Donna Deitch
US-amerikanische Regisseurin und Produzentin
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Donna Deitch (* 8. Juni 1945 in San Francisco, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Film- und Fernsehregisseurin, Produzentin und Drehbuchautorin. Bekannt wurde sie durch den Spielfilm Desert Hearts (1985), der als bedeutender Beitrag zur lesbischen und queeren Filmgeschichte gilt.[1][2][3]
Leben und Wirken
Deitch studierte an der University of California, Berkeley, wo sie 1969 mit einem Bachelor abschloss. An der University of California, Los Angeles schloss sie 1975 ein Masterstudium im Bereich Film ab.[4]
Deitch gehörte zu den Mitbegründerinnen des Social and Public Art Resource Center (SPARC) in Los Angeles. Mit dem kurzen Dokumentarfilm The Great Wall of Los Angeles dokumentierte sie die Entstehung des gleichnamigen Wandbildprojekts; der Film wurde später innerhalb der Institution auch als Einführung in deren Arbeitsweise genutzt.[5]
Einem größeren Publikum wurde Deitch mit Desert Hearts bekannt, einer Verfilmung von Jane Rules Roman Desert of the Heart. Der Film erzählt eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen und wurde in der deutschsprachigen Rezeption wiederholt als früher Gegenentwurf zu den bis dahin häufig tragisch angelegten Darstellungen lesbischer Figuren beschrieben.[2][3][6]
Mit Desert Hearts schuf Deitch einen Film, der in der lesbischen und queeren Filmgeschichtsschreibung als Schlüsselwerk beschrieben wird. Hervorgehoben wird insbesondere, dass der Film lesbisches Begehren nicht als Sensation oder Tragödie, sondern als Liebesgeschichte erzählt.[2][3][6]
Der unabhängig produzierte Spielfilm lief 1985 unter anderem auf den internationalen Filmfestivals in Toronto und in Telluride, wurde 1986 beim Sundance Film Festival gezeigt und dort mit einem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.[1]
Nach dem Erfolg von Desert Hearts arbeitete Deitch überwiegend für das US-amerikanische Fernsehen. Sie inszenierte unter anderem The Women of Brewster Place, The Devil’s Arithmetic und Common Ground sowie Episoden von Serien wie NYPD Blue, ER, Law & Order: Special Victims Unit, Grey’s Anatomy, Private Practice, Heroes und Greenleaf.[4][7]
Neben ihrer Arbeit als Regisseurin war Deitch auch als Produzentin und Drehbuchautorin tätig.[4][7]
Der Erfolg von Desert Hearts führte zu weiteren Regiearbeiten im Fernsehen. Nach Angaben der UCLA wurde Deitch von Oprah Winfrey für die ABC-Miniserie The Women of Brewster Place engagiert. Es folgten Fernsehfilme und Serienepisoden, darunter Arbeiten für Prison Stories: Women on the Inside, Common Ground, NYPD Blue, ER, Law & Order: Special Victims Unit, Grey’s Anatomy, Heroes, Private Practice und Greenleaf.[8][9]
1998 realisierte Deitch mit Angel on My Shoulder einen Dokumentarfilm über ihre Freundin, die Schauspielerin Gwen Welles. Der Film wurde beim Chicago International Film Festival mit dem Gold Hugo ausgezeichnet.[8][10] Für ihre Regie des Fernsehfilms The Devil’s Arithmetic erhielt sie 2000 einen Daytime Emmy Award in der Kategorie Outstanding Directing in a Children’s Special.[9][8]
Filmografie
- 1975: Woman to Woman
- 1977: The Great Wall of Los Angeles
- 1985: Desert Hearts
- 1994: Criminal Passion
- 1998: Angel on My Shoulder
Fernsehen (Auswahl)
- 1989: The Women of Brewster Place (Miniserie)
- 1991: Prison Stories: Women on the Inside
- 1992: Sexual Advances
- 1999: The Devil’s Arithmetic
- 2000: Common Ground
- Episodenregie für NYPD Blue, ER, Law & Order: Special Victims Unit, Judging Amy, Heroes, Grey’s Anatomy, Private Practice, Greenleaf
Auszeichnungen
- 1986: Special Jury Prize beim Sundance Film Festival für Desert Hearts[1]
- 1998: Gold Hugo beim Chicago International Film Festival für Angel on My Shoulder[10]
- 2000: Daytime Emmy Award, Outstanding Directing in a Children’s Special, für The Devil’s Arithmetic[9]