Domitius Marsus

Dichter aus der Zeit der Augusteer From Wikipedia, the free encyclopedia

Domitius Marsus war ein Dichter in den letzten Jahrzehnten vor der Zeitenwende, also in der Zeit des Kaisers Augustus. Ovid nennt ihn in einem Katalog zeitgenössischer Dichter an erster Stelle.[1] Marsus dürfte also etwa gleichen Alters wie Ovid gewesen sein.

Wie über sein Leben wenig bekannt ist, so haben sich auch von seinem Werk nur Fragmenten erhalten. Sein Hauptwerk waren Epigramme. Darüber hinaus verfasste er andere Dichtungen, ein Epos namens Amazonis[2] und ein Prosawerk mit dem Titel De Urbanitate.[3]

Marsus’ Epigramme waren, soweit wir erkennen können, größtenteils satirisch. Der große römische Epigrammatiker Martial erwähnt mehrfach Marsus.[4]

Überliefert ist unter anderem ein Nachruf auf den Dichter Tibull (erhalten am Ende der Codices Tibulls; Frg. 7 in der Ausgabe Courtneys).

Te quoque Vergilio comitem non aequa, Tibulle,
Mors iuvenem campos misit ad Elysios,
Ne foret, aut elegis molles qui fleret amores
Aut caneret forti regia bella pede.

Auch dich, Tibullus, hat als jungen Begleiter für Vergil
der ungerechte Tod zu den elysischen Feldern geschickt,
und es wird keinen mehr geben, der zarte Liebschaften mit Elegien beweint
oder königliche Kriege mit starkem Versfuß besingt.

Marsus spricht von dem im Jahre 19 v. Chr. verstorbenen Vergil. Dem Gedicht nach muss der etwa 20 Jahre jüngere Tibull etwa zur selben Zeit wie der große Epiker verstorben sein. Marsus beklagt wegen des Todes der beiden Dichter das nun folgende Fehlen der Elegiker und Epiker vom Format eines Tibull respektive Vergil.

Textausgaben

Edward Courtney: The Fragmentary Latin Poets. Oxford University Press, Oxford u. a. 1993, ISBN 0-19-814775-9, S. 300–305.

Literatur

Anmerkungen

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