Dorfkirche Kabelitz
Kirchengebäude in Wust-Fischbeck, Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt
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Die evangelische Dorfkirche Kabelitz (auch: St. Martin) ist eine gotische Saalkirche im Ortsteil Kabelitz von Wust-Fischbeck im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Jerichow im Kirchenkreis Stendal der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Geschichte und Architektur
Die Kirche ist ein langgestreckter, rechteckiger Backsteinsaal der Gotik mit Westturm und gerade geschlossenem Chor. Der Westturm mit flachrechteckigem massivem Untergeschoss in Schiffsbreite ist mit zwei Fachwerkobergeschossen über quadratischem Grundriss versehen und stammt aus der Zeit um 1710, das niedrige Zeltdach aus den 1960er Jahren. An der Nordseite erschließen zwei steilspitzbogige Portale mit reich profiliertem Gewände das Bauwerk, beide mit verputztem Bogenfeld über Segmentbogen. Die Wand des Schiffes unterhalb der Traufe zeigt eine Gliederung nur mit Deutschem Band, der Chor ist demgegenüber durch Strebepfeiler abgesetzt. Die Ostwand ist fensterlos, mit breiten Wandvorlagen in der Mitte und an den Ecken; am Giebel sind gekuppelte, kleeblattbogig geschlossene Blenden ist drei Reihen angeordnet.
In den Jahren um 1992 wurden die Spitzbogenfenster erneuert und die Leichenhalle angebaut. Im Jahr 2013 wurde die Kirche vom Hochwasser der Elbe beschädigt, woran eine Gedenktafel erinnert.[1] Das Innere ist flach gedeckt mit einer Orgelempore im Westen.
Ausstattung
Im Osten befindet sich eine Kanzelaltarwand in der Höhe und Breite des Schiffs, seitlich mit Korbbögen, in der Mitte mit Segmentbogen. Die polygonale Kanzel mit Schalldeckel ist am Korb mit Blatt- und Knorpelwerk versehen und stammt vom Ende des 17. Jahrhunderts.
Ein kleines Schnitzretabel stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert und zeigt im Schrein eine thronende Muttergottes, in den Flügeln die Heilige Barbara und eine weitere Heilige, in schlechtem Erhaltungszustand. In der Ostwand sind zwei Gerätenischen eingelassen; die barocken Türblätter sind mit originalen Beschlägen versehen, das kleinste ist mit der Jahreszahl 1681 datiert. Zu einer Orgel konnten keine näheren Angaben ermittelt werden.
Literatur
- Ute Bednarz, Folkhard Cremer (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 460 (dehio.org).