Don Camillo und Peppone (Film)
Film von Julien Duvivier (1952)
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Don Camillo und Peppone (Originaltitel: Le petit monde de Don Camillo) ist ein italienisch-französischer Spielfilm in Schwarz-Weiß aus dem Jahr 1952. Die Filmkomödie ist der erste Film der überaus erfolgreichen fünfteiligen Don-Camillo-und-Peppone-Filmsaga mit den Hauptdarstellern Fernandel und Gino Cervi, die auf den Erzählungen von Giovanni Guareschi basiert.
| Film | |
| Titel | Don Camillo und Peppone |
|---|---|
| Originaltitel | Le petit monde de Don Camillo |
| Produktionsland | Frankreich, Italien |
| Originalsprache | Französisch, Italienisch |
| Erscheinungsjahr | 1952 |
| Länge | 107 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Julien Duvivier |
| Drehbuch | Julien Duvivier René Barjavel |
| Produktion | Giuseppe Amato |
| Musik | Alessandro Cicognini |
| Kamera | Nicolas Hayer |
| Schnitt | Maria Rosada |
| Besetzung | |
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| → Synchronisation | |
| Chronologie | |
Im Jahr 2008 wurde die Komödie auf die offizielle, vom italienischen Kulturministerium gebilligte Liste „100 erhaltenswerte italienische Filme“ aufgenommen. Die 100 ausgewählten Filme entstanden zwischen 1942 und 1978 und haben das kollektive Gedächtnis Italiens maßgeblich geprägt.[1]

Handlung
1946 in dem kleinen Ort Brescello in der Poebene. Die Kommunisten haben die Bürgermeisterwahl gewonnen und feiern auf dem Marktplatz ihren Sieg. Don Camillo verlässt seine Kirche, um die Feier zu unterbinden. Er läutet mit sämtlichen Glocken, so dass die Kundgebung nicht mehr stattfinden kann. Im allgemeinen Trubel erreicht Peppone eine Nachricht, und die Kommunisten versammeln sich vor Peppones Haus, der seinen neugeborenen Sohn zeigt.
Peppones Frau möchte den Sohn taufen lassen. Da das Kind auf den Namen Lenin getauft werden soll, weigert Don Camillo sich. Die beiden prügeln sich im Glockenturm. Das Kind wird getauft, wobei Peppone Lenin in Camillo umwandeln möchte.
Pate des Kindes ist der alte Brusco. Seine Familie hat einen Bauernhof, ist aber verarmt. Ganz im Gegensatz zu seinem Nachbarn Filotti. Seit Jahren herrscht Zwist zwischen den Familien. Bruscos Sohn Mariolino und Gina Filotti, die Enkelin des alten Filotti, lieben sich seit Kindertagen.

Peppone bittet Don Camillo um Hilfe bei der Formulierung seiner neuesten Bekanntmachung. Und dieser korrigiert die Grammatik, verlangt dafür die Reparatur des Glockenturms mit Hilfe der Gemeinde.
Don Camillo wird zur Grundsteinlegung für das Volkshaus eingeladen und segnet den Grundstein. Ihm kommt der Verdacht, dass das Geld für den Bau nicht aus Spenden der Bevölkerung stammt, sondern aus der Kasse der Faschisten, welche die Partisanen erbeutet, aber verloren haben wollen. Don Camillo zwingt Peppone, ihm drei der zehn Millionen Lire zu überlassen, um davon einen Kindergarten bauen zu lassen.
Die jährliche Segnung des Flusses steht an. Don Camillo lädt den Bürgermeister ein. Dieser verspricht, dass er mit der ganzen kommunistischen Ortsgruppe kommen werde – mit roter Fahne. Don Camillo möchte, dass sie ohne Fahne kommen, schließlich gehe es um Religion, nicht um Politik. Peppone weigert sich und lässt noch dazu verbreiten, dass jeder, der zur Prozession komme, Prügel beziehen werde. So wird Camillo, als er sich mit dem Kreuz vom Hochaltar auf den Weg macht, nur von einem Hund begleitet. Unterwegs trifft er die Kommunisten, die ihm den Weg versperren. Gerade als Don Camillo mit dem Kreuz zuschlagen will, macht man ihm Platz. Peppone betont, er mache Jesus Platz, nicht Don Camillo, der nun den Fluss segnet.
Auf ihrem Sterbebett ruft Fräulein Cristina den Bürgermeister und Don Camillo. Sie bittet darum, Gina und Mariolino heiraten zu lassen. Im Gemeinderat wird diskutiert, ob man Fräulein Cristinas Wünschen nachgeben soll. Die kommunistischen Abgeordneten sind dagegen. Peppone bittet Don Camillo, Stellung zu beziehen. Dieser sagt, er wolle erst Peppones Meinung hören. Peppone sagt, als Bürgermeister stimme er dem ablehnenden Beschluss des Gemeinderats zu. Fräulein Cristina solle ihren letzten Willen haben, da ihm der Willen der Toten wichtiger sei als der der Lebenden. Don Camillo gibt zu verstehen, dass er sich wohl der Gewalt beugen müsse. So wird Fräulein Cristina beerdigt, wie sie es sich gewünscht hat.
