Dorfkirche Großbardau
Im Kern romanische Saalkirche mit gotischem Chor, von baugeschichtlicher, ortshistorischer und ortsbildprägender Bedeutung. Kirche: verputzter Massivbau, Saalkirche mit polygonalem Schluss, Strebepfeiler am Chor (in Porphyrtuff)
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Die evangelische Dorfkirche Großbardau ist eine im Kern romanische Saalkirche im Ortsteil Großbardau von Grimma im Landkreis Leipzig in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde Muldental im Kirchenbezirk Leipziger Land der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und kann in der Regel nicht besichtigt werden.[1]

Geschichte und Architektur
Die auf einer Anhöhe gelegene große Saalkirche stammt aus romanischer Zeit und bildet mit Friedhof und Pfarrhof ein malerisches Ensemble, das von einer hohen starken Bruchsteinmauer einfasst ist. Sie war bis 1240 die Mutterkirche der Stadtkirche von Grimma. Der Turm, der Saal und der Triumphbogen stammen aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, der spätgotische Chor vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Ein durchgreifender Umbau erfolgte im Jahr 1689, dabei wurden der Saal erhöht und das Innere mit Holz überwölbt sowie eine Empore eingebaut. Im Jahr 1704 erfolgte eine Ausmalung, die im Jahr 1846 übermalt wurde; im Chor ist die erste Ausmalung erhalten. Die Sakristei wurde 1791 von der Nord- auf die Südseite verlegt, im Jahr 1846 ein Portal in die Westseite des Turmes eingebrochen und die beiden Südfenster eingesetzt. Eine Restaurierung wurde 1933 vorgenommen.
Das Bauwerk ist ein verputzter Bruchsteinbau, der dreiseitig geschlossene Chor ist in Rochlitzer Porphyr mit Strebepfeilern erbaut. Im Saal sind Rundbogenfenster, im Chor Maßwerkfenster eingebaut. Der querrechteckige Westturm verjüngt sich nach oben und ist mit einem spitzen Walmdach gedeckt.
Der Saal ist mit einem geknickten Kreuzrippengewölbe aus Holz geschlossen. Die Emporen sind mit Tafeln aus dem Jahr 1689 geschmückt und zeigen Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament von der Schöpfung bis zur Offenbarung Christi, die im Jahr 1846 übermalt wurden. Der Chor ist mit einem Sterngewölbe geschlossen, die Zwickel sind mit Engeln und Blumengirlanden bemalt, die Fensterrahmung mit Girlanden. An der Nordseite befindet sich eine spätgotische Sakramentsnische in Porphyr mit Kielbogenrahmung und zwei Fialen auf einer gewundenen Säule; sie ist mit einem eisernen Gitter versehen.
Ausstattung
Das Hauptstück der Ausstattung ist ein barocker Altar aus der Zeit um 1750; er wurde im Jahr 1846 anstelle der früheren Kreuzigungsgruppe durch Einbau eines Kanzelkorbs aus dem Jahr 1617 zum Kanzelaltar umgestaltet. Er zeigt in der Predella ein Relief des Abendmahls, im geschweiften Giebelaufsatz ist die Auferstehung Christi dargestellt, darüber in der Gewölbekappe die Himmelfahrt. An der Nordwand des Saales ist die Kreuzigungsgruppe aus dem Altar angebracht. Ein großer Kruzifixus mit Rosshaarperücke hat einen Corpus mit überlangen dünnen Gliedern und ist mit der Jahreszahl 1692 bezeichnet.
Die Orgel ist ein Werk von Jehmlich aus dem Jahr 1939, das ein Vorgängerinstrument von Johann Georg Friedlieb Zöllner von 1808 ersetzt.[2]
Literatur
- Barbara Bechter, Wiebke Fastenrath, Heinrich Magirius (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Die Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 355–356 (dehio.org).