Dorfbach Hard

Bach in den Marktgemeinden Lauterach und Hard, Vorarlberg, Österreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Dorfbach Hard oder Harder Dorfbach oder nur Dorfbach ist ein Fließgewässer in den Marktgemeinden Hard und Lauterach im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Im Oberlauf heißt er Rotachgraben und ist ein typischer Riedgraben (Entwässerungsgraben). Das Einzugsgebiet beträgt 4,22 km².[1][2]

Schnelle Fakten
Dorfbach Hard
Harder Dorfbach, Dorfbach, im Oberlauf Rotachgraben
Dorfbach oberhalb der Wolff-Mühle

Dorfbach oberhalb der Wolff-Mühle

Daten
Gewässerkennzahl AT: 8113
Lage Osterreich Österreich
  • Vorarlberg Vorarlberg
    • Bezirk Bregenz
      • Lauterach
      • Hard
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein Nordsee
Quelle Lauteracher Ried im Bereich Lerchenau
47° 28′ 43″ N,  42′ 39″ O
Quellhöhe 402 m ü. A.
Mündung in das Harder Binnenbecken (Bodensee)
47° 29′ 29″ N,  41′ 7″ O
Mündungshöhe 395 m ü. A.
Höhenunterschied 7 m
Sohlgefälle 2,4 
Länge 2,9 km
Einzugsgebiet 4,22 km²
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Geographie

Verlauf

Wasserturm, davor der Dorfbach
Alte Schule am Schulweg, rechts verläuft der Dorfbach

Das Gewässer entspringt im Lauteracher Ried im Bereich Lerchenau, direkt an der Rotachstraße. Diese Zone gehört nicht zum Natura-2000 Gebiet. Bei Gewässerkilometer 2,6 liegt linksseitig der große Gutshof Lerchenau. Bei Gewässerkilometer 2,35 erreicht der Rotachgraben das Gemeindegebiet von Hard und 100 m weiter quert die Bahnstrecke St. Margrethen–Lauterach das Gewässer und nochmals 100 m weiter erreicht der Bach das Siedlungsgebiet von Hard in der Nähe der Mittelweiherburg. Da wird das Gewässer für rund 300 m verrohrt. Bei Gewässerkilometer 1,73 fließt der Bach wieder oberirdisch und heißt nun Dorfbach, er fließt vorbei an einem kleinen Wald mit dem Harder Wasserturm, kreuzt bei km 1,3 die Schweizer Straße L202 und fließt dann naturnahe durch den Dorfkern von Hard. Bei km 0,8 liegt die Wohnanlage am Dorfbach, bei km 0,7 die ehemalige Wolff-Mühle. Die Textilfirma Wolff nutzte früher die Wasserkraft für ihre Maschinen. Bei km 0,55 liegt das neue Harder Rathaus in Schiffsform, bei km 0,3 die Alte Schule, erbaut 1901/1902. Der Bach mündet in den Dorfbachhafen, ein kleiner Nebenhafen des Harder Binnenbeckens, das wiederum ein großes Hafenbecken des Bodensees ist.[2]

Seitenbäche

Namentlich benannt sind folgende Seitenbäche:

  • Ahornbach (rechts) 1,45 km
  • Badbach (rechts) 0,7 km
  • Härdlegraben (links) 0,05 km

Natur und Umwelt

Renaturierung

Im Ortsgebiet von Hard wurde der Harder Dorfbach im Lauf der Jahrzehnte immer mehr verbaut und eingeengt. Im Sohlbereich lagerten sich Sand- und Schlammbänke ab. Im Juli 2011 begann die Renaturierung des Baches. Die letzten 700 m, von der Mündung in den Dorfbachhafen bis zur ehemaligen Wolff-Mühle wurden dem ursprünglichen Charakter entsprechend renaturiert und entschlammt. Ziel ist auch, ehemalige Grundwasseraustritte zu reaktivieren, was dem Harder Dorfbach als ursprünglichem Gießenbach entsprechen würde. Die Maßnahmen umfassen den naturgetreuen Rückbau des Dorfbaches, eine flache Uferböschung, die Bepflanzung mit standortgerechten Gehölzen, die Errichtung einer Kneippanlage, sowie Ruhebänken und Sitzstufen. Es wurden Rückhalteflächen für Starkniederschläge geschaffen, ein neuer Fußweg am Bach errichtet und die Ansiedelung von Fischen und Muscheln gefördert. So ist der Bach auch ein Naherholungsraum.[3] Für diese Renaturierung erhielt die Marktgemeinde Hard den Neptun Staatspreis für Wasser, das Projekt wurde Bundessieger in der Kategorie Wasserpreis Gemeinde 2015.[4]

Biotop

Das Biotop Dorfbach mit Seitenbächen (Biotop-Nr. 21511) hat eine Fläche von 1,22 ha. Die biologisch wertvollste Fließstrecke ist oberhalb der Wolff-Mühle mit einer Unterwasservegetation aus Dichtem Laichkraut (Groenlandia densa), Brunnenkresse (Nasturtium officinalis) und Wasserstern (Callitriche spec.).[5]

Einzelnachweise

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