Gina und Mariolino wollen heiraten, obwohl Gina noch nicht volljährig ist und ihre Familien verfeindet sind und die Heirat verhindern wollen. Sie suchen Don Camillo auf. Der beruhigt sie. Peppone reagiert ähnlich. Sie verabschieden sich mit den Worten, man werde die Glocke schon läuten hören, und begeben sich zum Fluss, um gemeinsam ins Wasser zu gehen. Peppones Frau wird klar, was die beiden damit meinen. Es wird eine Rettungsaktion gestartet und die beiden werden aus dem Wasser gezogen.
Don Camillo und Peppone wollen den Kindergarten und das Volkshaus gemeinsam einweihen. Da der Bischof zur Trauung kommen wird, überlegt sich Peppone, wie er die Zeremonie gestalten könnte. Sie sperren die Straße, auf der der Bischof anreist, begleiten ihn zu Fuß zum Kindergarten und sagen, sie müssten das Volkshaus einweihen. Der Bischof beglückwünscht die Menschen zu ihrem Volkshaus. Am Abend feiert man ein Fest. Don Camillo wird an einer Wurfbude provoziert und es kommt zu einer Prügelei in Anwesenheit des Bischofs. Don Camillo wird in eine andere Gemeinde versetzt.
Zu Don Camillos Abschied erscheint niemand, Peppone hat Prügel androhen lassen. Am Bahnhof Brescello-Viadana steht aber die gesamte Kirchengemeinde und beschenkt ihn. Am folgenden Bahnhof Gualtieri hat sich die Ortsgruppe der Kommunisten versammelt und verabschiedet ihn. Peppone verspricht, den neuen Pfarrer schnell zu vergraulen und sich beim Bischof für Don Camillo starkzumachen.
Hintergrund
Der Film war eine italienisch-französische Koproduktion. Mehr als drei Jahrzehnte später kam mit Keiner haut wie Don Camillo (1984) eine Neuverfilmung in die Kinos.
Kritiken
„Die Zusammenarbeit von Guareschi, Duvivier und Fernandel war ein Glücksfall. Fernandel, oft unterschätzt und als bloßer Spaßmacher und Grimassenschneider eingesetzt, hat den Schelm in der Soutane ernst und sehr zurückgenommen gespielt, hat dieser Karikatur eines Priesters menschliche Glaubwürdigkeit verliehen. Und Duvivier, für seinen poetischen Realismus gerühmt und in den 30er Jahren einer der Großen des französischen Films, verfügte über das notwendige Einfühlungsvermögen in Guareschis ‚Kleine Welt‘.“
„Gelungene Verfilmung des zeitgenössischen Schelmenromans. Eine derbe und volkstümliche Satire auf italienische Eigenarten mit naiver politischer Botschaft, getragen von zwei Erzkomödianten.“
Auszeichnungen
- 1952: Nastro d’Argento für Fernandel als bester ausländischer Darsteller in einem italienischen Film
- 1952: Empfehlung der Evangelischen Filmgilde als bester Film des Monats Dezember
- 1953: Silberner Becher für den besten Film, „der zur Förderung des demokratischen Gedankens beiträgt“
- 1954: Nominierung für den British Academy Film Award in der Kategorie Bester Film
- 2008: Aufnahme auf die offizielle, vom italienischen Kulturministerium gebilligte Liste „100 erhaltenswerte italienische Filme“
Synchronisation
Die deutsche Synchronfassung entstand in den Studios der Internationalen Film Union Remagen. Buch und Dialogregie übernahm Georg Rothkegel.[3]
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Don Camillo | Fernandel | Alfred Balthoff |
| Giuseppe Bottazzi „Peppone“ | Gino Cervi | Werner Lieven |
| Mariolino Brusco | Franco Interlenghi | Peer Schmidt |
| Bischof | Charles Vissières | Hans Teschendorf |
| Frau Bottazzi | Leda Gloria | Leonore Fein |
| Stiletti | Mario Siletti | Kurt Meister |
| Fräulein Cristina | Sylvie | Margarete Haagen |
| Nero | Alexandre Rignault | Klaus W. Krause |
| Faschist | Paolo Stoppa | Heinz Schimmelpfennig |
| Beppo | Claudy Chapeland | Klaus-Dieter Fröhlich |
| Stimme Jesu | n.n. | Ernst Kuhr |
| Erzähler | n.n. | Hans Nielsen |
Literatur
- Giovanni Guareschi: Don Camillo und Peppone. Roman (Originaltitel: Mondo piccolo „Don Camillo“). Mit 38 Federzeichnungen des Autors. Deutsch von Alfons Dalma. Mit einem Nachwort und einer Zeittafel von Ulrich Baron. Artemis und Winkler, Düsseldorf/Zürich 2001, ISBN 3-538-06917-4 (334 Seiten).
Bearbeitungen für die Bühne
- Gerold Theobalt: Don Camillo und Peppone. Komödie. Ahn & Simrock, München 1999 (frei nach dem Roman Don Camillo und Peppone).
- Riccardo F. Esposito: Don Camillo e Peppone. Cronache cinematografiche dalla Bassa Padana 1951–1965. Le Mani – Microart’s, Recco (Genua, Ligurien, Italien) 2008.
