Dora Berndl

deutschsprachige Übersetzerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Dora Berndl (geboren 1878 in Schitomir, Gouvernement Wolhynien, Russisches Kaiserreich; gestorben 1953) war eine deutschsprachige Übersetzerin.

Leben und Wirken

Deborah Friedmann wuchs in einer jüdischen Familie in Schitomir in der heutigen Ukraine auf.[1] In Moskau begegnete sie dem aus Österreich kommenden, jüdischen Philologiestudenten Ludwig Berndl, der sie mit nach Bern in die Schweiz nahm. Dort studierte sie Medizin. 1908 lernte sie den anarchistischen Schriftsteller Gustav Landauer bei einem Vortrag kennen, woraus sich eine intensive Freundschaft zwischen ihr, Ludwig Berndl und ihm entwickelte.[2] Um 1909 heiratete sie. Beide Eheleute beschäftigten sich besonders mit dem Nachlass von Leo Tolstoi, der 1910 gestorben war, und übertrugen einige Werke von ihm. Dora Berndl war nie in einem medizinischen Beruf tätig.

In den 1920er Jahren wohnten beide in Wien in der Thurngasse, seit 1928 in Berlin-Hermsdorf in der Nähe von Gustav Landauer. 1932 emigrierten sie nach Orselina im Tessin, wo sie seitdem unter ärmlichen Verhältnissen lebten.[3]

Übersetzungen

Dora Berndl übersetzte einige Werke aus dem Russischen, vor allem von Leo Tolstoi, diese zusammen mit ihrem Ehemann.

übertragen mit Ludwig Berndl

  • Leo Tolstoi, Nachlaß. Novellen und Dramen, 2 Bände, Diederichs, Jena 1912 (darin Hadschi-Murat, Der gefälschte Coupon, Nach dem Ball / Vater Sergius, Aljoscha, Nach ihm alle Tugenden, Der Teufel, Und das Licht scheinet in der Finsternis) (eingeschränktes Digitalisat)[4], mehrere Neuauflagen auch einzelner Erzählungen
  • Leo Tolstojs Briefwechsel mit der Gräfin A. A. Tolstoj 1857–1903, G. Müller, München 1913, in Russland verboten[5]
  • Leo Tolstoi, Der Durchreisende und der Bauer, Friedens-Armee, Zürich 1917
  • Leo Tolstoi, Göttliches und Menschliches. Erzählungen aus dem Nachlaß , Diederichs, Jena 1928, Neudruck 2024 (Digitalisat, Digitalisat)
  • Leo Tolstoi, Der lebende Leichnam, Diederichs, Jena 1928
  • Leo Tolstoi, Briefe an seinen Freund Wladimir Tschertkow aus den Jahren 1883 bis 1886, Züst, Winterthur 1950

als Dora Berndl-Friedmann

Literatur

  • Hanna Delf von Wolzogen (Hrsg.): Gustav Landauer. Briefe 1899–1919. V&R unipress, Göttingen 2023, S. 31, und öfter, mit einigen biographischen Informationen

Einzelnachweise

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