Donaukalk

Düngemittel als Nebenprodukt der Kühlwasserdecarbonisierung im dem Kernkraftwerk Gundremmingen From Wikipedia, the free encyclopedia

Donaukalk ist die regional verwendete Bezeichnung für ein Produkt, das bei der erforderlichen Aufbereitung des aus der Donau entnommenen Kühlwassers für die Kühltürme des Kernkraftwerks Gundremmingen entstand und in der Landwirtschaft als Düngemittel verwendet wurde.

Entstehung

Das Wasser, das in den Kühltürmen des Kernkraftwerks Gundremmingen zirkulierte und dabei verdunstete, wurde aus der nahe gelegenen Donau entnommen. Bevor es verwendet werden konnte, war zur Vorbeugung vor Schädigungen der Rohrleitungssysteme eine Aufbereitung des Wassers erforderlich. Die Entcarbonisierung erfolgte durch den Zusatz von Kalkmilch.[1] Bei diesem Prozess der Wasserenthärtung wurden bis Ende 2021 jährlich ca. 50.000 Tonnen Rückstandskalk aus dem Donauwasser ausgefällt, der in der Region um Gundremmingen als Donaukalk bekannt war.[2]

Nach dem Ende des Leistungsbetriebs (Block B wurde Ende 2017 abgeschaltet, Block C Ende 2021) wurden die Komponenten der Kühlwasserversorgung sukzessive außer Betrieb gesetzt und rückgebaut, sodass in der Folge die Menge des anfallenden Donaukalks zurückging. Am 25. Oktober 2025 wurden die Kühltürme gesprengt.[3]

Verwendung

Donaukalk auf einer Ackerfläche im Landkreis Günzburg

Über viele Jahrzehnte wurde der Donaukalk kostenlos an landwirtschaftliche Maschinen- und Betriebshilfsringe im Umkreis des Kernkraftwerks abgegeben. Diese verteilten den Kalk gegen einen geringen Transportkostenbeitrag an ihre Mitglieder, insbesondere an Landwirte in den Landkreisen Günzburg, Neu-Ulm und Dillingen, die das Produkt als hochwertiges Düngemittel zur Verbesserung ihrer landwirtschaftlich genutzten Flächen verwendeten (siehe: Kalkung).[2] Der Kalkdünger wurde lastwagenweise angeliefert und am Rand der Ackerflächen abgekippt. Besonders im Frühjahr prägten die farblich auffälligen Haufen das Landschaftsbild.

Aufgrund seiner Zusammensetzung war Donaukalk grundsätzlich auch zur Wiederverfüllung von Baggerseen oder zur Entsorgung auf einer Deponie geeignet.[2]

Aussehen und Konsistenz

Donaukalk Nahaufnahme

Der Donaukalk hat eine helle ockergelbe Färbung und eine feinkörnige, bindige Konsistenz.

Chemische Zusammensetzung

Das werkseigene Labor analysierte regelmäßig den Donaukalk. Laut Betreibergesellschaft Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH (KGG) setzte sich der Kalk wie folgt zusammen:[2]

Stickstoff, Phosphor und Kalium machten zusammen einen Anteil von weniger als 0,3 Prozent aus.[4]

Gefährlichkeit und Grenzwerte

Der Donaukalk war gesundheitlich unbedenklich und nicht radioaktiv kontaminiert.[5] Das Produkt hielt die Anforderungen der Düngemittelverordnung ein.[5]

Siehe auch

Nach dem gleichen Prinzip fallen auch in anderen Kühlwasserreaktoren mit Kühltürmen solche Kalke als Wertstoffe an, etwa im Kernkraftwerk Leibstadt. Eine allfällige Bezeichnung wäre demnach analog Rheinkalk.

Einzelnachweise

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