Donata Helmrich
deutsche Gerechte unter den Völkern
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Donata Helmrich (* 27. August 1900 in Loschwitz bei Dresden als Maria Annalise Donata Hardt[1]; † 10. April 1986) wurde als Gerechte unter den Völkern aus Deutschland geehrt. In der Zeit des Nationalsozialismus rettete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Eberhard Helmrich zahlreichen jüdischen Verfolgten das Leben.

Leben
Die Lehrerin, Sekretärin und Übersetzerin Donata Hardt heiratete in zweiter Ehe[2] 1933 Eberhard Helmrich, einen Berliner Landwirtschaftsexperten.[3] Sie war Mutter von drei Kindern aus erster Ehe mit Friedrich Greiff und mit Eberhard Helmrich die Mutter der spätere Politikerin Cornelia Schmalz-Jacobsen. Genauso wie Eberhard Helmrich war sie von Beginn an gegen den Nationalsozialismus.[4]
1941 wurde Eberhard Helmrich als Leiter der Lebensmittel- und Landwirtschaftsverwaltung zum Dienst in der deutsch besetzten, polnischen Stadt Drohobycz (heute Drohobytsch) verpflichtet. Dort setzte man ihn ab 1942 als Aufseher des Arbeitslagers Hyrawka ein, wo um die 200 jüdische Frauen und Männer arbeiten mussten. Für mehrere Jüdinnen besorgte er falsche Papiere, um sie zu seiner Frau nach Berlin-Charlottenburg zu schleusen.[5]
Donata Helmrich nahm die jungen Frauen bei sich zu Hause auf, trotz der Sorge um ihre eigenen Kinder. Zeitweise versteckte sie die Frauen in einem Bunker, der zu ihrem Haus gehörte.[6] Als die Nachbarn misstrauisch wurden, gab sie die jüdischen Frauen als christliche Ukrainerinnen aus, die sie dann als günstige Hausmädchen in der Nachbarschaft vermittelte. Diese Familien ahnten nichts von deren jüdischen Herkunft. Mehrmals „verlor“ Helmrich ihren Ausweis, um ihn dann den verfolgten Frauen zur Verfügung zu stellen.[5] Zu dieser Zeit knüpfte Donata Helmrich in Berlin ein Netz von über dreißig Unterstützern. Es wird geschätzt, dass sie etwa 300 jüdischen Frauen und Männern geholfen hat.[7]
„Besser unsere Kinder haben tote Eltern als feige Eltern.“
Nach dem Ende des Krieges trennte sich das Ehepaar Helmrich.[8] Donata Helmrich blieb in Berlin und arbeitete unter anderem als Dolmetscherin für die CDU-Politiker Konrad Adenauer und Gerhard Schröder.[9] Eberhard Helmrich emigrierte in die USA.
Nach der Pensionierung lebte Donata auf Sylt, wo sie nach ihrem Tod auf dem Keitumer Friedhof beigesetzt wurde.
Ehrungen
Für die Rettung von Juden im Nationalsozialismus wurde Donata Helmrich durch den Staat Israel als Gerechte unter den Völkern geehrt, indem 1986 im Garten der Gerechten unter den Völkern der Gedenkstätte Yad Vashem ein Baum für sie gepflanzt wurde. Dieselbe Ehrung wurde Eberhard Helmrich bereits 1965 zuteil.[10]
Am 22. März 2024 wurde an ihrem ehemaligen Wohnort Berlin-Westend, Westendallee 99f, eine Berliner Gedenktafel für sie und ihren Ehemann enthüllt.
Im Rahmen der Serie Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus erschien im August 2025 eine Sondermarke zu ihrem Gedenken im Nennwert von 0,95 €.[11][12]
Literatur
- Lexikon der Gerechten unter den Völkern, deutsche Ausgabe 2005, S. 146.
- Wolfgang Benz: Überleben im Dritten Reich. Juden im Untergrund und ihre Helfer. C.H.Beck, München 2003, S. 15, 67–81.
- Cornelia Schmalz-Jacobsen: Zwei Bäume in Jerusalem. Ein Zeugnis außergewöhnlichen Mutes im Nationalsozialismus. München 2002. ISBN 978-3-455-09378-0.
- Eric Silver: Sie waren stille Helden. Frauen und Männer, die Juden vor den Nazis retteten. Hanser, München 1994, S. 203–207.
Weblinks
- Getarnt überlebt – aus Polen nach Berlin auf https://www.gedenkstaette-stille-helden.de/ Widerstand gegen die Judenverfolgung 1933–1945]
- WELT: Zwei Bäume in Jerusalem erinnern an Donata und Eberhard Helmrich, Veröffentlicht am 9. Dezember 2002
- Biografischer Artikel der Gedenkstätte Stille Helden
- Biografischer Artikel über Frauen im Widerstand
- Artikel über Berliner Gedenktafel für Donata und Eberhard Helmrich
- Gedenktafel in Berlin Donata und Eberhard Helmrich