Figuren der hll. Benedikt und Scholastika und der hll. Heraclius und Helena), 1746/47.
- Betenbrunn, Gde. Wintersulgen (Bodenseekreis), Ehem. Kollegiatstiftskirche und spätere Pfarrkirche Mariä Geburt: Officiatorium mit ornamentalen und figürlichen Schnitzereien, 1748.
- Friedrichshafen-Schnetzenhausen, Kath. Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul: Figuren des hl. Georg und des hl. Leo, um 1748.
- Meersburg (Bodenseekreis), Kath. Stadtpfarrkirche B. M. V.: Halbfiguren der Apostel Petrus und Paulus auf Rocaillesockeln, 1749.
- Immenstaad (Bodenseekreis), Kath. Pfarrkirche St. Jodokus, Sakristei: Epitaph für D. H. Herberger (gest. 12. Mai 1760) und seine Frau Maria Vogt (geb. 12. April 1755) sowie seien zweite Frau Valentina Euphrosina Troll (Todesdatum nicht eingetragen), 1755.
Literatur
- Adolf Schahl: Dominikus Hermenegild Herberger 1694–1760. Ein Bildhauer des Rokoko in Oberschwaben und am Bodensee. ISBN 978-3-87437-114-8